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HB ohne Filter: AUTOHAUS SommerAkademie 2021 +++ IAA Mobility +++ Azubis starten ins Berufsleben +++ Neue Winterreifen-Saison

© Foto: Ralph M. Meunzel/AUTOHAUS

Unabhängig, scharfsinnig, auf den Punkt: der aktuelle Wochenkommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat!

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Datum:
10.09.2021
Lesezeit: 
10 min

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Die Top-Themen heute: 30. AUTOHAUS SommerAkademie 2021 – fachlicher Rückblick +++ IAA Mobility München – das besondere Mobilitätsevent +++ Auszubildende starten ins Berufsleben +++ Die Winterreifen-Saison steht an!

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Montag, 6. September 2021

AUTOHAUS-Sommerakademie 2021 – Fachlicher Rückblick

Vom 25. bis zum 27. August fand zum 30. Mal dieses besondere Branchen-Event in Telfs/Innsbruck statt. Bitte erlauben Sie mir, die wichtigsten Aussagen aller Referenten in Thesenform darzustellen:

1. Die Investitionspläne der Autohersteller bauen auf E-Automobile.
2. Bei E-Mobilen reduziert sich die Ertragskraft.
3. Hersteller arbeiten derzeit mit Rendite zwischen zwölf und 14 Prozent.
4. Die Automobilindustrie wird in Sachen E-Auto massiv überfördert.
5. Die Halbleiterthematik/Chipmangel wird bis Mitte nächsten Jahres je nach Marke und Modell Wirkung zeigen. Wer steckt politisch hinter dieser Malaise? Es lässt sich wie die Ursache von Corona bislang nur vermuten. Keiner legt die wahre Ursache oder den Verursacher offen!
6. Unsere Prognose für die Pkw-Neuwagenzulassungen für 2021:

Pkw-Neuzulassungen 2021
© Foto: Dataforce/Prof. Hannes Brachat

7. Gegenwärtig wird bei Leasingverträgen deren Laufzeit erheblich verlängert, was im Ergebnis am Tage X ein Übermengenrücklauf schafft.
8. Die Hersteller gehen jetzt direkt an den Kunden ran.

Der Ex-Vertriebsvorstand von VW, Jürgen Stackmann, setzte am ersten Abend der Veranstaltung, 25. August 2021 mit seinem einstündigen Vortrag das fachliche Highlight der Veranstaltung. Von den Treibern der Veränderungen, der Relation "Hersteller : Händler" bis zum klaren Aufruf an die Händler, selbst aktiv zu werden.
© Foto: AUTOHAUS

9.  Es werden neue Wettbewerber am Markt auftreten. Chinesische Marken bringen erhebliche Mittel mit. Einige der Neustarter werden allerdings am Vertrieb scheitern.
10. Der Hersteller muss in der Lage sein, was "autohero" auch kann, kauf dein Auto einfach online! Der Verkaufsprozess ist deutlich zu vereinfachen!
11. Das Gebrauchtwagenthema erhält eine neue Gewichtung.
12. Im Service gilt es, die Fahrzeugkategorie bis sechs Jahre alt zurück zu holen.
13. Lokale und regionale Kooperationen sind anzustreben: Grünstrom!
14. Hersteller und Handel bilden eine Symbiose.
15. Die Hersteller haben ihre Außendienstbetreuung massiv eingeschränkt.
16. Hersteller gerieren "Lippenbekenntnisse", schaffen in Wahrheit aber neue, andere Realitäten.
17. Das Agenturmodell geht auf ausdrücklichen Wunsch der Händlerschaft zurück.
18. Die Ausweitung auf andere als "ID-Modelle" (VW) ist denkbar, aber nicht kurzfristig.
19. Die Ausweitung des Agenturmodells auf andere Marken (VW-Konzern) und andere Märkte ist denkbar.
20. Das Agenturmodell kann nur funktionieren, wenn beide Seiten profitieren, Hersteller wie Händler.
21. Uneinigkeit herrscht über die praktische Umsetzung des Agentursystems.
22. Das Agenturmodell ist eher für das Premiumsegment geeignet und in Nischenmarken als im Volumensegment. Das liegt an der Mengensteuerung.
23. Das Agenturmodell kann man durchaus auch als weitreichenden Schritt der Hersteller in Richtung Direktvertrieb werten.
24. Die Digitalisierung des Vertriebs ist nicht aufzuhalten.
25. Der Hersteller rückt sukzessive an den Privatkunden ran.
26. Man muss eine Omnichanel-Strategie verfolgen, um mehrere Absatzkanäle und Strategien des Kundenkontaktmanagements entlang der Customer Journey zu verknüpfen.
27. Das Agenturmodell erleichtert den Omnichanel.
28. Bei gegebenen Direktvertriebsambitionen der Hersteller im Online-Fahrzeughandel ist es ratsam, als regional agierender Handelsbetrieb selber im Direktvertrieb aktiv zu werden.
29. Nur ein Drittel der Autohändler bietet seinen Kunden einen Online-Kauf-Button auf der Website an.
30. Der Handel muss sich selber organisieren.
31. Beim Auto-Abo gilt es das Geschäftsmodell des Anbieters zu hinterfragen. Hersteller bedienen diverse Auto-Abo-Anbieter mit unverschämten Nachlässen, zu Lasten des Handels. Der Grad der wirklichen Händlerintegration fällt sehr unterschiedlich aus.
32. Die nationalen wie die internationalen Verbände sind zu passiv!
33. Die Händler müssen schneller als die OEMs sein.
34. Übernimmt der Hersteller das Direktgeschäft, braucht man weniger Händler.
35. Man muss seine Eigenmarke entwickeln, um sich unabhängiger vom Hersteller zu machen.
36. Autos sollte man nicht leichtfertig an Wiederverkäufer weitergeben.
Gebrauchtwagen älter als sieben Jahre, mehr als zwei Vorbesitzer und mehr als 90.000 km Laufleistung sind ein Geschäft! Zusätzlich ausgestattet mit einer GW-Garantie von "MULTIPART". Autoland macht es über die AutoWelt vor:

