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Bundestag: Kein Tempolimit auf Autobahnen

Der Bundestag hat sich gegen ein Tempolimit auf Autobahnen entschieden.
© Foto: picture alliance / Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Soll eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen kommen? Darüber hatten die Abgeordneten des Bundestages am Donnerstag abgestimmt. Ein Großteil lehnt ein Tempolimit ab.


Datum:
17.10.2019
26 Kommentare

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Ein Vorstoß der Grünen für ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen ist im Bundestag gescheitert. In einer namentlichen Abstimmung votierten am Donnerstag 498 Abgeordnete für die Empfehlung des Verkehrsausschusses, den Antrag abzulehnen. Für den Grünen-Antrag positionierten sich 126 Abgeordnete, sieben Parlamentarier enthielten sich. Abgegeben wurden insgesamt 631 Stimmen, wie Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) mitteilte.

"Wer die Autobahnen sicherer und den Verkehr fließender machen will, muss eine Geschwindigkeitsbegrenzung einführen", sagte Fraktionschef Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur vor der Abstimmung. Die Bundesregierung sei die letzte Regierung in Europa, die sich logischen Argumenten zum Tempolimit verschließe. "Wir fordern die Koalition auf, ihre ideologische Blockade abzulegen und unserem Antrag zuzustimmen."

Der Vorstoß zielte darauf, auf den Autobahnen ein generelles Limit von 130 Kilometern pro Stunde einzuführen - zum 1. Januar 2020. Eine solche "Sicherheitsgeschwindigkeit" sei überfällig, argumentierte Hofreiter. Dies vermeide viele Unfälle und erhöhe deutlich die Kapazität der Autobahnen. Darüber hinaus schone es den Geldbeutel der Autofahrer und senke Verkehrslärm und den Klimagas-Ausstoß.

Bundesregierung hatte Tempolimit bereits abgelehnt 

Die Grünen beantragten eine namentliche Abstimmung. Die Bundesregierung hatte einem Tempolimit, über das teils auch mit Blick auf Pläne für mehr Klimaschutz diskutiert wurde, bereits eine Absage erteilt. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) lehnt ein Tempolimit kategorisch ab. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte sich offen dafür gezeigt. Ein SPD-Parteitag hatte sich 2007 für ein Tempolimit von 130 ausgesprochen. Prinzipiell ist es unüblich, dass Anträge der Opposition von der Koalition unterstützt werden.

Für ein Tempolimit sprach sich der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, aus. Viele europäische Nachbarn hätten sich im Sinne von Verkehrssicherheit und Klimaschutz dafür entschieden, sagte er dem "Handelsblatt" (Donnerstag). "Deshalb kann ich nicht verstehen, dass Deutschland hier gegen den Strom schwimmt."

FDP-Fraktionsvize Frank Sitta warf den Grünen"Showforderungen" vor. "Generelle Tempolimits helfen dem Klima kaum und beschränken die Mobilität der Bürger überproportional", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Statt Verboten und Regulierung sollte der Emissionshandel auf den Verkehr ausgeweitet werden. "Es zeigt sich einmal mehr, dass bei den Grünen nicht der tatsächliche Nutzen für den Klimaschutz im Vordergrund steht, sondern der Kampf gegen das Auto", sagte Sitta.

Die Bundesregierung hatte einem Tempolimit, über das teils auch mit Blick auf Pläne für mehr Klimaschutz diskutiert wurde, bereits eine Absage erteilt. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) lehnt ein Tempolimit kategorisch ab. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte sich offen dafür gezeigt. Ein SPD-Parteitag hatte sich 2007 für ein Tempolimit von 130 ausgesprochen. Prinzipiell ist es unüblich, dass Anträge der Opposition von der Koalition unterstützt werden.

Mehr als die Hälfte der Deutschen für Tempolimit

Einer aktuellen Umfrage zufolge ist mehr als die Hälfte der Deutschen für ein Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen. 56,5 Prozent der Befragten sprachen sich für eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung aus, wie aus den Ergebnissen einer repräsentativen YouGov-Online-Umfrage im Auftrag der Online-Autobörse Mobile.de hervorgeht. 16,8 Prozent lehnen demnach eine Maximalgeschwindigkeit auf Autobahnen generell ab.

