Dass die Farbe Weiß seit 2006 stark im Kommen ist und auch im Trend der nächsten Jahre liegen wird, hatten wir an dieser Stelle bereits frühzeitig berichtet. Unklar ist derzeit noch, inwieweit Weiß die Spitzenwerte der abnehmenden "Silber-Epoche" wird erreichen können. Interessant hingegen für die augenblickliche "Auto-Farbwelt" auf deutschen Straßen ist der insgesamt feststellbare "Mut zur Farbe", den Fahrzeughalter beweisen. Aus den jetzt veröffentlichten Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) für das Jahr 2006 ergibt sich nicht nur ein signifikanter "Beliebtheitsverlust" beim jahrelangen Spitzenreiter (minus 3,4 Prozent), sondern auch eine erkennbare Zunahme bei Fahrzeugen mit orange-farbenen, roten, blauen, violetten und sogar braunen Lackierungen. Damit nimmt der Anteil der Bunttöne heute bereits wieder rund ein Drittel aller Neuzulassungen ein. Vor allem das auffällige Orange hat aufgrund der Kooperation von BASF und Ford, bei dem der Farbton "Electric Orange" kreiert wurde, einen sprunghaften Anstieg um 285 Prozent vollzogen. 1970er Jahre-Renaissance und Premium-Konservatismus Mit Blick auf solche Steigerungsraten und der im Straßenverkehr auch optisch aus der Masse "herausragenden" Signalfarben fühlt man sich mitunter erinnert an die 1970er Jahre, als Volkswagen, Opel, Ford und andere Hersteller rote, orangefarbene oder gelbe bzw. gelb-schwarze Farben auf Karosserien von stärker motorisierten Editionen verschiedener Volumenmodelle applizierten. Auch Sportwagenhersteller wie Porsche und andere mischten da kräftig mit und bestimmten mit auffälligen Wagenfarben ganz erheblich den bunten und durchaus auch erfrischenden Zeitgeist der damaligen Zeit erheblich mit. Eine gewisse Rückkehr in die "hohe Zeit" der farbigen Welt auf deutschen Straßen kommt indes auch in einer Aussage von Michaela Finkenzeller, Designerin bei BASF Coatings, zum Ausdruck. Gegenüber AUTOHAUS-Schaden§manager sagte sie diese Woche: "Gerade im Segment der Sportmodelle, Mini- und Kleinwagen lockert der steigende Individualitätsanspruch ganz aktuell die gewohnte grau-schwarze Farbkulissen mit bunten Autos auf." Im Premiumbereich hingegen bleibe alles beim Alten: Silbergrau (43 Prozent) und Schwarz (28 Prozent) werden weiter dominant bleiben. Besser stünden die Chancen allerdings für edle, individuelle Weißtöne, die zu erkennbaren "Veränderungen im Premiumbereich" beitragen. (tl/wkp)
Autofarben: Orange im Mega-Trend
KBA verzeichnet sprunghaften Anstieg um 285 Prozent