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Auch in Corona-Zeiten: Heute Blut spenden für Unfallopfer!

14.06.2021 04:56 Uhr | Lesezeit: 3 min
Täglich werden deutschlandweit tausende von Blutspenden für die Notfallmedizin und die Unfallchirurgie benötigt. Am heutigen Weltblutspendetag soll u.a. ein Vorrat für Verschärfungen aufgebaut werden, die sich nach der Urlaubs-Rückreisewelle durch eine möglicherweise neuerliche Verbreitung des Coronavirus und bisher noch unbekannter Mutanten ergeben könnten.

Am heutigen Montag, dem 14. Juni, ist offizieller Weltblutspendetag. Trotz aktuell "stabiler Versorgungslage" insbesondere für Verkehrsunfallopfer könne sich die Situation bei weiterer Verbreitung des Coronavirus aber "in kürzester Zeit drastisch verschärfen", warnt die ARAG. Sie mahnt deshalb aktiv zu Blutspenden "auf Vorrat".

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"Auch in der Corona-Pandemie ist Blutspenden erlaubt. Und gerade jetzt dringend nötig, weil viele Menschen durch das Virus verunsichert sind und eben nicht spenden", sagt die ARAG. Zwar verzeichnen Blutspende-Einrichtungen laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Deutschland jährlich etwa eine halbe Million Neuspenden. Dennoch sei es wichtig, auch in Krisenzeiten zu spenden. Der heutige Weltblutspendetag sei dafür ein idealer Anlass.

Blutspenden in Corona-Zeiten

Laut PEI, dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, gibt es zurzeit zwar eine ausreichende Zahl von Blutspendern und die Versorgungslage mit Blutpräparaten sei insofern derzeit stabil. Doch durch eine weitere Verbreitung vor allem des Coronavirus "könnte sich die Situation in kürzester Zeit drastisch verschärfen". Blutspendetermine in der eigenen Region können Spendewillige ganz einfach online oder über die kostenlose Spender-Hotline 0800 – 11 949 11 reservieren.

Tägliche tausende von Blutspenden nötig

Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Baden-Württemberg und Hessen müssen an jedem Werktag mindestens 15.000 Blutspenden gewonnen werden, um die Versorgung schwerkranker Patienten in den Kliniken lückenlos zu gewährleisten. Und zwar unabhängig vom Coronavirus. Das DRK West benötigt allein im Versorgungsgebiet Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland täglich rund 3.500 Blutspenden, um die Versorgung der Patienten sicherzustellen, die unabhängig von Covid-19 auf Blutspenden angewiesen sind. Wer also gesund und fit sei, könne helfen, mit einer Blutspende Leben zu retten.

Wer darf wie oft Blut spenden?

Wer in den letzten vier Wochen Kontakt zu einem SARS-CoV-2-Erkrankten hatte, ist nach Auskunft der ARAG-Experten von der Blutspende ausgeschlossen. Auch gerade von einer Coronavirus-Infektion genesene Patienten dürfen nicht spenden. Zwischen der Genesung und der geplanten Blutspende muss ein Zeitraum von mindestens vier Wochen liegen.

Ansonsten darf in Deutschland grundsätzlich jeder Blut spenden, der 18 Jahre alt und gesund ist. Eine Obergrenze gibt es seit 2009 für Wiederholungsspender nicht mehr; diese lag seinerzeit bei 75 Jahren. Erstspender dürfen laut der "Richtlinie Hämotherapie" der Bundesärztekammer (BÄK) höchstens 60 Jahre alt sein. Gibt der Arzt vorher sein Placet, dürfen auch ältere Menschen Blut spenden. Zudem müssen willige Blutspender mindestens 50 Kilogramm schwer sein. Die Richtlinie schreibt auch vor, dass eine erneute Blutspende in der Regel erst nach zwölf Wochen, frühestens aber nach acht Wochen möglich ist. Außerdem werden Obergrenzen für die innerhalb eines Jahres gespendete Blutmenge festgelegt, die bei Frauen niedriger sind als bei Männern.