Auf dem Großteil der deutschen Autobahnen gilt nach wie vor freie Fahrt. Komplett ohne Limits sind 70 Prozent der Fahrbahnkilometer, Baustellen nicht mitgezählt. Bei weiteren sechs Prozent zeigen elektronische Schilder bei entspannter Lage keine Beschränkungen an. Dauerhaft oder zeitweise geltende Beschränkungen mit Blechschildern gibt es auf 20,8 Prozent des Netzes, wie aktuelle Daten der Bundesanstalt für Straßenwesen für 2015 zeigen - am häufigsten sind Tempo 120 (7,8 Prozent) und Tempo 100 (5,6 Prozent). Unabhängig von beschilderten Abschnitten gilt auf Autobahnen seit mehr als 40 Jahren eine empfohlene "Richtgeschwindigkeit" von 130. (dpa)

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KOMMENTARE


Detlef Rüdel

17.10.2019 - 13:58 Uhr

Es ist an der Zeit, nunmehr diesen Schritt zugehen. Derzeit ist die BRD das einzige Land in Europa, was ohne Geschwindigkeitsbegrenzung ist. Nicht nur, dass wir damit den Ausstoß von CO2 massiv reduzieren, nein wir tragen damit auch aktiv dazu bei das die Anzahl der Verkehrstoten sich ebenfalls noch einmal massiv reduzieren wird. Das Motto "freie Fahrt für freie Bürger" ist so old Fashion, wie etwas in dieser Richtung nur sein kann. (Spruch ist noch aus den 70 Jahren). Daher kann ich diesen Vorschlag/Vorstoß nur begrüßen und massiv unterstützen. Ich bin mir sicher, mit dieser Aussage nicht allein zusein, bin mir aber auch bewusst welche Diskussion mit diesem Vorschlag erneut entfacht werden wird. Dennoch: es ist an der Zeit, umzudenken....


Rudi S.

17.10.2019 - 15:10 Uhr

Es ist wirklich erstaunlich, mit welch hirnrissigen Argumenten CDU/CSU und SPD argumentieren und sich, wie auch in anderen Fällen, an Dinge halten, die längst von der Zeit überholt wurden. Bei AFD und FDP iat dies eher nicht verwunderlich, aber auch gennauso unwichtig, denn die verschwinden wahrscheinlich ohnehin (hoffentlich bald) von der Regierungsoberfläche. Aber wenn sich die beiden "Großen" wundern, warum ihnen immer mehr Wähler abhanden kommen, sollten sie langsam mal anfangen die wenigen noch verbliebenen Hirnzellen anzustregen. Und nochmals: Eine Geschwindigkeitsbegrenzung ist die sofort umsetzbare, sofort wirksame und absolut kostenfreie Umsetzung von Umweltschutz.


Martin

17.10.2019 - 15:20 Uhr

Ich schließe mich Herrn Rüdel und ausnahmsweise den Grünen an. Das Tempolimit ist überfällig und mehr als sinnvoll! Was bei den Amerikanern die Waffen sind, ist in Deutschland das Auto!


ExVerkäufer

17.10.2019 - 17:37 Uhr

Wenn ich die Kommentare hier so von den Fachleuten lese kann ich nur stauen was wir in Deutschland für eine Diskussionskultur bekommen. Eine Waffe mit einem Auto gleich zusetzen ist für mich nicht nachvollziehbar. Diese Argumentation würde bedeuten, dass jemand der über 130 km/h fährt andere bedroht und vor Verlusten nicht zurückschreckt. Entsetzlich! Argumente als Old Fashion zu bezeichnen ist schon cool. Ich glaube mehr fällt dem Schreiber dazu nicht ein. Leider ist in Deutschland ein großes Greta Potential zu spüren, was eine gesunde Argumentation nicht mehr zuläßt und nur noch die eigene Meinung als richtig vertritt.


Beobachter

17.10.2019 - 17:48 Uhr

Es ist einfach unsäglich unerträglich, dieses Ergebnis unserer gewählten Regierung erneut zur Kenntnis nehmen zu müssen. In unserem Deutschland, dem Land der Raser und Lenker, dem Land der Lobbyisten, hat die Vernunft offenbar keine Chance mehr. Die Kreativität, mit der die Gründe für die Aufrechterhaltung der „freien Fahrt für freie Bürger“ aufrechterhalten wird, sollte eher bei konkreten Problemlösungen zur Anwendung kommen. Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo die Freiheit des Anderen beschnitten wird. Und genau das erlebe ich seit 28 Jahren täglich auf der Straße. Ich wünschte, die Entscheidungsträger führen selbst einmal ohne Chauffeur von Berlin nach Oberhausen und anschließend noch einmal von Hamburg nach München. Lernen durch Erfahrung im wahrsten Sinne des Wortes...


