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Modellvielfalt Seat Leon: Da passt doch einiges

Modellvielfalt Seat Leon
Da passt doch einiges
Der Seat Leon ist in vielen Antriebsarten erhältlich.
© Foto: Seat
Zum Themenspecial Elektromobilität

Viele Fuhrparkbetreibende stehen vor dem Dilemma: Welcher Antrieb ist der richtige fürs Unternehmen, wenn sich Kosten, Nutzen und Zufriedenheit der Dienstwagenberechtigten die Waage halten sollen.

Von Autoflotte-Chefredakteur Michael Blumenstein

Immer mal wieder rauschen E-Mails bei uns rein oder es kommt sogar noch ein Anruf mit der Frage: Welchen Antrieb empfehlen Sie uns? Eine allgemeingültige Antwort oder Empfehlung darauf gibt es nicht. Leider.

Mehr Auswahl als je zuvor

Denn die Antriebsvielfalt war nie größer als derzeit. Und dennoch meinen viele, die Eierlegendewollmilchsau nicht finden zu können ist. Das stimmt. Und irgendwie auch nicht. So beraten auch Leasingunternehmen ihre Bestandskunden, und solche, die es werden wollen, oft akribisch, um die richtigen Antriebe zu empfehlen. Denn bei der vorhandenen Auswahl ist es schwierig, den Überblick zu behalten und die individuellen Vorteile zu erkennen.

Traditionell ist der Volkswagen-Konzern breit aufgestellt. Selbst dann, wenn auch in Wolfsburg (VW), Ingolstadt (Audi), Mladá Boleslav (Skoda) und Martorell (Seat) Sparen angesagt ist und die Kombinationsmöglichkeiten aus Allradantrieb, Getriebevarianten und Motoren von Modell zu Modell schrumpfen. Die Kompaktklasse, nach wie vor das beliebteste Flottensegment, zeigt dennoch eindrucksvoll, welche Vielfalt geboten wird.

TSI, eTSI, TDI, TGI, e-Hybrid

Nehmen wir die Marken Seat und Cupra. Seat feierte dieses Jahr den 70sten. Und ist seit rund 35 Jahren Teil des Volkswagen-Konzerns. Die Schwestermarke Cupra gibt es erst seit gut zwei Jahren und "ist Zeitgeist und Rennsport-Spirit für die Straße" – also die sportivste bezahlbare Marke im Konzernverbund. Das erste eigene Modell, der Formentor, ist ein Sport-Kompakt-SUV und ergänzt das Cupra-Portfolio, bislang bestehend aus Cupra Ateca und Cupra Leon. So decken die spanischen Marken Seat und Cupra ein breites Portfolio bezahlbarere Fahrzeuge ab, das den Spagat zwischen Effizienz und Fahrspaß beherrscht und somit vom günstigen und geräumigen Poolfahrzeug bis zum User-Chooser-Modell mit bis zu 310 PS Leistung einiges bereithält.

Das Poolfahrzeug

Zurück zum Leon, dem Flottenfahrzeug schlechthin. So bietet er nicht nur die Option zwischen Fünftürer und dem Sportstourer getauften Kombi, auch die Motorenvielfalt ist groß. Zur Auswahl stehen Benziner, Mild-Hybride, Plug-in-Hybride, Diesel und Erdgasmodelle. Den Einstieg ebnet der 4,37 Meter lange Fünftürer. Mit fünf Zentimeter mehr Radstand als der des Golfs bietet er im Fond deutlich mehr Platz. 16.782 Euro kostet die Reference genannte Basis, unter anderem mit LED-Scheinwerfern und -Rückleuchten, Klimaautomatik sowie 90-PS-TSI-Dreizylinder, also einem klassischen Benzindirekteinspritzer. Wer mehr Kraft benötigt, wählt den Einliter-Turbo mit 110 PS. Beides typische Antriebe für Poolfahrzeuge und Fahrleistungen von unter 20.000 Kilometern. 15-Zoll-Stahlräder mit hohem Gummianteil verzeihen Bordsteinrempler und sorgen für angenehmen Fahrkomfort. Darüber rangiert der 1.5 TSI mit vier Zylindern und wahlweise 130 oder 150 PS.

