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Neue Studie: Nach Corona kein Umdenken bei der Mobilität?

Hat Covid-19 das Mobilitätsverhalten der Deutschen nachhaltig verändert? Forscher sind skeptisch.
© Foto: Marcel Kusch / dpa / picture alliance

Weniger Autos auf den Straßen, kaum Flugzeuge in der Luft – für die Natur bedeuteten Corona-Beschränkungen ohnehin Erholung, aber auch die Menschen fanden Homeoffice und Urlaub im eigenen Land plötzlich gut. Von Dauer ist das nicht unbedingt, legt nun eine Studie nahe.


Datum:
30.07.2021
Autor:
dpa
Lesezeit: 
3 min
1 Kommentare

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Die Corona-Pandemie hat die Mobilität der Deutschen vorübergehend zwar stark verändert, zu einem echten Umdenken wird dies einer Studie zufolge aber nicht führen. "Die Ergebnisse legen nahe, dass die große Mobilitätsrevolution ausgeblieben ist", schreibt das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI (Karlsruhe) mit Blick auf eine repräsentative Umfrage. Dafür waren im August 2020 sowie im April 2021 Bewohner deutscher Großstädte dazu befragt worden, wie sie nach der Pandemie ihr Verhalten etwa in Bezug auf Reisen und Wege zur Arbeit ändern wollen.

Rund 70 Prozent gaben dabei im vergangenen Jahr an, nach der Pandemie bei Arbeitswegen und Dienstreisen zu den gleichen Fortbewegungsmustern zurückkehren zu wollen, die sie schon vor der Pandemie bevorzugten. Dieser Anteil blieb im Wesentlichen auch im April des laufenden Jahres konstant.

Der überwiegende Teil der Befragten sei somit von vorneherein nicht dazu bereit gewesen, sich nach der Pandemie anders aufzustellen, als davor, erläuterte Projektleiter Johannes Schuler. "Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier." Allerdings wollten die Menschen in den Befragungen beider Jahre Geschäftsreisen im Schnitt leicht reduzieren, ebenso auch die Wege zur Arbeit.

Ging es um Urlaub beziehungsweise freizeitbezogenen Wege, drehte sich der Trend von 2020 zu 2021 um: Zunächst hatten die Befragten mit Blick auf Urlaube im Schnitt noch gesagt, ihre Mobilität künftig einschränken – also weniger reisen oder zumindest weniger fliegen – zu wollen. Im Jahr darauf hingegen antworteten die Menschen im Schnitt auf die gleiche Frage, dass sie beim Verreisen künftig sogar noch mobiler sein wollten als vor der Pandemie. 

"Kein gutes Zeichen für die Mobilitätswende"

"Von einer Reduzierung der Mobilität ist im April 2021 wenig übrig geblieben", so der Forscher weiter. "Wenn schon jetzt während der Pandemie so viele Menschen angeben, zu alten Mustern zurückkehren zu wollen, ist das kein gutes Zeichen für die Mobilitätswende." Immerhin wollten bei der Befragung 2021 im Schnitt noch 18 Prozent der Teilnehmer mehr zu Fuß oder mit den Rad unterwegs sein als vor der Pandemie.

Für die Studie waren in Großstädten lebende Menschen während der Corona-Pandemie gefragt worden, ob sie für die Zeit nach Corona einen Rückgang ihrer freizeitbezogenen und arbeitsbezogenen Mobilität im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie erwarten. Dafür wurden die Daten aus zwei Erhebungen zusammengeführt: Im ersten Durchgang 2020 hatten die Forscher um Schuler 1.675 Menschen in deutschen Großstädten dazu konsultiert. Im April des darauffolgenden Jahres wurden aus einer repräsentativen landesweiten Befragung, für die 1.000 Menschen mit den gleichen Fragen interviewt worden waren, die Antworten von 358 Großstadtbewohnern einbezogen.

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KOMMENTARE


Torsten

31.07.2021 - 09:59 Uhr

Diese Ergebnisse finde ich nicht verwunderlich. Menschen neigen dazu, Verhaltensweisen, die durch Restriktionen während einer Krisensituation (Pandemie, Krieg...) adaptiert wurden, nicht beizubehalten, weil sie mit "Unfreiheit" verbunden sind. Wenn ich allerdings entdecke, dass es mir mit dem aufgezwungenen Verhalten besser geht (z.B. weil ich weniger vom Verkehr gestresst bin), besteht die Chance, dass ich es beibehalte. Es geht also nicht nur ums Umdenken, sondern auch ums Umfühlen. Ich wünsche mir, dass möglichst viele auch aus Verantwortung für die jungen Generationen und im Hinblick auf den Klimawandel ihr Verhalten reflektieren und das Positive in einer Veränderung für sich entdecken.


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