Autoland-Offerte
© Foto: Prof. Hannes Brachat

38. Über "Google for Jobs" sind individuelle Lösungen für Personalgewinnung zu generieren.
39. Die Disruptoren schaffen die größte Veränderung.
40. Wo bleibt der Nachwuchs der Automarkenhändler?
41. Für Direktvertrieb braucht man keine 800 qm Verkaufsraumfläche mehr, es genügen 200 qm.
42. Das Autohaus sollte One-Stop-Shop-Lösung sein.
43. Der Kunde muss sich in einem Autohaus wohlfühlen. Das Wohnzimmer als Verkäuferarbeitsplatz.
44. Nicht jeder Kunde wünscht sich einen Prachtsbau. Es gilt Kundenbedürfnisse zu verstehen und Kundenprobleme zu lösen.
45. Jede Digitalisierung generiert ein Zusatzgeschäft. Bei der Onlineterminvergabe lässt sich die Innenreinigung als Offerte gleich mit verkaufen. Ankreuzen!
46. Monteure, die papierlos über Tablet arbeiten, sparen sich bis zu 80 Prozent an Laufwegen.
47. Ein Autohaus braucht 2030 doppelt so viele Werkstattdurchläufe wie heute.
48. Mitarbeiter müssen davon begeistert sein, was sie machen, sonst machen sie es nicht. Noch besser wir holen die Lösung aus den Mitarbeitern raus.
49. Digitalisierung schafft Kundenbindung.
50. Man sollte die Digitalisierung nutzen, um mehr Zeit für den Kunden zu haben.
51. Kauft der Kunde wegen der Marke oder wegen des Händlers?
52. Der Hersteller verliert den Kunden unterwegs.
53. Der Händler ist nur Mittel zum Zweck.
54. Ein Verkäuferarbeitsplatz sollte sämtliche Verkaufskanäle einspielen können.
55. Neue Mobilität erfordert neue Konzepte.
56. Mit Komplettangeboten, binden sie den Kunden an ihr Autohaus.
57. Change ist Marathon.
58. Kundenkarten bereichern das Geschäft mit dem eigenen Autohaus.
59. Die mobile Werkstatt, die Reparatur beim Kunden ist keine Utopie!
60. Der Wohnmobilmarkt öffnet neue Welten. Kombiniert mit E-Bikes oder E-Roller, inkl. deren Vermietung.
61. Alles, was wir tun, sollte Nutzen stiften.
62. Wir müssen dort präsent sein, wo der Kunde mit uns kommunizieren möchte.
63. Der Serviceprozess lässt sich heute durchgängig ohne Papier darstellen.
64. Die IBAN-Angabe schafft die Möglichkeit, den jeweiligen Vorgang automatisch zu verbuchen.
65. Mobilität muss klimaneutral werden.
66. Wir erhalten einen Wettbewerb der klimafreundlichen Fahrzeuge.
67. Wir sind die Spezialisten. Customer Confusion als Chance.
68. Welcher Kunde testiert seinem Händler Klimafreundlichkeit?
69. Grüne Strategien steigern die Arbeitgeberattraktivität.
70. Verkäufer müssen auf die Mobilitätsbedürfnisse der Kunden eingehen können.
71. Die Macht der kleinen Zahlen! Auslastungsgrad, Leistungsgrad, verkaufte Stunden pro Mechaniker. Da machen prozentuale Verbesserung wesentliche Ertragsergebnisse aus.
