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Subaru XV im Test: Traktion ohne Tand

Der Subaru XV sieht nicht wie ein Geländewagen aus.
© Foto: Subaru

Auf den ersten Blick ist der Subaru XV nur ein weiterer modischer Crossover. Doch der kompakte Allrader hat tiefer liegende Qualitäten.


Datum:
25.08.2018
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Der Subaru XV sieht nicht wie ein Geländewagen aus. Statt den kastenförmigen Offroader gibt er lieber die höher gelegte Steilhecklimousine. Abseits befestigter Straßen hängt der kompakte Crossover die weichgespülten SUV im Konkurrenzumfeld aber trotzdem locker ab. Der Allrader ist damit das perfekte Auto für alle, die Traktion, nicht aber modischen Schnickschnack brauchen.

Ganz so schmucklos wie frühere Subaru-Modelle fährt der XV allerdings nicht mehr vor. Wie zuvor schon die technisch eng verwandte Limousine Impreza trägt auch der Crossover in der neuesten Generation schärfere Karosseriefalze und ausdrucksstärkere Scheinwerfer. Dazu kommen als XV-Spezialität ein paar robuste Kunststoffplanken an besonders gefährdeten Blechteilen, mehr Bodenfreiheit sowie eine Dachreling. Fertig ist der Offroad-Impreza.

Allradantrieb ist Serie – und zwar in der seltenen permanenten Ausführung. Gegenüber den üblichen Zuschalt-Systemen bietet das im Ernstfall eine kultiviertere und souveränere Traktion auf rutschigem Geläuf. Dabei hilft auch das neue Gelände-Fahrprogramm "X-Mode", das den XV langsam und kontrolliert über größere Unebenheiten kraxeln lässt.

Flinkes Fahrverhalten

Trotzdem ist das Revier des Crossovers die Straße. Wer regelmäßig ins Gelände will, wählt aus dem Portfolio der Japaner wohl eher den kantigeren Forester mit identischer Technik, aber mehr Platz. Der XV prämiert die Entscheidung für das Asphaltmodell mit dem flinkeren Fahrverhalten und den handlicheren Abmessungen.


Subaru XV (2018)

Bildergalerie

Der Pkw-hafte Zuschnitt bietet allerdings auch nur Pkw-typischen Platz. Kofferraum und Passagierabteil sind nicht größer als bei einer normalen Kompaktlimousine, SUV-Wettbewerber der Tiguan- und Qashqai-Klasse bieten vor allem mehr Ladevolumen fürs Gepäck. Den Passagieren mangelt es im Subaru hingegen an wenig; selbst das lange Jahre bei der Marke eher vernachlässigte Interieur-Design kann sich mittlerweile sehen lassen. Auch wenn Ergonomie und Praktikabilität weiterhin deutliche Priorität vor Form und Anmutung haben, ist die Verarbeitung zumindest über alle Zweifel erhaben.

Solidität in jeder Situation

Insgesamt stimmt der Qualitätseindruck also beim XV. Langlebig und robust waren die Autos auch früher schon, auch dank neuer Plattform spürt man das nun aber stärker. Vom satten Türschlag beim Einsteigen bis zur steifen, knisterfreien Karosserie auch auf unebenem Untergrund: Der Allrader strahlt in jeder Situation Solidität aus. Passend dazu ist das Fahrwerk gelungen abgestimmt, bietet bei jedem Tempo und auf allen Straßenbelägen satten Komfort. Dank des für ein SUV sehr tiefen Schwerpunkts (einer der Vorteile des flach bauenden Boxermotors), lassen sich Kurven flott und ohne starke Seitenneigung durchfahren.

Ein Auto, auf das das Attribut "sportlich" passen würde, ist der Subaru aber trotzdem nicht. Und das liegt vor allem am Antrieb. Die Kombination von 2,0-Liter-Boxermotor (115 kW / 156 PS) und stufenloser Automatik ist die einzige echte Schwäche des Crossovers – zumindest in Hinblick auf den deutschen Kunden und seine Vorlieben. Die CVT-Automatik ist hierzulande traditionell wenig geschätzt, und auch beim XV kann man zumindest ahnen, warum das so ist. Wer kräftig aufs Gas gibt, erntet zunächst nur ein Jaulen aus dem Motorraum, bevor der offensichtliche Beschleunigungswunsch ganz langsam in Vortrieb umgesetzt wird. "Gummibandeffekt" heißt dieses typische Phänomen, das Subaru gegenüber früheren Getrieben zwar schon vermindert, längst aber noch nicht abgestellt hat.

Nur mit Benzinmotoren

Andererseits: Die Automatik ist komfortabel, serienmäßig an Bord und erzieht letztlich zu entspanntem Fahren. Wer den XV nicht tritt, hört von dem Vierzylinder-Boxer nicht viel und muss sich zudem nicht so sehr über den traditionell hohen Verbrauch ärgern. Wer schnell unterwegs ist, tankt locker zehn Liter und mehr für 100 Kilometer nach – wer es ruhig angehen lässt, kommt auch mit knapp acht Litern aus. Insgesamt zählt der Subaru aber trotzdem zu den verbrauchsintensiveren Fahrzeugen seiner Klasse. Einen Diesel oder Hybrid gibt es als sparsame Alternative nicht, allerhöchstens einen 1,6-Liter-Benziner mit 84 kW / 114 PS, der aber angesichts der überschaubaren Leistung des größeren Motors zumindest aus der Ferne etwas unterdimensioniert wirkt.

Statt der 23.000 Euro für das Basismodell empfiehlt es sich, 28.000 Euro in die stärkere Variante zu investieren. Dann ist zudem die "Comfort"-Ausstattung mit dem großen Infotainmentsystem, Klimaautomatik und zahlreichen Design-Upgrades an Bord. Automatik und Allradsystem sind eh Standard, ebenso das kamerabasierte Assistenzpaket "Eyesight". Bezieht man noch die Fünf-Jahres-Garantie (160.000 Kilometer) in die Rechnung ein, ist der XV unter den kompakten Allrad-SUV ein durchaus faires Angebot. (SP-X)

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