Copart Deutschland: Ein Abend mit Lucie und zwei Oli‘s

22.04.2026 20:13 Uhr | Lesezeit: 11 min
Copart lud erneut zu einer unterhaltsamen Vorabend-Veranstaltung ins "Lutter & Wegner" in Leipzig, wo die Gäste vom Ex-Bayern- und Nationalmannschafts-Torwart Oliver Kahn ("Titan") und Allianz-Schadenvorständin Lucie Bakker bestens unterhalten wurden.
© Foto: Walter K. Pfauntsch

2016 ist die Copart Deutschland GmbH offiziell im Markt gestartet. Das Unternehmen ist Tochtergesellschaft des 1982 in Kalifornien gegründeten Weltmarktführers für Online-Fahrzeugauktionen. Grund genug, vergangene Woche in Leipzig das 10-jährige Deutschland-Jubiläum mit Kunden und ganz besonderen Ehrengästen zu feiern.

Wie schon die vergangenen Jahre, so entschied sich das branchenweit bekannte Copart-Erfolgsduo mit CEO Kai Siersleben und Vertriebschef Florian F. Stumm an der Spitze wieder zu einer illustren Veranstaltung am Vorabend des diesjährigen Messekongresses Schadenmanagement & Assistance im Restaurant Lutter & Wegner an der Thomaskirche in Leipzigs Mitte.

Exklusive Top-Speaker

An geladenen Gästen gekommen waren über 85 Repräsentanten aus der Versicherungsbranche sowie zahlreiche Partner-Unternehmen aus dem Fleet-, Rental- und Automobilsektor. Schließlich durften sie auch Einiges von dem Abend erwarten, denn angekündigt war als Speakerin keine Geringere als Dr. Lucie Bakker, seit 1. Oktober 2022 amtierende Vorständin für das Ressort Schaden in der Allianz Versicherungs-AG, sowie die langjährige Nummer Eins im Tor des FC Bayern München und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Oliver Kahn. 

Ziele sind weiter hochgesteckt

Als Gastgeber eröffnete zunächst CEO Kai Siersleben den Messe-Vorabend. Persönlich sei er "sehr glücklich", nach 10 Jahren AUTOonline und 10 Jahren ControlExpert nun bereits 7 Jahre bei Copart "verbringen" zu dürfen. Auf neun Vermarktungsplätzen in Deutschland mit insgesamt 16.000 Stellplätzen habe man alleine im Vorjahr bereits 50.000 Autos gehändelt. Die Tendenz für das laufende Jahr gehe "eindeutig in Richtung 60.000", wozu verschiedene Bereiche beitragen. Mit lediglich 16 MItarbeitern sei man 2016 als Copart Deutschland GmbH gestartet (aktueller Hauptsitz ist Düsseldorf), heute seien es bereits 270. "Und bei 600.000 bis 800.000 Totalschäden pro Jahr haben wir ja noch Einiges zu holen", so Siersleben, der seine Zuversicht mit der Info unterstrich, dass die deutsche Copart-Tochter erst kürzlich "jede Menge weitere IT-Ressourcen aus USA bekommen" habe. 

"Waren bei der WBW-Regulierung eindeutiger Pionier"

Sein Unternehmen sah Siersleben bei der WBW-Regulierung als "eindeutigen Pionier": 2019 habe man das Konzept mit der VKB und kurz danach der Allianz gestartet, wobei als Kunden der ersten Stunde schnell auch die DEVK, die HUK-Coburg, AXA, Provinzial, Sparkassen-Versicherung, VHV "und noch viele mehr" dazu gekommen seien. 

Ausdrücklich hob Siersleben in seiner Begrüßungsrede ferner die "sehr wertschätzende Zusammenarbeit" mit der Allianz Versicherung und im Besonderen mit Schaden-Vorständin Lucie Bakker hervor. 

"Stolz auf diese Partnerschaft auf Augenhöhe"

Bakker ihrerseits nahm das Lob gerne an und sprach anschließend auch selbst von einer "Partnerschaft auf Augenhöhe", auf die man in München sehr stolz sei. Schließlich teile man auf beiden Seiten gleiche Werte, "weil wir die Begeisterung und Leidenschaft an den Tag legen und mir die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Copart persönlich sehr viel Spaß bereitet".

Besonders dankte die Allianz-Vorständin den beiden Copart-Frontleuten Kai Siersleben und Florian Stumm: "Es ist beeindruckend, was Ihr mit dem Unternehmen Copart und all den darin tätigen Menschen bewegt. Ihr bringt Kundenbegeisterung ins echte Leben. Und Ihr lebt das nicht nur, sondern Ihr seid das auch." Das sei für sie auch der wesentliche Grund gewesen, trotz vollem Terminkalender der persönlichen Einladung von Kai Siersleben nach Leipzig zu folgen, was für diesen einem Ritterschlag gleichkommen musste. Denn Bakker fügte – wohl rein vorsorglich – hinzu, dass sie sich vergleichbare Auftritte derzeit bei keinen anderen Dienstleistern vorstellen könne. 