72. 8,5 Prozent der Windschutzscheiben sind defekt. Davon müssen zwei Drittel ersetzt werden. Wie sieht das Potenzial dazu im eigenen Haus aus? Ebenso in Sachen Klimaanlagenwartung oder UVV. Dieses Potenzial wird es auch künftig bei E-Autos geben.
73. Bei digitaler Terminvereinbarung lassen sich die größten Zusatzabschlüsse generieren.
74. E-Autos werden künftig nach vier Jahren nicht zu ATU abwandern.
75. Hybridfahrzeuge sind für das After-Sales-Geschäft eine hochinteressante Angelegenheit.
76. RPA, Probotic Process Automation. Der Roboter arbeitet den ganzen Tag, ist zuverlässig, schneller, arbeitet fehlerfreier und das an 365 Tagen im Jahr. Er kann alle Prozesse übernehmen, die immer gleich, monoton sind. Die Dispo, Anträge an die Leasingbank, E-Mails beantworten u.a. Er mag der dümmste Mitarbeiter sein. Was er macht, macht er gut.
77. Man redet nicht mehr von Fleetmangagement, sondern von Mobility-Management.
78. Je größer der Fuhrpark, desto kürzer die Haltedauer.
79. Es gibt in Deutschland geschätzt 1,6 Millionen Fuhrparks.
80. 95 Prozent der Fuhrparks sind kleiner als 20 Fahrzeuge. Das sind für das Autohaus die interessantesten Kunden.
81. Es gibt heute erschwingliche Software, um das Reporting im Mobility-Management darstellen zu können.
82. Trotz Halbleiterkrise, die Fahrzeuge, die keiner will erhält man.
83. Der Neuwagen ist derzeit je nach Marke und Modell ein knappes Gut.
84. Das E-Auto-Geschäft bedarf eines gehörigen Kompetenzaufbaus.
85. 2021 kommen allein 40 neue E-Modelle auf den Markt.
86. Die Börsen sollten jeweils anzeigen, ob das jeweilige Fahrzeug noch förderfähig ist.
87. Verhaltensmuster in der automobilen Nutzung verändern sich langsam.

Zwei Referenten seien separat hervorgehoben. Sie brachten nicht nur "geistige Kost" mit, sondern zugleich Gastgeschenke. Oliver Bohn, Geschäftsführer im VW-Audi-Autohaus Kuhn & Witte brachte den Teilnehmer ein Kochbuch mit, in dem die Mitarbeiter des Autohauses ihr Lieblingsrezept vorstellten. Das Corona-Weihnachtsgeschenk aus dem Autohaus an seine Kunden.

Wilfried Wilhelm Anclam, der Vorstandsvorsitzende von Autoland AG, beschenkte die Teilnehmer mit dem Bestseller-Managementbuch von Fredmund Malik: "Führen-Leisten-Leben", was die 110 Teilnehmer mit großem Applaus quittierten.
© Foto: Prof. Hannes Brachat

Für 30 Jahre AUTOHAUS SommerAkademie erhielt Herausgeber Prof. Hannes Brachat aus der Hand von Chefredakteur und Verlagsleiter Ralph M. Meunzel den großen Bayerischen Löwen aus dem Bayerischen Landtag.

Tanja Ernst malte zum 25-jährigen Jubiläum der SommerAkademie ein großes Ölgemälde, auf dem die Veranstaltungsorte festgehalten sind - von Kitzbühel bis Sylt u.a.

