Ölpreis gibt weiter nach: Trumps Äußerung zu Kriegsende wirkt vorerst

10.03.2026 09:38 Uhr | Lesezeit: 3 min
Donald Trump auf der Wahlparty 2024
Marktbeobachter sehen in den Äußerungen von Trump eine neue Bereitschaft des Weißen Hauses, öffentlich zu signalisieren, dass Schritte zur Beendigung des Kriegs möglich seien.
© Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Evan Vucci

Der Iran-Krieg so gut wie beendet? Nach diesen Worten Trumps sinken die Ölpreise deutlich. Auch an den US-Börsen dreht sich der Wind. Auslöser war ein Interview des US-Präsidenten Donald Trump.

Leise Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges hat am Montagabend den Ölpreis überraschend abrutschen lassen. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent fiel auf 89,20 US-Dollar pro Fass (159 Liter) - gut 30 Dollar weniger als noch in der Nacht zu Montag. Auslöser war ein Interview des US-Präsidenten Donald Trump. Der US-Sender CBS News zitierte ihn mit den Worten: "Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet."

An den US-Börsen drehte sich daraufhin die Stimmung. Der Leitindex Dow Jones Industrial legte am Ende um 0,50 Prozent auf 47.740,80 Punkte zu. Im frühen Handel war das Börsenbarometer noch auf den tiefsten Stand seit Ende November abgesackt. Am Dienstagmorgen wurde Rohöl der Sorte Brent mit Lieferung im Mai bei 93,14 Dollar je Barrel gehandelt und damit knapp sechs Prozent unter dem Niveau vom Vortag.

Trump: Straße von Hormus übernehmen

Trump sagte laut CBS über den Iran: "Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe." Der Krieg verlaufe "weit vor dem Zeitplan". Mit Blick auf die Straße von Hormus - einem derzeit durch den Iran weitgehend blockierten Nadelöhr im weltweiten Öl- und Gashandel - habe Trump gesagt, er erwäge, diese zu übernehmen.

Der Transport von Energierohstoffen aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Straße von Hormus ist durch den Krieg faktisch zum Erliegen gekommen. Die Energiemärkte sind durch den Krieg im Nahen Osten stark beeinträchtigt. An den deutschen Tankstellen stiegen die Spritpreise zeitweise auf mehr als zwei Euro je Liter. 

Rohöl jetzt günstiger als am Freitag 

Furcht vor Ölknappheit hatte den Preis für die Referenzsorte des Großteils der weltweit gehandelten Ölsorten noch in der Nacht zu Montag auf mehr als 120 Dollar nach oben getrieben, den höchsten Stand seit dem Sommer 2022. Nun ist Rohöl sogar etwas günstiger zu haben als am Freitag, jedoch weiterhin teurer als vor dem Krieg. Vor dem Angriff Israels und der USA auf den Iran war Brent für etwas mehr als 70 Euro pro Fass zu haben. 

Der Krieg hat mit seinen Folgen für den Ölpreis Sorgen vor Rückschlägen beim Wirtschaftswachstum geschürt. Für Entspannung sorgte am Montag ein Bericht, wonach die G7-Gruppe der führenden westlichen Industriestaaten erwägen, ihre nationalen Erdölreserven einzusetzen, um den Preisanstieg am Ölmarkt zu bremsen. Eine Entscheidung darüber fiel nach Angaben des französischen Finanzministers Roland Lescure noch nicht. 

Strategische Ölreserven im Blickpunkt

Ihre strategischen Ölreserven geben Volkswirtschaften jeweils in Krisensituationen frei, um den Ölmarkt zu stabilisieren oder auf Versorgungsengpässe zu reagieren. Zu diesem Mittel wird selten gegriffen. In Deutschland wurden bisher viermal strategische Ölreserven freigegeben - jeweils auf Grundlage gemeinsamer Beschlüsse der Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur.

Derweil wirft Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) den Mineralölkonzernen Preistreiberei an den Tankstellen vor und will ein schnelles Handeln der Bundesregierung. Die Spritpreise legten am Montag erneut deutlich zu. Mit dem Gaspreis ging es ebenso weiter steil nach oben.


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