Wer ein Doppelkupplungsgetriebe (DSG) bevorzugt, bekommt beim Fünftürer die Wahl zwischen dem 1.0 eTSI (110 PS) und dem 1.5 eTSI (150 PS). Mit an Bord ist dann nicht nur der Zusatz "e" sondern der damit resultierende Mild-Hybrid-Antrieb. Ein 48-Volt-Riemen-Startergenerator sowie eine kleine Lithium-Ionen-Batterie sorgen in Verbindung mit der "Automatik" dafür, dass der Motor im "Schubmodus" segeln kann, sich also abschaltet und das eine oder andere Tröpfchen Benzin spart. Zudem bewirkt die Technik einen kleinen Anschub beim Beschleunigen aus niedrigen Drehzahlen. Rein elektrisches Fahren ist mit keinem der eTSI möglich.

Bildergalerie
Cupra Leon Plug-in-Hybrid - Fahrbericht

Die User-Chooser-Lieblinge

Wer elektrisch leise fahren möchte, bekommt beim Leon gleich zwei Varianten, die das auch längere Etappen emissionsfrei schaffen. Im e-Hybrid genannten Plug-in-Hybrid verteilt ein Sechsgang-DSG (die eTSI haben ein Siebengang-DSG) 204 PS und 350 Newtonmeter – generiert aus einem 1,4-Liter-TSI und einem Elektromotor – auf die Vorderachse und sorgt für wahrlich sportliche Fahrwerte. Hinzu kommt hier die Option, den knapp 13 kWh großen Akku mit einer maximalen Ladegeschwindigkeit von 3,6 kW zu befüllen, was bei komplett entleerten Batterie mindestens 3:45h Ladezeit erfordert, im Büroalltag also problemlos machbar ist. Die Energie soll für bis zu 63 Elektro-Kilometer nach WLTP-Messung ausreichen.

Noch nicht genug? Dann führt der Weg spätestens jetzt zur erwähnten Schwestermarke Cupra. Dort gibt es den erstarkten Leon e-Hybrid im Sportdress mit einer Leistung von 245 PS und einem Drehmomentplus von weiteren 50 Newtonmetern, verbunden mit einer ähnlichen elektrischen Reichweite. Beide kommen in den Genuss der Förderung für Plug-in-Hybride bis 40.000 Euro Nettopreis (also 6.750 Euro Brutto-Förderung) und die User Chooser genießen die Halbierung der Firmenwagenbesteuerung. Da wird dann ein 35.000-Euro-Teilzeitstromer zum Angebot, das, zumeist elektrisch mit grünem Strom bewegt, nicht nur ökologisch, sondern ökonomisch Sinn ergibt. Zumindest dann, wenn sich die Gesamtkilometerzahl im Bereich von unter 30.000 Kilometern im Jahr bewegt.

Die ungeschlagenen Kilometerfresser

Liegen die jährlichen Fahrleistungen der Leon-Aspiranten und generell der Dienstwagenfahrenden bei mehr als 30.000 Kilometern, geht meist kein Weg an einem TDI oder einem TGI (CNG-Version) vorbei. Beide werden nicht von staatlichen Subventionen gepusht, sind für Vielfahrende aber nach wie vor die beste Art, die Kilometer abzuspulen.

Beim Diesel (TDI) bietet Seat beim Fünftürer die Wahl zwischen dem Zweiliter mit 150 PS und derzeit obligatorischem Doppelkupplungsgetriebe und dem gleichgroßen Vierzylinder, jedoch auf 115 PS gedrosselter Version (diese ist ausschließlich für den Fünftürer und nur mit Sechsgang-Schaltgetriebe erhältlich). Sportstourer-Fahrer müssen zum 150-PS-TDI greifen. Oder zum TGI. Hinter dem Kürzel verbirgt sich das Erdgasmodell, das in Deutschland mittlerweile an fast 50 Prozent der CNG-Tankstellen (Compressed Natural Gas) Biomethan tanken kann. Biomethan, beispielsweise gewonnen aus Stroh ist es derzeit der sauberste Antrieb und ermöglicht nahezu CO2-freies Autofahren. Der 1.5 TSI des Leon TGI leistet 130 Turbo-PS und gehört damit nicht nur zu den saubersten und kostengünstigsten Kompaktwagen, er ist auch einer der schnellen. Ein weiterer Vorteil von CNG: Die Verbrauchsschere zwischen betont ökonomischer und sehr flotter Fahrweise geht nicht so weit auseinander wie bei Elektrofahrzeugen und Benzinern.

Wer tiefer in die Thematik einsteigen möchte, sollte den Autoflotte Fuhrpark-Tag I Antriebsmix am 1. oder 2. Juni 2021 am Bilster Berg besuchen.

Bildergalerie
Seat Leon (2021)

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