Kevin H.

17.10.2019 - 17:56 Uhr

Ich bin gegen ein allgemeines Tempolimit auf unseren Autobahnen.Schaut man sich die Zahl der Verkehrstoden pro 1.000.000 Bürger an, so sind unseren Europäischen Nachbarn da trotz der Geschwindigkeitsbeschränkung wesentlich weiter vorne als wir.Der CO2 Ausstoß ist eben nicht massiv geringer nur durch eine Begrenzung. Für eine saubere Umwelt müsste man an einem ganz andern Punkt anfangen und nicht bei den Fahrzeugen.


autofan

17.10.2019 - 18:00 Uhr

Was für eine sinnlose Debatte. Über 90 % in Worten ÜBER NEUNZIG Prozent der deutschen Autobahnen haben Geschwindigkeitsbegrenzungen die unter 130 km Höchstgeschwindigkeit liegen. Was soll der Irrsinn dann???Sinnvoll wäre eine flächendeckende elektronische Verkehrsregelung mit Überwachung der Einhaltung der angegebenen Geschwindigkeit. Auf einigen Autobahnen ist dies ja schon eingeführt und funktioniert hervorragend. Der Verkehr fließt,weniger: Unfälle,Verbrauch, Verschleiß usw.usw. Aber Nein: Immer nur populistisch auf den 130 herumreiten. Mal schlau nachdenken meine grünen Damen und Herren und liebe Freitagskinder.Nur einfach ohne sichtbare und erforderliche Gründe daherreden und fordern reicht halt nicht!!! Und dass dadurch die Umwelt geschont werden kann ist ja gegenteilig schon mehrfach wissenschaftlich erwiesen und bewiesen. Also:Mit der Debatte einfach mal aufhören. Es wurde ja auch Gott sei Dank demokratisch abgelehnt!!!!!


Dieter S.

17.10.2019 - 18:10 Uhr

Das eine Einführung eines Tempolimits Verkehrstote reduziert kann nur jemand behaupten der sich nicht allzuviel auf Deutschlands Autobahnen aufhält. Ich habe eine Jahresfahrleistung von beruflichen 120000 km pro Jahr und sehe den Wahnsinn auf unseren Strassen täglich. Wieder mal versucht man die Raser zu verunglimpfen und unter Generalverdacht zu stellen, dabei sind es die ganzen verbohrten unsäglichen und ignoranten Mittelspurfahrer, Nichtblinker und "Ich kenn das Rechtsfahrgebot nicht" Verkehrsteilnehmer die das eigentliche Problem darstellen. Wie viele Bremsmanöver, Ausweichvorgänge, zu geringe Abstände, Handytelefonierer ich täglich zu Gesicht bekomme mag ich gar nicht sagen. Wenn unsere Polizei hier etwas mehr Präsenz zeigen würde, wenn man statt Hunderte von Plakaten zur Rettungsgasse oder dem Telefonieren mal Aufklärung zum Thema Rechtsfahrgebot in der gleichen Intensität betreiben würde hätte man den Reibungslosen Verkehr den sich hier mancher Vorschreiber wünschen würde. In USA gilt Tempo 90 (KM/h), haben die deshalb weniger Verkehrstote? Mitnichten. Zählt man mal die ganze Energie zusammen die durch Bremsmanöver oder dem anschließenden Wiederbeschleunigen verbraucht wird, die durch die unfähigen Autofahrer verursacht wird könnte man wohl weit mehr Abgas einsparen. Das nächste Thema ist ein generelles Überholverbot auf zweispurigen Autobahnen für LKW, auch die "Elefantenrennen" wo mit 3 KM/h Überschuss überholt wird führt zu Stau und Kolonnentreiberei und hemmt eklatant den Verkehrsfluss. Wenn man sich jetzt mal anschaut wer denn generell über Tempo 130 auf der Autobahn unterwegs ist so wird man feststellen das dies gar nicht so viele Autofahrer sind, es geht wieder einmal nur um das Beschneiden von Grundrechten und Freiheit von Bürgern durch eine Partei die, getrieben von einer Ökomafia und dadurch im Moment oben schwimmend , selbst so gar nicht im Konsens mit dem steht was sie da ständig fordert. Man schaue sich nur mal die Anzahl der Flüge, die Postings aus tollen Urlaubsorten oder die eigene Dienstwagenflotte an. Ich kann hier nur sagen das ich einen Herrn Hofreiter selbst schon mit 200 über die Autobahn brausen sah.


