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Hessen: Pilotprojekt zum "sprechenden Auto"

15.07.2013 09:00 Uhr
Hessen: Pilotprojekt zum "sprechenden Auto"
Über das Internet sollen fahrende Autos künftig mit den Verkehrszentralen "sprechen" können.
© Foto: Continental

Verkehrswarnungen aus dem Radio? Das haben "sprechende" Autos vielleicht gar nicht mehr nötig. Sie könnten sich gegenseitig warnen - vor Hindernissen, Staus oder Baustellen.

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Am Straßenrand ein rotes Dreieck mit einem stilisierten Bauarbeiter in Aktion, darunter der Hinweis "2 km". Jetzt weiß man, dass bald auf Tempo 100, dann auf 80 gedrosselt wird und eine Baustelle kommt. Dieser Hinweis könnte künftig auch direkt ins Auto auf einen Bildschirm gesendet und ständig aktualisiert werden. Der Autofahrer könnte so auch erfahren, wie lange es dauert, bis er am anderen Ende der Baustelle angekommen ist. Und er könnte es anderen Autofahrern weitergeben.

Über das Internet sollen fahrende Autos künftig mit den Verkehrszentralen und untereinander "sprechen" können. Sie sollen Informationen über Staus oder Gefahren direkt an die Zentralen melden, damit nachfolgende Autos schneller gewarnt werden oder das Tempo gedrosselt werden kann. "Wir stehen am Vorabend eines Quantensprungs", sagte Josef Kunz vom Bundesverkehrsministerium am Freitag in Frankfurt.

Nur ein zusätzlicher Chip für eine WLAN-Verbindung sei für die neue "C2X"-Kommunikation (Car to X - vom Auto zu einem anderem Auto oder zur Verkehrszentrale) nötig. Die Autohersteller wollen solche Chips nach Angaben der hessischen Verkehrszentrale Hessen Mobil von 2015 an in die Wagen einbauen. Die Kosten, so die Experten, dürften nicht allzu sehr ins Gewicht fallen. Zu erkennen und zu verfolgen seien die mit der Technik ausgerüsteten Autos nicht - sie verfügten über eine sich ständig neu verschlüsselnde Identifikation.

"Ob die Autofahrer mitspielen, ist fraglich"

ADAC-Experte Helmut Schmaler sieht noch einen weiten Weg, bis genügend Fahrzeuge unterwegs sind, damit ein "Gespräch" zustande kommt. "Ob die Autofahrer mitspielen, ist fraglich", sagte Schmaler. Vorerst werde die Technik wohl nur in die Autos der oberen Preisklasse eingebaut, Nachrüstlösungen seien noch nicht gefunden. Immerhin könne die Kommunikation zwischen einzelnen Autos sinnvoll sein - etwa, wenn eine starke Bremsung automatisch die Umgebung vor einer möglichen Gefahr warnt.

Zuerst soll die neue Technik in den Baustellen Einzug halten. Auf Hessens längster Baustelle, dem elf Kilometer langen Abschnitt der A5 nördlich von Frankfurt, wird die neue Kommunikation derzeit erprobt. Die Pilotbaustelle soll Erfahrungen für die Anwendung liefern. In der hessischen Baustelle wird die Geschwindigkeit außerdem dynamisch gesteuert - je nach Verkehrsaufkommen. Zudem erhalten die Autofahrer auf elektronischen Schilderbrücken Informationen über das Ende der Bauarbeiten und die Dauer der Fahrt etwa bis zum nächsten Autobahnkreuz. Das ist zwar an vielen Stellen schon üblich, aber nun zum ersten Mal auch auf einer Baustelle. Die Unfallzahlen liegen nach Angaben von Hessen Mobil deutlich niedriger als in anderen Baustellen. (dpa)

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