Der indische Gebrauchtwagenmarkt wird in den nächsten fünf Jahren auf rund acht Millionen verkaufte Einheiten pro Jahr wachsen. Das geht aus einer Untersuchung des in Mumbai ansässigen Marktforschungsunternehmens Crisil Research hervor.
Derzeit wechseln auf dem Subkontinent pro Jahr rund 2,6 Millionen Fahrzeuge den Besitzer. Der Markt unterliege allerdings einem starken Wachstum, da die Haltedauer kürzer und die Zahl der professionellen GW-Händler größer werde.
Nach Informationen von Crisil Research dominieren in Indien ähnlich wie im Neuwagengeschäft die Kleinwagen den Markt. Zwei Drittel aller Fahrzeuge stammen aus diesem Segment, die Käufer seien jedoch aufgrund der attraktiveren Gebrauchtwagenpreise auch an größeren Fahrzeugen interessiert.
Der Angebotspreis eines vier Jahre alten Gebrauchtwagens liege derzeit 40 Prozent unter der UPE eines vergleichbaren neuen Modells.
Auch die kürzeren Modellzyklen würden den Gebrauchtwagenmarkt befeueren: Die Hersteller würden knapp zehn neue Modelle pro Jahr auf den Markt bringen, was Anreize für eine schnellere Wechselbereitschaft der Autokäufer bringe. Das Marktforschungsunternehmen hat ermittelt, dass die Haltedauer von 54 Monaten in den Jahren 2006/2007 auf 48 Monate in den Jahren 2011/2012 gesunken ist. In den nächsten Jahren werde diese auf 42 Monate sinken.
Ein wesentlicher Faktor für das Wachstum des Gebrauchtwagenmarktes sei ferner die zunehmende Professionalisierung des Verkaufs: Hersteller würden über eigene GW-Programme den bislang unorganisierten Markt verändern. Mittlerweile würden knapp 20 Prozent aller Gebrauchtwagen bereits über organisierte Vertriebskanäle, d.h. Markenbetriebe/Franchise-Partner verkauft, im Jahr 2006 habe dieser Anteil weniger als fünf Prozent betragen. (en)