Klimaschutzprogramm: Die Umsetzung wird entscheidend für Nachhaltigkeit sein

30.03.2026 06:23 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Das Klimaschutzprogramm sieht in allen Bereichen zusätzlichen Handlungsbedarf, also auch beim Gebäude- oder Verkehrssektor. Bei Sanierung von älteren Gebäuden werden die höchsten Wirkungsgrade durch Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) in Kombination mit einer ökologischen Heizung, einem nachhaltig gedämmten Dach mit Photovoltaik und neuen Verbundglasfenstern erzielt.
© Foto: Walter K. Pfauntsch

Mit 67 neuen Maßnahmen will die Bundesregierung Deutschland zurück auf Klimakurs bringen – doch aus Sicht der Versicherungswirtschaft entscheidet sich erst in den kommenden Jahren, ob daraus ein tragfähiger Pfad zu Klimaneutralität wird.

Mit dem beschlossenen Klimaschutzprogramm legt die Bundesregierung ihren Fahrplan vor, um die gesetzlichen Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Das Maßnahmenpaket umfasst 67 Einzelmaßnahmen – darunter zusätzliche Windkraftanlagen, den Ausbau der Stromnetze, mehr Elektrifizierung in Industrie und Wärmeversorgung sowie weitere Schritte für klimafreundliche Mobilität. Ziel ist es, die bestehende Emissionslücke bis 2030 zu schließen und Deutschland auf Kurs Richtung Klimaneutralität zu halten. 

"Richtiger Weg, aber es muss noch mehr kommen"

Aus Sicht der Versicherungswirtschaft ist das Programm ein Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig wird deutlich: Weitere Maßnahmen werden notwendig sein, damit Deutschland in den 2030er Jahren einem tragfähigen Pfad zur Klimaneutralität folgen kann. 

Nach Projektionsdaten aus dem Jahr 2025 reichen die bislang umgesetzten Instrumente nur für eine Emissionsminderung von 62,6 Prozent bis 2030 – gesetzlich vorgesehen sind 65 Prozent gegenüber 1990. In den aktuellen Projektionsdaten des Umweltbundesamtes ist die Klimaschutzlücke sogar noch etwas größer geworden.

"Naturgefahren nur beherrsch- und versicherbar mit Klimaschutz"

Das Klimaschutzprogramm sieht in allen Bereichen zusätzlichen Handlungsbedarf, so auch im Gebäude- oder Verkehrssektor. Entscheidend ist deshalb, dass die Weichen jetzt richtig gestellt werden.  Im Verkehrsbereich etwa liegen zentrale Hebel für wirksame Emissionsminderungen beispielsweise im Ausbau der Ladeinfrastruktur, einer stärkeren Elektrifizierung und leistungsfähigen öffentlichen Verkehrsangeboten.

Für die Versicherungswirtschaft bleibt wirksamer Klimaschutz eine zentrale Voraussetzung, um Schäden durch Naturgefahren beherrschbar und versicherbar zu halten. Überschwemmungen, Starkregen und andere Extremwetterereignisse verursachen bereits heute hohe Schäden und erhöhen den Anpassungsdruck für Wirtschaft und Gesellschaft.

Versicherer bieten Kapitalhilfen an

Neben der Emissionsminderung braucht es deshalb vor allem verlässliche Investitionsbedingungen für den Ausbau klimafester und nachhaltiger Infrastruktur. Dazu gehören Strom- und Wärmenetze ebenso wie Speichertechnologien und ein leistungsfähiger öffentlicher Nahverkehr.

Auch sollten private Investitionsmittel dabei stärker genutzt werden als bisher. Öffentlich-Private-Partnerschaften können helfen, Infrastrukturprojekte schneller und wirtschaftlicher umzusetzen. Versicherer verfügen über langfristig orientiertes Kapital, das für den Aus- und Umbau der Infrastruktur bereitsteht – wenn regulatorische Rahmenbedingungen Planungssicherheit schaffen.

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