Am Veranstaltungsende wurde Prof. Hannes Brachat von den Teilnehmern mit Standing Ovations verabschiedet. Oliver Bohn hielt die finale Ausführung auf Video fest. Der Gastgeber bedankte sich vor allem für die Treue und Verbundenheit vieler Automobilhändler.

© Foto: Redaktion AUTOHAUS

Dem Hoteldirektor Karl Brüggemann schickte ich als Dankesgruß für eine einmalige Veranstaltung im Interalpen-Hotel Tyrol meinen Beitrag in AUTOHAUS-Online über den unvergesslichen Hüttenabend in der Interalpen-Alm. Prompt kam umgehend von ihm die Antwort:

© Foto: Prof. Hannes Brachat

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Dienstag, 7. September 2021

IAA Mobility München – das besondere Mobilitätsevent

Europa soll der erste klimaneutrale Kontinent des Planeten werden. Ohne Frage, die Zukunft der Mobilität wird sicherer, effizienter und klimaschonender. So lautet das IAA-Credo von VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Sie war von 2005 bis 2008 Staatsministerin von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Kanzlerin eröffnete nun in München die "New Mobility" und wurde schon beim Betreten in Halle 3 der Münchner Messe von den Automobilherren mit spontanem Applaus begrüßt. Es war Merkels letzter IAA-Auftritt. Schröder erarbeitete sich den Titel als "Autokanzler". Merkel sieht sich lieber als "Klimakanzlerin".

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf der IAA
© Foto: J. Wolters

2010 hatte Merkel im Rahmen der "Nationale Plattform Elektromobilität" gemeinsam mit der Automobilindustrie für 2020 eine Million reine Elektroautos avisiert. Seit Juli 2021 rollen nun mehr als eine Million vollelektrische und teilelektrische Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen. Die Industrie hat sich zwischen 2010 und 2020 lieber die Taschen mit Verbrennern und großen SUV gefüllt.

VW & Diess-Politik

2015 kam der größte Industriebetrug ans Tageslicht, die Dieselmachenschaften von VW. Sie haben bis heute 32 Milliarden Euro gekostet. Gelder, die für Zukunftsinvestitionen fehlen. Die 5. Große Strafkammer in München hat in der Klage gegen den früheren Audi-Vorstandsvorsitzenden Ruppert Stadler bereits 69 (!) Verhandlungstage hinter sich. 181 (!) sind geplant. Welch ein Aufwand! Sie suchen nach sechs Jahren immer noch die bzw. den Verantwortlichen für den Dieselbetrug. Die maßgeblichen Herren können sich offiziell an alles nicht mehr erinnern, obwohl eindeutige E-Mails vorliegen. VW-Konzernchef Herbert Diess hat aufgrund dieser Malaise schon grundsätzliche mentale Vorbehalte gegen den Diesel. Es ist ja kein Fehler sich auf eine Sache zu konzentrieren. Bei VW, für das E-Auto. Doch diese Einseitigkeit des obersten Konzernherrn stimmt nachdenklich. Die Kanzlerin zeigte sich dagegen zur IAA technologieoffen. Diess kündigte auf der IAA für 2025 ein kleines E-Auto an.

© Foto: Autoren-Union Mobilität/Frank Wald

Vier Jahre zu spät. Subventionsfreie E-Autos mit 20.000 Euro Kaufpreis müssen auch für Kunden mit kleinem Geldbeutel erschwinglich sein. Das typische E-Auto ist grundsätzlich ein Kleinwagen. Je kleiner und leichter, desto ökologischer. Komisch, über das Ein-Liter-Auto, mit dem Ferdinand Piech 2002 (!) zu seinem Abschied als Konzernchef nach Hamburg fuhr, hört man gar nichts mehr. Warum? Verbrennermotor! Oder ehrlicher: Sie würden an einem "Ein-Liter-Käfer" nichts verdienen.

Nun möchte man Herbert Diess weiter fragen, was er eigentlich für die CO2-Reduktion seiner 10,1 Millionen Volkswagen, 3,2 Millionen Audi, seiner 2,4 Millionen Skoda, seiner 1,3 Millionen Seat und seiner 345.000 Porsche, insgesamt 17,3 Millionen Pkw, unternimmt, die mit Verbrennermotoren auf deutschen Straßen unterwegs sind? Das gilt auch für die anderen Hersteller und Importeure:

Pkw-Anzahl in Deutschland nach Marken
© Foto: Statista

Bis diese durch E-Autos ersetzt sind, ist Herr Diess nicht mehr im Amt.

