Benzinpreis steigt wieder schneller als bei EU-Nachbarn: Merz sieht keine schnelle Entlastung

09.04.2026 16:01 Uhr | Lesezeit: 2 min
Friedrich Merz
Benzinpreise weiterhin auf hohem Niveau.
© Foto: ZDK

Der Effekt überlappt sich mit den ersten Tagen der 12-Uhr-Regel. Bundeskanzler Merz dämpft die Erwartungen sinkender Spritpreise.

In Deutschland sind die Benzinpreise zuletzt wieder ein gutes Stück schneller gestiegen als in den benachbarten EU-Ländern. Während sich Superbenzin hierzulande vom 30. März bis zum 6. April um rund 11 Cent verteuerte, legte es in den Nachbarländern meist nur um einige Cent zu. 

Der von den Zahlen abgedeckte Zeitraum - die EU-Kommission veröffentlicht in der Regel nur Montagswerte - überlappt sich zum großen Teil mit der neu eingeführten 12-Uhr-Regel der Bundesregierung, nach der die Tankstellen nur noch einmal pro Tag die Preise erhöhen dürfen, während Senkungen beliebig möglich sind.

Merz: Keine kurzfristige Entscheidung

Bundeskanzler Friedrich Merz stellte Bürgern und Unternehmen keine schnellen Entlastungen wegen der hohen Spritpreise in Aussicht. Die Bundesregierung sei "in engstem Dialog", man solle aber nicht mit kurzfristigen Entscheidungen rechnen, sagte der CDU-Chef. Sollten die Preise entgegen der aktuellen Entspannungssignale weiter und dauerhaft deutlich steigen, werde die Regierung aber handeln. "Wir werden dann mit gezielten Entlastungen reagieren", versprach Merz. Über mögliche Maßnahmen gebe es in der Bundesregierung noch keine Einigkeit.

Zum ersten Mal seit fast zwei Wochen sind allerdings sowohl Superbenzin der Sorte E10 als auch Diesel deutlich billiger geworden. Der Preis für einen Liter E10 lag nach Daten des ADAC im bundesweiten Tagesdurchschnitts des Mittwochs bei 2,155 Euro. Das waren 3,3 Cent weniger als am Vortag. Bei Diesel ging es um 2,8 Cent auf 2,419 Euro nach unten - das war der erste Rückgang nach zwölf Anstiegen in Folge.

Spritpreis: Kritiker der 12-Uhr-Regel hatten Effekt befürchtet

Kritiker des 12-Uhr-Konzepts, das sich am Vorbild Österreich orientiert, hatten bereits im Vorfeld Bedenken geäußert, dass es die Preise erhöhen statt senken könnte. Die Argumentation dahinter war, dass die Tankstellen beziehungsweise Mineralölkonzerne die Preise mittags "auf Vorrat" und damit besonders stark erhöhen würden, wenn das später nicht mehr möglich sei. Tatsächlich hat der ADAC gerade in den ersten Tagen teilweise Sprünge von mehr als 10 Cent im bundesweiten Durchschnitt festgestellt.

Ob der stärkere Anstieg in Deutschland tatsächlich mit der 12-Uhr-Regel zusammenhängt, ist allerdings noch unklar. Ebenso, ob er anhält. Auch zu Beginn des Krieges hatten die Daten der EU-Kommission in Deutschland zunächst einen besonders starken Anstieg gezeigt, der sich in den folgenden Wochen allerdings normalisierte. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums hatte am Mittwoch, eine Woche nach Einführung der 12-Uhr-Regel gesagt, es sei noch zu früh, ein substanzielles Fazit zu ihr zu ziehen.

Keine Auffälligkeiten bei Dieselpreis

Zudem zeigt sich der aktuelle Effekt nur bei Benzin. Der Dieselpreis ist im Beobachtungszeitraum zwar ebenfalls deutlich gestiegen, hier sticht Deutschland aber nicht aus der Gruppe der anderen Länder hervor, sofern man solche mit neu eingeführten Maßnahmen gegen die Spritpreise wie Polen und Österreich außen vor lässt.

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KOMMENTARE

Rudi S.

09.04.2026 - 17:11 Uhr

Hr. Merz sieht nie eine schnelle Entlastung. Er braucht das Geld,um es ins Ausland zu verschieben und Granaten zu kaufen. Nur Steuererhöhungen und sonstige Belastungen gehen schnell.


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