Alex

17.10.2019 - 18:24 Uhr

Die Argumente für eine Sicherheitsgeschwindigkeit sind nicht stichhaltig. 1. die Anzahl der Verkehrstoten ist gerade in Deutschland so niedrig wie noch nie, wenn wir signifikant mehr für Verkehrssicherheit tun wollen, müssen wir die stark gefährdeten Gruppen Fahrradfahrer und Fußgänger besser schützen. Die fahren bzw. laufen in der Regel nicht auf Autobahnen. 2. Lt. statista geben 52 % der Autofahrer an, auf Strecken ohne Tempolimit weniger als 150 km/h zu fahren, nun 8% fahren schneller als 170 km/h. Da ist der Hebel nicht so groß, zumal die meisten Strecken ohnehin bei viel Verkehr keine hohen Geschwindigkeiten zulassen. Da muss man Bürger nicht zusätzlich regulieren, aber auf der Autobahn kann man für einen optimierten Verkehrsfluss sorgen, indem man gleichmäßige Geschwindigkeiten fördert, z.B. durch ein grundsätzliches Überholverbot für LKWs. Dadurch würden Beschleunigungsvorgänge entfallen, die einen erheblichen CO2 Ausstoß verursachen.


Renato

17.10.2019 - 18:36 Uhr

Tempolimit in einer gewissen Form ist sicher auch in Deutschland sinnvoll. Vielleicht wäre es diplomatischer gewesen ein Tempolimit etwas oberhalb der übrigen Länder einzuführen. Insbesondere weil in Deutschland das Autofahren doch einen anderen Stellenwert zu genießen scheint, als in den übrigen EU Ländern. Zum Beispiel Tempo 140-160 auf Autobahnen oder während der Nächte, wo weniger Fahrzeuge unterwegs sind........Der erste Schritt ist oftmals der schwerste


Joe

17.10.2019 - 18:57 Uhr

Jeden Tag eine neue unwichtige Sau durchs Dorf treiben.Grenzen sind auf und alles strömt herein. Aber wir haben ja so viel wichtiges zu tun, wie gerade jetzt Klimarettung und 130 auf der Autobahn. Selbst wenn alle Deutschen das Atmen einstellen, wird das Weltklima leider nicht gerettet. Und gewisse "Spinner" wird auch 130 nicht aufhalten, mal so richtig Gas zu geben.


KW1904

17.10.2019 - 20:33 Uhr

Selbst einer wie ich als Vielfahrer im Außendienst, FDP Stammwähler und durch und durch Anti-Grüner könnte mit einem Tempolimit leben. Damit würden man diesen ganzen Öko-Fanatikern, die einen von denen beherrschte sozialistisch grüne Einheitsgesellschaft wollen, den Wind voll aus den Segeln nehmen. Aber eins wird man mit Sicherheit nicht dadurch erreichen - messbare CO2 Reduzierung und deutlich weniger Verkehrsopfer.


Andreas

17.10.2019 - 21:00 Uhr

Unsere Autobahnen gehören zu den sichersten Straßen in Deutschland. Je eine Milliarde gefahrene Kilometer sind 1,6 Unfalltote zu beklagen, auf allen anderen limitierten Straßen sind es 5,3 Tote. Diverse Forscher kommen zu dem Schluss, dass ein Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen die CO2-Emissionen des gesamten Auto-Verkehrs in Deutschland um 1,1 bis 1,6 Prozent senken würde. Das sind zwischen 0,14 und 0,2 Prozent des gesamten deutschen CO2-Ausstoßes. Aber vielleicht geht es Martin, Rudi und Detlef nur darum, generell den Feldzug gegen das Autofahren zu befeuern……