Überförderung der Automobilindustrie

Es ist schon erstaunlich, wie die Automobilindustrie den zögerlichen Ausbau des Ladesäulennetzes für Elektroautos politisch moniert. Komisch Tesla hat das mit seinem Supercharger-Netz deutschlandweit lautlos selbst gelöst. Der Staat hat bis heute noch nie ein Tankstellennetz geplant. Jetzt fordert die Industrie die staatlich-monetäre Lösung.

Noch mehr, die Automobilhersteller fordern im Rahmen der IAA weitere Unterstützung beim Klimaschutz. Beim verschlafenen Aufbau von Batteriezellwerken und Batterie-Entwicklungsprojekten wird schon politisch kräftig alimentiert. Es ist ein Europaprojekt, wofür die EU Kommission 6,1 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt hat. Die eigentlichen Batterieproduzenten sitzen in China, Südkorea und Japan. Und wer bestimmt die Politik über den Rohstoff Lithium? Oder aktuell über den Chipmangel?

Die Automobilindustrie wird massiv überfördert. Die deutschen Hersteller schreiben derzeit Renditen nördlich von 12 Prozent, schütten üppige Dividenden aus und streichen massive Kurzarbeitergelder ein.

Der künstliche E-Autoboom geht auf die gigantischen Subventionen bis zu 15.000 Euro pro Fahrzeug zurück, die der Steuerzahler für all jene abdrückt, die sich überhaupt ein neues E-Auto leisten und zu Hause laden können. So viel zur Dienstwagenpolitik!

Great Wall Motors (GWM) trat zur Messe in großer Aufmachung mit seiner Premiummarke Wey und dem Modell Coffee 01 (ab 50.000 Euro) an. Er soll 2022 eingeführt werden. Der Ora Cat, eine weitere Elektromarke von GWM, soll vor Förderung 30.000 Euro kosten. Beide Modelle sollen 2022 in Europa eingeführt werden. Wer wohl unter chinesisch gestrenger Direktive die Importfunktion übernehmen wird?

© Foto: Great Wal Motors/Ora
Die Premium-Tochter von GWM startet mit dem Coffe01 in 2022.
© Foto: Great Wal Motors/Wey

IAA-Mobility, unter dieser Headline fanden zahlreiche Diskussionen und Vorträge statt. Unter Leitung von Dennis Morgenstern von Google diskutierte Maria Grazia Davino, Sales & Marketing Stellantis Europe zum Thema "The future of Automotive Retail" mit. Klare Aussage: "Der Händler ist und bleibt einer der wichtigsten Touchpoints für den Kunden und das für die Marke, die Produkte, Dienstleistungen und Mobilität vor Ort. Auch wenn Mobilität vielfach von Routineverhalten der Menschen geprägt ist, so gilt es bei einer Mobilitätswende neue Gewohnheiten zu gestalten. Und das gerade bei den E-Mobilen mit einer hohen Erlebnisqualität, detaillierter Bedarfsanalyse und kompetenter Beratung. Also ist die Verbindung von Offline- und Online-Handel gefordert. Und dies gilt es im Omnichannel zusammenzuführen."

Maria Grazia Davino, Sales & Marketing Stellantis
© Foto: Prof. Hannes Brachat

Umweltaktivisten - Hasstiraden

Die Hasstiraden der Umweltaktivisten sind in erster Linie gegen das Auto gerichtet. Man sollte gerade im Wahlkampf mal den Kontrapunkt aufzeigen: Klima gerettet, Wirtschaft abgewirtschaftet. Das Beispiel "Smart" zeigt doch was passiert, wenn die heimische Industrie auswandert. Damit ist weder der deutschen Gesellschaft noch dem Weltklima geholfen. Nachstehende Abbildung zeigt, dass Deutschland am Gesamtausstoß von CO2 mit zwei Prozent beteiligt ist.

© Foto: Statista

Der Verkehrssektor ist nach der Energiewirtschaft und der Industrie mit rund 20 Prozent CO2-Ausstoß der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen. Von zwei Prozent Gesamtausstoß in Deutschland sprechen wir von 0,4 Prozent Verkehrsanteil. Damit wollen einige das Weltklima retten!