Gleichlautende Grundsätze und Philosophien

Wie sehr sie sich offensichtlich mit den für ihr Ressort tätigen Unternehmen auch inhaltlich und ob deren Grundsätzen beschäftigt, wurde nicht zuletzt daran sichtbar, als sie unter anderem die Lebensgeschichte des Copart-Gründers Willis Johnsen und die in seinem Buch festgehaltenen Leitlinien – "make doing business easy" oder "be your customer´s most valuable partner" – kannte. Besonders beeindruckt war die Allianz-Vorständin nach eigenem Bekunden auch von der Copart-Grundsatz-Philosophie "Wir machen Geld aus etwas, was eigentlich nichts mehr wert ist". Das habe einen klaren Lifecycle- und Nachhaltigkeitsaspekt.

Das "Nicht-nur-abwarten", sondern aktive "Tun" sei das Wichtigste, so Bakker. Wenn das letztlich auch noch mit "echtem Herzblut" geschehe, führe es zu einer "Exzellenz in den Prozessen" – bei Copart bereits selbst für Unbeteiligte oder Geschädigte "nach aussen hin erkennbar in der minutiösen Planung auf den Stellplätzen" und den unter eigener "Flagge" gebrandeten Abschlepp- bzw. Transportfahrzeugen: Auch das führe zu einem Vertrauen bei Versicherungskunden, schlicht, weil sofort erkennbar ist, wer sich wie um das verunfallte Auto kümmert. "Das ist genau das, was ich gerne mit dem Namen Allianz in Verbindung bringe und warum wir stolz auf diese Partnerschaft sind", so die Versicherungs-Managerin.

Gelebter "Happy Path"

In der "stetigen Wandlung und Weiterentwicklung" bei Copart steckt für Bakker auch etwas "von der Happy-Path-Idee mit drin". Der von ihr bei der Allianz eingeführte "Happy Path" beschreibt den "idealen, reibungslosen und vollständig digitalen Schadenregulierungsprozess und ist konzipiert als ein zentraler Bestandteil der Strategie zur direkten Steigerung der Kundenbegeisterung und Effizienz im Schadenmanagement". In der Praxis sollen vor allem die "idealen" und "konfliktfreien Schäden" bis ca. 7.000 Euro explizit nicht outgesourct, sondern im eigenen Haus mit KI, Datenanalysen und Process Mining bearbeitet werden, um Prozesse neu zu gestalten. Die Herangehensweise erfolgt nach Darstellung der Allianz bewusst "aus der Perspektive des Kunden, um den Alltag einfacher zu gestalten".

Wachsender Bereich "Fleet & Rental"

Den Übergang zum Business-Talk gestaltete anschließend Copart-Vertriebschef Florian F. Stumm, der mit Stolz u.a. von "seinem" Bereich "Fleet & Rental" berichtete. In seiner bewusst kurz gehaltenen Ansprache konnte er deshalb auch seine Freude darüber nicht verbergen, dass man es erstmals geschafft habe, auf dem Messe-Vorabend einen eigenen Flottentisch zustande zu bekommen. In diesem noch jungen Geschäftsbereich habe man im Vorjahr bereits 11.000 Fahrzeuge erfolgreich vermarkten können, da inzwischen die großen und wichtigen Leasinggesellschaften, aber auch Autovermieter auf die Dienste von Copart setzen. Stumm wörtlich: "Was die VKB und Allianz als Pioniere im Versicherungsbereich für uns waren, das war bei Fleet & Rental 2019 vor allem die Deutsche Leasing mit Michael Orth, Torsten Patzner, Thomas Mazollek und Dennis Schmidt."

Für die Vermarktung von Flotten- und Mietfahrzeugen habe man "schnelle Tools zur Preisfindung und Vieles mehr mit eingebaut". Längst gehe es auch nicht mehr "nur" um eine Unfallfahrzeuge-Vermarktung, so Stumm. "Auch Copart Deutschland entwickelt sich ständig weiter. Mittlerweile ist selbst unsere Fahrzeug-Inzahlungnahme KI-angereichert. Somit können wir einem Ankäufer blitzschnell einen fairen Ankaufspreis nennen."

Auftritt des Fußball-"Titan"

In Leipzig musste er zwar auf seinen Anstoß etwas länger warten, aber er nahm es gelassen und genoss sichtlich die Redeinhalte insbesondere von Lucie Bakker, bei deren Arbeitgeber er wohl ebenfalls Kunde ist, wie aus diversen Randbemerkungen erkennbar war: Oliver Kahn.

