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Zukunft der Branche: VW-Chef sieht Wettbewerbsnachteile für Auto-Pioniere

VW-Chef Herbert Diess sieht Wettbewerbsnachteile für die herkömmlichen Autobauer im Rennen um die Vormacht auf dem Automarkt von morgen.
© Foto: picture alliance/Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Obwohl deutsche Hersteller deutlich mehr Autos abgesetzt haben als Tesla, übersteigt der Börsenwert des US-Konzerns deutlich den der Konkurrenten. Das verteuere den Zugang zu frischem Kapital für die Traditionsunternehmen und führe zu Wettbewerbsnachteilen.


Datum:
06.01.2021
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Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess sieht Wettbewerbsnachteile für die herkömmlichen Autobauer im Rennen um die Vormacht auf dem Automarkt von morgen. "Wir haben noch nicht genügend nachgewiesen, dass wir unsere Stellung im neuen Wettbewerbsumfeld halten können", sagte der Manager im Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg (Mittwoch). "Unsere Marktbewertung steckt noch im Bereich der alten Autoindustrie - das führt zu gravierenden Nachteilen für uns beim Zugang zu benötigten Ressourcen." Die Sicht des Kapitalmarktes und der Börse auf die Branche habe er in diesem Ausmaß bei seinem Amtsantritt 2018 nicht erwartet.

Während der weltgrößte Autobauer Volkswagen sowie die deutschen Konkurrenten von Daimler und BMW sich in der Gunst der Anleger seit Jahren schwertun, überflügeln neue Rivalen wie etwa der US-Elektroautopionier Tesla trotz deutlich geringerer Absatzzahlen die traditionellen Konzerne um Längen. Das macht den Zugang zu frischem Kapital für die herkömmlichen Autobauer im Vergleich teurer.

Tesla ist an der Börse nach einer nahezu beispiellosen Kursrally derzeit fast 700 Milliarden US-Dollar (570 Milliarden Euro) wert. Die deutschen Autokonzerne VW (79 Milliarden Euro), Daimler (61 Milliarden Euro) und BMW (46 Milliarden Euro) kommen zusammen auf rund 186 Milliarden Euro - Tesla bringt also dreimal soviel auf die Börsenwaage. Die Kalifornier haben 2020 weltweit knapp 500.000 Autos verkauft. Die deutschen Hersteller legen ihre Jahreszahlen erst noch vor, setzen aber ein Vielfaches dessen ab: VW lieferte von Januar bis November allein inklusive Nutzfahrzeugen 8,3 Millionen Fahrzeuge aus. Daimler und BMW kommen in normalen Jahren auf jeweils rund 2,5 Millionen Pkw.

"Trotz aller Anstrengungen sind wir derzeit in einer eher noch schwierigeren Lage als 2018, als ich das Amt übernommen habe", sagte Diess. Der Manager hatte früh zum Ziel gemacht, den Börsenwert von VW erheblich zu steigern. VW soll mittels deutlich mehr Wertschöpfung im Bereich von Software zum Technologiekonzern umgebaut werden, um am Markt höhere Bewertungsansätze zu erhalten. Diess hatte als Vorbilder US-Techfirmen wie Apple, Amazon und Google genannt. (dpa)

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