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Munich Re: Gewinnerwartung über drei Milliarden Euro

02.04.2013 16:07 Uhr
bomhard
Munich Re-Vorstandsvorsitzender Nikolaus von Bomhard
© Foto: Munich Re

Nach dem guten Konzernergebnis von 3,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr strebt der Versicherungskonzern Munich Re auch 2013 einen Gewinn in ähnlicher Größenordnung an. In der Schaden- und Unfallversicherung geht die Assekuranz von einer deutlichen Verbesserung der Schaden-Kosten-Quote aus.

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In einem aktuellen Konzernbericht präsentiert Munich Re die Zahlen aus 2012 und gibt für das laufende Geschäftsjahr eine detaillierte Prognose ab. So gibt der Rückversicherer bekannt, dieses Jahr einen Gewinn von annähernd drei Milliarden Euro anzustreben. Vorstandsvorsitzender Nikolaus von Bomhard zeigte sich auch hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung zuversichtlich. Für das Geschäftsjahr 2012 will Munich Re im April 2013 eine deutlich erhöhte Dividende von 7,00 (6,25) Euro je Aktie zahlen.

Gute Gewinnprognose trotz Euro-Krise

Zum Geschäftsjahr 2012 sagte Vorstandsvorsitzender Nikolaus von Bomhard: "Mit einem Gewinn von 3,2 Milliarden Euro haben wir ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Ausschlaggebend dafür war, dass wir auf dem soliden Fundament unseres bewährten Risikomanagements und einer disziplinierten Zeichnungspolitik profitable Geschäftschancen erkannt und genutzt haben." Für 2013 konstatiert von Bomhard: "Auch wenn die Konsolidierung der Staatsfinanzen und hohe Arbeitslosigkeit die konjunkturelle Dynamik in vielen Industrieländern schwächen werden, bleiben wir für unser Geschäft optimistisch.

Bruttobeiträge um fünf Prozent gestiegen

Die Gruppe erzielte nach eigenen Angaben 2012 ein operatives Ergebnis von 5,4 (1,2) Milliarden Euro. Das Eigenkapital sei auf 27,4 Milliarden Euro gestiegen (31.12.2011: 23,3 Milliarden Euro). Neben dem Konzernergebnis von 3,2 Milliarden Euro sei für den Zuwachs beim Eigenkapital im Wesentlichen ein weiter gestiegener Saldo aus unrealisierten Gewinnen und Verlusten verantwortlich gewesen. Die risikoadjustierte Eigenkapitalrendite nach Steuern (RoRaC) lag laut Gruppe 2012 bei 13,2 (3,2) Prozent, die Rendite auf das gesamte Eigenkapital (RoE) bei 12,6 Prozent. Die gebuchten Bruttobeiträge seien mit fast 5,1 Prozent auf 52 (49,5) Milliarden Euro gestiegen.

Erstversicherung: Konzernergebnis steigt auf 247 Millionen Euro

2012 wuchs das operative Ergebnis im Segment Erstversicherung deutlich auf 895 (580) Millionen Euro, wie die Gruppe mitteilt. Das Konzernergebnis betrug demnach 247 (155) Millionen Euro. Besonders gut sei das internationale Geschäft verlaufen. Für einmalige Restrukturierungsaufwendungen zur Neuordnung der deutschen Vertriebseinheiten habe ERGO im 4. Quartal 2012 Rückstellungen gebildet. Sie beliefen sich über alle Segmente auf 258 Millionen Euro und belasteten das Konzernergebnis in der Erstversicherung mit insgesamt 128 Millionen Euro.

Die ERGO Versicherungsgruppe, in der Munich Re ihr Erstversicherungsgeschäft bündelt, erzielte einen Gewinn von 289 (349) Millionen Euro.

Rückgang der Beitragseinnahmen um 3,4 Prozent

In der internationalen Schaden- und Unfallversicherung sank die Schaden-Kosten-Quote auf 99,8 Prozent der verdienten Nettobeiträge, informiert der Konzern. Im deutschen Geschäft lag sie nach Angaben des Munich Re nach einer Reihe von Großschäden bei 98,0 Prozent; dabei käme die erhebliche Entlastung durch konzerninterne Rückversicherung in der konsolidierten Konzern-Rechnungslegung nicht zum Tragen.

Die gesamten Beitragseinnahmen über alle Sparten hinweg gingen laut der Versicherungsgruppe 2012 um 3,4 Prozent zurück und beliefen sich auf 18,6 (19,2) Milliarden Euro. Die gebuchten Bruttobeiträge im Segment Erstversicherung seien 2012 um 2,1 Prozent auf 17,1 (17,5) Milliarden Euro gesunken. In den Segmenten Gesundheit und Schaden/Unfall seien sie mit 5,7 (5,7) Milliarden Euro bzw. 5,6 (5,6) Milliarden Euro in etwa auf Vorjahresniveau gelegen.