Inzwischen zarte 56 Lenze zählend, kam er 1994 als Nachfolger von Raimond Aumann und neue Nummer Eins im Tor zum FC Bayern München, mit dem er den UEFA-Pokal, acht deutsche Meisterschaften, jeweils sechs Liga- und DFB-Pokale sowie die UEFA Champions League und den Weltpokal gewann. Mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wurde er 1996 Europameister, 2002 Vizeweltmeister und vier Jahre später WM-Dritter. Persönliche Auszeichnungen erhielt er mehrfach unter anderem als Welttorhüter.

In seiner mehr als 20-jährigen Profi-Karriere, die er 2008 beendete, wurde er zur Kultfigur mit dem Zusatz "Titan". Letzteres aber nicht nur wegen seines Ehrgeizes, sondern durchaus auch wegen seiner gefürchteten Attacken auf Gegenspieler und ob seiner Zitate und verbalen Aussetzer, die es ebenfalls reichlich gab. 

Im Dialog mit dem MICE-Markt-Dominator

Früh nach seiner eigentlichen Karriere zeigte Oliver "Oli" Kahn auch einen unternehmerischen Aktionismus in der Wirtschaft. Vor inzwischen fast eineinhalb Jahrzehnten kreuzten sich dabei seine Wege mit dem zweiten "Oli" des Copart-Abends im "Lutter & Wegner", Oliver Stoldt, dem CEO der Unternehmensgruppe Premium Speakers und der Meet Live GmbH. Stoldt bespielt die Klaviatur des MICE-Marktes (Meetings, Incentives, Conventions, Exhibitions) wie kaum ein anderer und beherrscht aufgrund seines nationalen und internationalen Netzwerks zu Persönlichkeiten in unterschiedlichsten Bereichen von Sport, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik entsprechend auch das Konferenzbusiness. 

"Wird Deutschland Weltmeister?"...

Im Leipziger Business-Talk spielten sich die beiden "Oli‘s" beinahe blind Fragen und Antworten zu – immerhin machen sie das als Duo nach eigenem Bekunden bereits seit einer gemeinsamen Veranstaltung in Interlaken am 18. Januar 2012. Analytische Tiefgänge wurden bei Eingangsfragen wie "Wer wird Weltmeister?" oder "Wird Manuel Neuer im Tor stehen?" vom Copart-Publikum freilich nicht erwartet. Trotz seines klaren "Nein" zur Weltmeister-Frage entließ Kahn die Gästeschar aber zumindest mit der Zuversicht, dass doch noch Vieles gelingen könne, wenn von Julian Nagelsmann "zwar nicht die besten Spieler" auf den Platz geschickt werden, aber dafür die am besten zueinander passenden zum Zuge kommen und "als Team mit entsprechendem Sieger-Spirit und Emotionen" am Ende mehr schaffen könnten, als er es im Moment annimmt. 

"Eta war längst überfällig"

Als Unternehmer habe er, Oliver Kahn, stets gerne auf "kleinere High-Performance-Teams" gesetzt, um erfolgreich zu sein. Eine Publikumsfrage nach Marie-Luise Eta als erster Cheftrainerin im Herren-Fußball des Bundesligistin Union Berlin beantwortete Kahn mit "längst überfällig – noch dazu mit Blick auf die Entwicklung des Frauenfußballs und die wirtschaftlichen Möglichkeiten daraus". 

Der Business-Talk mit Oliver Kahn und Oliver Stoldt mit seinen klaren Positionen zeigte nach Einschätzung von Vertriebschef Stumm, "welche Erfolgsprinzipien Spitzensport und Wirtschaft verbinden, insbesondere in Bezug auf Performance, Veränderungsfähigkeit und nachhaltigen Erfolg".


Copart-Abend zum 19. Messekongress Schadenmanagement & Assistance

Copart-Abend zum 19. Messekongress Schadenmanagement & Assistance in Leipzig (2026) Bildergalerie

HASHTAG


#COPART Deutschland GmbH

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Auto News für die Automobilbranche: AUTOHAUS ist eine unabhängige Abo-Fachzeitschrift für die Automobilbranche und ein tagesaktuelles B2B-Online-Portal. AUTOHAUS bietet Auto News, Wirtschaftsnachrichten, Kommentare, Bilder und Videos zu Automodellen, Automarken und Autoherstellern, Automobilhandel und Werkstätten sowie Branchendienstleistern für die gesamte Automobilbranche. Neben den Auto News gibt es auch Interviews, Hintergrundberichte, Marktdaten und Zulassungszahlen, Analysen, Management-Informationen sowie Beiträge aus den Themenbereichen Steuern, Finanzen und Recht. AUTOHAUS bietet Auto News für die Automobilbranche.