Nachstehende Abbildung zeigt vorurteilsfrei – sie wird aktuell in Briefkästen verteilt –, dass als Aktivisten von allen Seiten Radfahrer unterwegs sind, die bei jeglichem Wind und Wetter pfeifend zur Uni fahren müssen. Oder in Göttingen veranstaltete ein Autohändler in seinem Autohaus einen politischen Abend mit dem Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dr. Norbert Röttgen. Da findet man dann in den sozialen Medien einen Shitstorm, der dazu aufruft, das Autohaus zu bestreiken. Ein Unding, dass eine politische "Mobilitätsveranstaltung" der CDU in einem Autohaus stattfindet. Meinen sie. Wie der Name sagt "Shit" - was da einige "tolerante Demokraten" im Hirn mit sich herumtragen.

© Foto: Prof. Hannes Brachat

Fazit: Es ist widersinnig, die einzelnen Verkehrsträger gegeneinander zu stellen. Das Miteinander und der offene Dialog führen weiter. Und der "grüne" Ministerpräsident und Mitglied der "Kommunistischen Studentengruppe/Marxisten-Leninisten", Winfried Kretschmann, liefert die politische Steilvorlage: "Wir brauchen grüne Innovationen, aber schwarze Zahlen."

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Mittwoch, 8. September 2021

Unter dieser Headline "Azubis starten ins Berufsleben" haben wir in AUTOHAUS-Online am 3. September 2021 die Eröffnung des neuen Ausbildungsjahres aus den Autohäusern Kohl-Aachen, Feser-Graf-Gruppe Nürnberg, Hülpert Dortmund, Ostermaier Vilsbiburg, Hahn Stuttgar und Lueg in Bochum vorgestellt.

Das Mercedes-Benz-Autohaus Kunzmann in Aschaffenburg startet mit 56 neuen Azubis und fünf FOS-Prkatikanten, die sich auf die zehn Standorte des Autohauses verteilen. Kunzmann beschäftigt insgesamt 1.100 Mitarbeiter. Der gemeinsame Start wurde in einem dreitägigen Trainingslager gelegt, beim "Heckers" im hessischen Gründau. Karl Diehm, Inhaber und Geschäftsführer legt mit seinem Team auf den gelingenden Start großen Wert. Dahinter stehen schließlich 16 Ausbildungsberufe. Offeriert wird auch im Hause Kunzmann ein Duales Studium. Im Vorfeld erhalten die "Neuen" über das "Kunzmann Kino" ein Video, das inhaltlich von den "amtierenden Lehrlingen" produziert wird. Auch die Brücke zur Berufsschule wurde digital aufgebaut. Dennoch, neben der digitalen Bewerbung fand im Vorfeld mit jedem Auszubildenden ein persönliches Gespräch statt. Hier die 63 "Jungen Sterne" im Bild:

© Foto: Autohaus Kunzmann

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Donnerstag, 9. September 2021

Die Winterreifen-Saison steht an!

Alle Jahre wieder! Reifen-Marktführer ATU trommelt bereits. Da wird bis zum 30. September 2021 zum einen ein Vorteilspaket gefahren. Und zum anderen Basis-, Puls- und Premium-Leistungen aufgerufen. Für die Radeinlagerung für eine Saison (vier Räder) werden 40 Euro (inkl. MwSt.) verlangt.

© Foto: ATU

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Spruch der Woche:

"Das Automobil schafft Individualität, Mobilität und Lebensqualität. Das autonome Auto wird gerade für ältere Menschen noch mehr Nutzen stiften."

Mit zuversichtlichen automobilen Grüßen und der Gewissheit, dass das Produkt Auto weiter eine große Zukunft hat.

Ihr

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS
www.brachat.de


Der nächste HB ohne Filter erscheint am 17. September 2021!

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KOMMENTARE


R.Moog

11.09.2021 - 00:00 Uhr

Zu Sommerakademie 2021, Punkt 12. "Im Service gilt es, die Fahrzeugkategorie bis sechs Jahre alt zurück zu holen" Das ist schwer bis unmöglich! Die bessere und leichtere Aufgabe ist es, die Fahrzeuge bis 6 Jahre (und länger), im fabrikatsgebundenen Autohaus zu halten. Dies ist mit vertretbarem Aufwand möglich, d.h. konsquent das Anwenden, was eigentlich jedes AH weiß und kann. Wer's vergessen hat, oder Unterstützung braucht, kann sich gerne melden :-) VG


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