Klausi

17.10.2019 - 21:18 Uhr

Es gibt deutsche Städte, die werden innerorts Tempo 30 einführen, damit die Luft sauberer wird und Dieselfahrverbote vermieden werden können.Aber unsere Regierung ist gegen Tempo 130 (was überüberfällig ist), weil Tempo 130 die Luft nicht verbessert.Ha, ha, ha!Als ewiger Wähler einer unserer Volksparteien werde ich wohl beim nächsten Mal Grün wählen müssen.Jeder, der im Europäischen Ausland schon Autobahn gefahren ist, weiß, wie entspannt Tempo 130 ist.Auch ich mit 400 Nm und 190 Volvo-PS.


Frank Mulfinger

17.10.2019 - 22:43 Uhr

Warum ist das Auto auf einmal das ultimative Feindbild im Kampf gegen CO2? Warum wird nicht der ganze Internethandel mit seinem Lieferverkehr für Zustellung und Rückführung auf seinen Beitrag zum CO2 Ausstoß beleuchtet und in Frage gestellt? Oder Früchte aus z. B.Neuseeland im Laden die günstiger sind als heimische Produkte . Oder der Ausbau zum 5G Netz mit einem enormen Energiebedarf. Das Einsparpotenzial ist vermutlich immens. Aber das möchte vermutlich niemand hören oder sich darüber Gedanken machen. Es ist fast wie bei dem Märchen vom Kaiser und seinen neuen Kleidern.


Thor

18.10.2019 - 06:47 Uhr

Derzeit ist die BRD das einzige Land in Europa, was ohne Geschwindigkeitsbegrenzung ist. Und das ist auch gut so , sollte lieber das RECHTSFAHRGEBOT besser überwacht werden


Timo Schultz

18.10.2019 - 07:33 Uhr

3 Kommentare und 3 pro Tempolimit. Im Autohaus Forum. Hier wird wohl auch in den Diesel Abgesang mit eingestimmt? Nun ja, sicherlich gibt es Gründe für ein Tempolimit. Und welche dagegen "Jeder Verkehrstote weniger ist bereits ausreichend" sehe ich nicht so. Das wäre ein Blankscheck-Argument. Es ist leider wie so oft in Deutschland. Themen werden oberflächlich zugekleistert mit einer vermeintlichen Lösung...Dabei ist es schlicht unlogisch auf freier ausgebauter Autobahn mit 3 Spuren zu gegebenen Zeiten und entsprechenden Verkehrssituationen nicht schneller als 130 zu fahren. Gibt es eine neutrale Statistik, die Verkehrstote auf der Autobahn mit der gefahrenen Geschwindigkeit der Unfallteilnehmer verbindet? Es gibt bereits ausreichend Gesetze und Regeln, die die Verkehrssicherheit ausreichend machen. Es sind banale Sachen wie angepasste Geschwindigkeit, gegenseitige Rücksichtnahme in der Stvo, Rechtsfahrgebot, Blinken beim Spurwechsel, kein Handy am Steuer, usw.....wenn sich alle daran halten funktioniert es auch so. Ist halt schwerer, das alles zu gewährleisten. Deshalb kleistern wir einfach alles mit einem 130er Tempolimit zu.


Umweltnutzer

18.10.2019 - 07:49 Uhr

Hallo in die Runde,leider kann ich den Ausführungen von Herrn Rüdel nicht zustimmen. Ich würde mir wünschen, dass all jene die das Tempolimit aus Gründen des Umweltschutzes einführen wollen, doch bitte erst einmal den Populismus bei Seite schieben und sich zuvor informieren (anerkannte Studien gibt es zu diesem Thema zur genüge).Sogar mein Parteikollege Herr Hofreiter hat dazu gelernt und argumentiert bei Tempolimit nicht mehr mit dem Klimaschutz, sondern mit der Unfallvermeidung!Jeder der ein allgemeines Tempolimit auf unseren Autobahnen fordert und dies mit dem Co2-Ausstoß argumentiert, hat in der Schulzeit entweder nicht richtig aufgepasst oder sich noch nie Gedanken gemacht, wer denn eigentlich die Top 5 Co2-Produzenten in unserem Land sind. Ein generelles Tempolimit würde den Co2-Ausstoß um 0,3% reduzieren. 0,3%! Davon abgesehen haben wir in unserem Land seit vielen Jahren viel intelligentere Lösungen den Verkehrsfluss auf unseren Autobahnen zu steuern. Dafür gibt es Schilderbrücken, die das Tempolimit der jeweiligen Verkehrsdichte anpassen (siehe BAB 9)! Wer jetzt noch ein generelles Tempolimit fordert ist aus meiner Sicht, mit der heutigen Verkehrssituation überfordert und sollte lieber seine Fahrerlaubnis abgeben, was übrigens auch einen positiven Effekt auf den Co2-Ausstoß hätte. Die 70er sind längst vorbei, deshalb ein klares "Nein!" zum generellen Tempolimit auf unseren Autobahnen.