Rückversicherung: Gewinn von 3,1 Milliarden Euro

Im Rückversicherungsgeschäft betrug das operative Ergebnis 4.315 (379) Millionen Euro. Der Anteil des Geschäftsfelds Rückversicherung am Konzernergebnis belief sich nach Angaben von Munich Re auf 3.056 (503) Millionen Euro.

Mit 28,2 (26,0) Milliarden Euro verzeichnete Munich Re nach eigenen Angaben 2012 in der Rückversicherung deutlich höhere Beitragseinnahmen (+8,2 Prozent) als im Vorjahr. Mit einem Bruttobeitragsvolumen von 11,1 (9,5) Milliarden Euro sei der Umsatz in der Lebensrückversicherung im Vergleich zum Vorjahr um 17,4 Prozent, um Wechselkurseinflüsse bereinigt um 9,6 Prozent gestiegen. Dies liege unter anderem an einer "anhaltend dynamischen Entwicklung der expandierenden Erstversicherungsmärkte in Asien". In der Schaden- und Unfallrückversicherung seien die Beitragseinnahmen um drei Prozent auf 17,1 (16,6) Milliarden Euro gestiegen. Beitragseinbußen hätten sich aus dem Wegfall von großvolumigen Verträgen in China ergeben. Hingegen wirkten sich das organische Wachstum im Autoversicherungsgeschäft im Rahmen der Zusammenarbeit mit einem strategischen Partner sowie der Ausbau der landwirtschaftlichen Rückversicherung positiv auf das Beitragsvolumen aus, so der Konzern.

Schaden- und Unfallrückversicherung

In der Schaden- und Unfallrückversicherung lag die Schaden-Kosten-Quote nach Angaben der Assekuranz über das gesamte Jahr bei 91 (113,8) Prozent der verdienten Nettobeiträge. Aus der üblichen Überprüfung der Rückstellungen habe sich für das Gesamtjahr eine Reduzierung der Rückstellungen für Schäden aus Vorjahren im Umfang von rund 900 Millionen Euro ergeben, dies entspreche rund 5,5 Prozent-Punkten der Schaden-Kosten-Quote.

Munich Re setzt weiterhin strikt auf Profitabilität: "Kapazität stellen wir zur Verfügung, wenn es angemessene Ertragschancen gibt. Die niedrigen Zinsen unterstützen die positive Preisentwicklung in der Haftpflichtversicherung", so Dr. Torsten Jeworrek, Vorstandsmitglied und verantwortlich für die Rückversicherungsaktivitäten von Munich Re.

Munich Health: Fehlbetrag von 92 Millionen Euro

Das operative Ergebnis von Munich Health sank laut Konzernbericht auf 108 (159) Millionen Euro. Das Ergebnis von Munich Health war mit -92 (36) Millionen Euro negativ. Ausschlaggebend für den Jahresfehlbetrag im Vergleich zum Vorjahr waren Verluste im US-amerikanischen Geschäft bei der Windsor Health Group (WHG) in Höhe von 86 Millionen Euro, so der Konzern. Abgesehen von der WHG soll sich das Geschäft von Munich Health jedoch positiv entwickelt und eine deutliche Gewinnsteigerung ausgewiesen haben.

Die Bruttobeiträge kletterten 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich um 12,3 Prozent auf 6,7 (6,0) Milliarden Euro, in der Rückversicherung vor allem aufgrund höherer Beiträge aus Großverträgen sowie organischen Wachstums in Nordamerika. Die Schaden-Kosten-Quote lag 2012 bei 100,2 (99,5) Prozent, wie die Versicherung mitteilte.

Ausblick 2013: Combined Ratio unter 95 Prozent

In der Schaden- und Unfallrückversicherung will Munich Re eine Schaden-Kosten-Quote von rund 94 Prozent der verdienten Nettobeiträge anstreben. In der Schaden- und Unfallerstversicherung sollte 2013 die Schaden-Kosten-Quote bei rund 95 Prozent liegen. Bei Munich Health werde eine Schaden-Kosten-Quote von rund 100 Prozent erwartet.

In der Rückversicherung wird 2013 ein Konzernergebnis zwischen 2,3 und 2,5 Milliarden Euro, für die Erstversicherung zwischen 400 und 500 Millionen Euro erwartet. Für den ERGO Teilkonzern sollte der Betrag laut Munich Re zwischen 350 und 450 Millionen liegen. Insgesamt strebt Munich Re ein Konzernergebnis von annähernd drei Milliarden Euro an.
(ll)

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