Ein Drittel der Bevölkerung kann Blut spenden

In Deutschland sind etwa 33 Prozent der Bevölkerung theoretisch dazu in der Lage, Blut zu spenden. Tatsächlich tun es aber nur etwa drei Prozent. Das ist auf Dauer zu wenig, um die Gesamtbevölkerung mit Blutprodukten zu versorgen. Schließlich sind viele Menschen einmal in ihrem Leben auf Spenderblut oder Blutprodukte angewiesen. Etwa sechs Prozent der Bevölkerung sind laut dem Deutschen Roten Kreuz als Dauerspender notwendig, um die Versorgung langfristig zu sichern. 90 Prozent aller Blutkonserven werden in der Notfallmedizin und der Unfallchirurgie verbraucht. Diese Eingriffe könne man weder planen noch verschieben – deshalb müssten hier "jederzeit ausreichend Reserven vorhanden" sein.

Blutspende – tabu mit Tattoo?

Fußballstar Christiano Ronaldo lässt sich im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen nach eigener Auskunft nicht tätowieren, weil er überzeugter Blutspender ist. Dass ihm das Spenden von Blut verwehrt würde, wenn er ein Tattoo bekommt, ist aber eine Fehleinschätzung. Nach Tätowierungen muss laut der ARAG lediglich eine Wartezeit von vier Monaten eingehalten werden, ehe man zur Blutspende zugelassen wird. Dieselbe Frist gilt auch für Ohrlöcher, Piercings oder Brandings. Der Grund dafür ist, dass eine eventuelle Infektion mit Hepatitis oder HIV während einer Tattoo- oder Piercing-Sitzung erst nach einer gewissen Zeit im Blut nachgewiesen werden kann. Da die Übertragung durch infektiöse Blutprodukte mit allen Mitteln vermieden werden muss, ist diese Sperrfrist zum Schutz der Blutempfänger notwendig.

Dürfen Homosexuelle Blut spenden?

Wegen der Gefahr, Blutkonserven mit HIV zu infizieren, durften homosexuelle Männer bis vor wenigen Jahren kein Blut spenden. Die BÄK präsentierte 2016 aber eine neue Richtlinie, die es Homosexuellen erlaubt, Blut zu spenden. Männer, die gleichgeschlechtlichen Sex haben, müssen demnach zwölf Monate enthaltsam sein, bevor sie Blut spenden dürfen.

Blutspender sind gesetzlich unfallversichert

Um die Blutspender zu schützen und ihr Engagement zu honorieren, stehen sie unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Der Schutz des Spenders und die Sicherheit des Empfängers stehen für Blutspendedienste an erster Stelle.

Um Ansteckungen auszuschließen, wird zudem bei jedem Spendevorgang steriles Einwegmaterial verwendet. Das Risiko einer Infektion ist also verschwindend gering. Sollte dennoch etwas passieren, sei es durch eine Infektion oder durch einen Sturz aufgrund von Kreislaufproblemen, sind Blutspender gesetzlich unfallversichert. Sogar der direkte Weg zur Spende und wieder nach Hause ist versichert.

Wichtig ist, dass Betroffene den Blutspendedienst über den Unfall informieren, der diese Meldung wiederum an die gesetzliche Unfallversicherung weitergibt. Die Versicherung kommt dann für alle Behandlungskosten auf, die mit dem konkreten Unfall in Zusammenhang stehen. Werden Reha-Maßnahmen nötig, sind auch diese abgesichert. Zudem hat der Blutspender während der Dauer der medizinischen Reha sogar Anspruch auf Verletztengeld, wenn er durch den Unfall arbeitsunfähig ist.

Gut erholt Blut spenden

Nach dem Urlaub zur Blutspende zu gehen, sei empfehlenswert, da man ausgeruht und erholt sei. Insofern falle der Verlust an ein paar hundert Millilitern Lebenssaft nicht so ins Gewicht. Vorsicht sei aber geboten, wenn "nach Corona" Reiseziele ausgesucht werden, in denen (noch) ein gewisses Risiko für eine Virusinfektion besteht. Daher werden Spender, die sich in einem dieser Länder aufgehalten haben, für eine gewisse Zeit vom Blutspenden zurückgestellt. (fi)

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