Dieter M. Hölzel

18.10.2019 - 08:30 Uhr

Wer die Zusammenhänge von Geschwindigkeitsbegrenzungen wirtschaftlich kennt, der ist gegen diese Begrenzungen. Vor lauter Co2 werden einige hundert Tausend Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, dies bei einem Anteil von 1.9% weltweit. Wer die wahren Umwelt Sünder sind ist hinlänglich bekannt, an dem oft zitierten " deutschen Wesen " wird die Welt nicht genesen. Die Amis mit ihren wirklichen " Dreckschleudern " oder in Asien, voran China, scheren sich einen Dreck darum, aber die GRÜNEN Ideologen werden bald erleben, wenn ihnen die Wähler scharenweise den Rücken kehren, Menschen die das Geld nicht haben um diese Ideologie zu finanzieren.


TECU

18.10.2019 - 08:57 Uhr

Umwelt? Wieviel Fahrzeuge fahren denn mehr als 130 - ich denke, da gibt es wesentlich effektivere Maßnahmen zur Schadstoffreduktion. Das angenehme ist ja, jeder entscheidet selbst, wie schnell er fährt. Sicherheit - unsere Autobahnen sind die sichersten Straßen - kleiner Vorschlag: Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Skipisten machen auch sichere; oder noch besser keine Skipisten mehr, das schont die Umwelt viel mehr. Nein! bloß nicht den Vorschlag umsetzen, die Skisaison beginnt bald und ich möchte gern meinen Spaß auch hier haben. Jeder hat es selbst in der Hand. Mein ökologischer Abdruck ist weit unter dem Durchschnitt, ich möchte entscheiden, wie er sich zusammensetzt - und ja, ich wäre dafür, den individuellen Abdruck als Maßstab zu nehmen. Nur hören wir auf, die Gesellschaft zu spalten, indem wir uns immer einzelne Gruppen herausnehmen und Verbote erteilen.


Uwe

18.10.2019 - 09:21 Uhr

Richtige Entscheidung in Berlin!Warum nur muss in diesem Land immer alles mit Verboten geregelt werden?Warum nur wird in diesem Fall immer wieder die Einzigartigkeit unserer Temporegel als Argument angeführt? Es beschwert sich ja auch keiner, daß wir als einziges europäisches Land Atomkraftwerke abschaffen werden. Es beschwert sich auch keiner ,daß Deutschland immer noch unangefochtener Anführer der europäischen Automobilbranche ist. Technologischer Vorsprung kommt nicht von ungefähr.Die ebenfalls angeführte Umweltgründe sind doch auch lediglich grüne Feigenblätter für die Befürworter. Wenn man wirklich was zur Reduzierung der Emissionen des Autobahnverkehrs tun möchte, muss die unzähligen Engpässe und Stauursachen beseitigen. Alltäglich erzeugen Hundertausende Autofahrer im Stau unfreiwillig Abgase - dagegen sind die wenigen Emissionen aus "schneller" gefahrenen Abschnitt statistisch kaum zu erfassen. Betrachtet man die Zahlen etwas genauer - relativiert sich auch das Totschlargument der Sicherheit. Von den 3275 Verkehrstoten in 2018 kamen 423 auf deutschen Autobahnen ums Leben. Davon leider eine Mehrzahl bei Auffahrunfällen an denen LKW beteiligt waren. Die geringe Zahl der "Hochgeschwindigkeitstoten" wird statistisch nicht näher angegeben.


