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Konkursverfahren: ATU zieht sich aus der Schweiz zurück

ATU verabschiedet sich vom Schweizer Markt.
© Foto: A.T.U

Aus für ATU in der Schweiz: Die Werkstattkette schließt dort sämtliche Filialen. Das Konkursverfahren läuft bereits.


Datum:
30.04.2020
3 Kommentare

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Das Bezirksgericht Winterthur hat am 20. April 2020 den Konkurs über die Schweizer Tochtergesellschaft der Werkstattkette Auto-Teile-Unger (ATU) eröffnet. Betroffen sind sechs Filialen in Winterthur, Hinwil, Spreitenbach, Suhr, Oftringen und Bellach. Die Standorte, die aufgrund der Corona-bedingte Restriktionen bereits seit dem 21. März geschlossen sind, würden somit nicht wieder geöffnet, erklärte ein Konzernsprecher auf Anfrage.

Grund für die Entscheidung war demnach, dass ATU in der Schweiz kein ausreichend großes Geschäftsvolumen erreichen konnte, das einen nachhaltig profitablen Geschäftsbetrieb ermöglicht. Auch zeigten die in 2019 eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen nicht den gewünschten Erfolg. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden über die Entscheidung bereits informiert, so der Sprecher.

Schweizer Medienberichten zufolge sollen 75 Mitarbeiter ihre Jobs verlieren. ATU war seit 2007 in dem Land vertreten. An den sechs Standorten sind nach Firmenangaben Räder von rund 2.000 Kunden eingelagert. Ob, wie und wann die Herausgabe der Reifen erfolgen kann, wird vom Konkursamt Oberwinterthur-Winterthur geprüft.

In der Corona-Krise hatte ATU seine mehr als 600 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorübergehend geschlossen (wir berichteten). Nach einem sukzessiven Wiederhochlauf im Notbetrieb sind seit der vergangenen Woche hierzulande alle 572 Werkstätten sowie die Mehrzahl der Shops wieder geöffnet. In Zuge dessen will das Unternehmen auch die Kurzarbeit, die für einen großen Teil der Belegschaft gilt, zurückfahren.

Für Aufsehen in der Branche hatte auch die Ankündigung von ATU gesorgt, Mietzahlungen auszusetzen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid 19-Pandemie zu mindern. Laut Unternehmen wurden mit der "überwiegenden Mehrheit" der Vermieter einvernehmliche Lösungen gefunden. "Das unterstützt uns dabei, in den Wochen mit hohem Umsatzausfall auf der Kostenseite entgegenzusteuern", so ATU-Chef Matthieu Foucart.

Seit 2016 ist ATU Teil des europäischen Marktführers Mobivia. Ingesamt erwirtschaften die 10.000 Mitarbeiter jährlich einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro. (tm/rp)

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KOMMENTARE


HardyO

30.04.2020 - 17:38 Uhr

Extrem schlechte Arbeitsqualität, die Verursachung von Schäden an Kundenfahrzeugen, wie in unserem Falle, das Ablehnen von Schadenersatz durch die Zentrale usw. Fazit: Man geht besser und am Ende viel günstiger in eine Fachwerkstatt, die etwas von ihrem Handwerk versteht, bevor man bei ATU an seinem teuren Fahrzeug herummurksen lässt. Am Ende steht der Konkurs. Eigentlich logisch.


Dietmar Seyerle

01.05.2020 - 17:39 Uhr

Als profunder Kenner der Automobilszene erlaube ich mir zu sagen, dass die Schweizer sich genau so wenig an der Nase herumführen lassen wie wir deutschen auch. Nur das Gedächtnis funktioniert bei den Schweizern etwas dauerhafter und einen schlechten Ruf wird man dort meist nicht mehr los ( wie man sieht). Ich bin gespannt, wie lange sich die deutschen Kunden noch von den fragwürdigen Geschäftspraktiken dieses Unternehmens täuschen lassen ...


Lthw

02.05.2020 - 09:38 Uhr

Und in Deutschland wird mit dem Geld der Allgemeinheit durch Gewerbesteuererlass die Firma von uns allen mitfinanziert und die „Heuschrecken“ wechseln sich ab. Unfair und skandalös allen anderen Marktteilnehmern gegenüber.


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