Angelika Hutter-Sobeck

18.10.2019 - 13:45 Uhr

Endlich mal eine gute Nachricht!Kleiner Tipp für alle die es nicht begreifen. Links überholen, rechts fahren. Sollte doch auch ein Grünen-Politker verstehen.Unfälle passieren weil es viele Idioten gibt, die generell links fahren!


Overborst

18.10.2019 - 17:22 Uhr

Was für eine hitzige Debatte. Als Pendler, mittlerweile in den Niederlanden, sehe ich keine besonderen Vorteil eines generellen Tempolimits. Ich würde mir für Verkehrshotspots, wie z.B. Hamburg, ein zetilichen Tempolimit jedoch wünschen. Morgens von 6 bis 9 und Nachmittags von 16 bis 19 Uhr strickt 80 km/h auf der Autobahn in und um Hamburg (ca. 5 km in jede Richtung, mit zeitabhängigen Blitzern) und davor und danach ist die Rush Hour durch und es kann schneller gefahren werden. Alles in der Hoffnung, dass die Drängler aufhören zu drängeln under der Verkehr fließt. Eine Auto verbraucht noch immer am meisten im Stop and Go Verkehr, daher sollten die Städte zunehmend Autofreier werden(besserere ÖPNV Anbindung, besonders für Pendler, linke Spur nur für mehr als eine Person im Fahrzeug). Als nächsten Schritt vielleicht mal weg von der unsinnigen CO2 Kfz-Steuer, die vorne und hinten nicht passt und hin zur Gewichtsbesteuerung. Dann löst sich der SUV-Wahn von ganz alleine.


TLicht

18.10.2019 - 17:28 Uhr

@Renato: ihr Vorschlag ist nicht so abwegig, insbesondere heutige Fahrzeuge haben bei Tempo 140 - 160 km/h einen ähnlich niedrigen Schadstoff Ausstoß wie mit T 130. Auch was das Unfallrisiko angeht sind Fahrzeuge der Neuzeit wesentlich besser gerüstet, als vor 20 Jahren oder länger. Ich könnte mir gut vorstellen, das viele Autofahrer oder/und auch Wähler mit so einer Lösung eher Frieden finden könnte.


Beobachter

18.10.2019 - 20:57 Uhr

Sehr geehrte Frau Angelika Hutter-Sobeck, zu welcher der von Ihnen genannten Personengruppen würden Sie sich nach Ihren Ausführungen denn nun selbst zählen?Merken Sie selbst, oder...?


Rudi

22.10.2019 - 17:10 Uhr

Ich fahre gern mal schnell, wenn es der Verkehr zulässt, könnte aber mit einem generellen Tempolimit leben. Was ich jedoch aus eigener Beobachtung sagen kann: Wenn ich mich selbst mit Geschwindigkeiten um die 130 auf der Autobahn bewege, habe ich die selben Probleme mit anderen Verkehrsteilnehmern wie bei Geschwindigkeiten jenseits der 200: Spurwechsel ohne Blinken und ohne Schulterblick und Mittelspurschleicher. Nur sehr selten habe ich dagegen gefährliche Situationen durch deutlich schneller fahrende Fahrzeuge - und wenn, dann in Bereichen mit Geschwindigkeitsbegrenzung! Mein Eindruck ist, dass schnelle Fahrer umsichtiger und vorausschauender unterwegs sind. Und dann sei noch erwähnt, dass die Unfallursache selten das hohe Tempo an sich ist, sondern die nicht angepasste Geschwindigkeit. Und das ist je nach Situation eine andere. So kann auch 80 nicht angepasst sein, genauso wie 180 auf freier Strecke sonntags vormittags als angepasst durchgehen kann. Und dann sei noch erwähnt, dass man zwischen Rasern und Schnellfahrern unterscheiden muss: Ein Raser wird sich auch durch ein Tempolimit nicht von hohen Geschwindigkeiten abhalten lassen.Mein Kompromissvorschlag an den Bundestag wäre: Situationsbedingte Geschwindigkeitsregelungen (je nach Verkehrslage, Witterungssituation etc) und ohne Tempolimit nur auf dreispurigen Autobahnen oder zwischen 22 und 5 Uhr. Damit hätte man einen Großteil des täglichen Verkehrs "gebändigt" und würde dem Deutschen sein "Freie Fahrt für freie Bürger" nicht nehmen.


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