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HB ohne Filter: Opel-Hoffnung +++ Santander-Versicherungswelt +++ Dacia-Markenauftritt

© Foto: Ralph M. Meunzel/AUTOHAUS

Unabhängig, scharfsinnig, auf den Punkt: der aktuelle Wochenkommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat!

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Datum:
30.07.2021
Lesezeit: 
10 min

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Die Top-Themen heute: Die neue Opel-Hoffnung - Uwe Hochgeschurtz? +++ Santander mit neuer mobiler Versicherungswelt +++ Dacia - die neue Performance: "Einfach gut" +++ Vorbereitung auf die vierte Welle - Maßnahmenvorschläge +++ Unternehmensnachfolge und Zusammenschlüsse

Steigen Sie ein in die Diskussion! Am Ende des Beitrags finden Sie den Button "Kommentare". Klicken Sie darauf und kommentieren Sie Prof. Brachats Standpunkte.

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Montag, 26. Juli 2021

Die neue Opel-Hoffnung - Uwe Hochgeschurtz?

Das war sicher von längerer Hand vorbereitet, dass der bisherige Opel-Chef Michael Lohscheller (52) so rasch nach seinem Ausscheiden in Vietnam gelandet ist und dort bei Vinfast Global die Vietnamesen mit E-Fahrzeugen erfolgreich auf dem Weltmarkt einführen soll. Erstaunlich, wie rasch Top-Manager, Geheimnisträger, ihr Hemd wechseln. Wenn man - wie Lohscheller - über 100 Marathonläufe hinter sich hat, tut man sich da im Trikot-Wechsel konditionell sicher leichter.

Marktwachstum

Nun wartet auf den Nachfolger Uwe Hochgeschurtz die ganz große Nummer. 2020 brach ein Drittel des Opel-Absatzes ein. Man ist bei 633.000 Einheiten gelandet. Eine Million sollten es sein. Seit Peugeot 2017 Opel übernommen hat, ist der Marktanteil in Deutschland von sieben auf fünf Prozent gefallen. Das ist u.a. die Folge von Margenkürzungen, Streichen von Verkaufsaktionen, Reduzierung von Marketingaktionen und der Demotivation der Händler - wie der Opel-Verkaufsmannschaft vor Ort. Trotz der gegenwärtigen vertraglichen Stellantis-Wackelpuddingpolitik sollen die Opel-Händler auch noch bis zum 31. Oktober 2021 "Opel Digital@Retail" umsetzen, obwohl das Programm, das pro Standort wieder 6.000 Euro verschlingt, die Händler vom Nutzen her wenig überzeugt.

Das wird für den Neuen alles andere als ein Bilderbuchstart werden, zumal der Opel-Chef innerhalb der Stellantis-Gruppe in Paris auf wenige Fans treffen wird. Man stelle sich auch die Konstellation vor, wenn ab August in Rüsselsheim FCA, PSA und Opel unter einem Dach hausen. Welch ein Kulturschock! Und Hochgeschurtz wird obendrein auch noch die internationale Marktachse für Opel weiten müssen. Wachstum! Wachsen mit Gewinn? Mit welchen "Tavares-Mitteln"?

Neuausrichtung

Der VDOH, der Opel-Händlerverband, hat in seinem letzten Newsletter zur Absichtserklärung (LOI) von Stellantis vom 15. Juli 2021 Stellung bezogen und Ratschläge erteilt. Diese vorgelegte Absichtserklärung sollen die Händler rechtsverbindlich bis zum 30. September 2021 unterschreiben, obwohl sie den eigentlichen Händlervertrag mit seinen neuen Inhalten noch gar nicht kennen. Die VDOH-Empfehlung: "Meine Einverständniserklärung besteht unter der auflösenden Bedingung, dass neuen Vertriebsformate, Vertriebskonditionen und die zukünftigen einzelnen Vertragsinhalte meine einschränkungslose Zustimmung finden." Wichtig!

Gleichermaßen ist es sinnvoll, dass die Händler zustimmen, dass der VDOH-Vorstand die Vertragsverhandlungen führt. Gleich die weitere Empfehlung, es sollte kein Händler eine Unterschrift unter neue Verträge setzen, solange diese vom VDOH-Vorstand nicht empfohlen bzw. freigestellt sind. Hier der Nachweis für diese Notwendigkeit. Wenn der Stellantis-Chef Deutschland, Amaury de Bourmont, in einem Interview zum Peugeot-Urteil des Obersten Gerichtshofs in Wien meint, die Entscheidung sei ausschließlich im Kontext des österreichischen Rechtssystems gefallen, dann möge ihm einer mal das 94-Seiten-Urteil im Klartext übersetzen und erklären. Die Arroganz der Antwort zeigt die wahre Wertschätzung für den Automobilhandel: Null! Warum äußert sich derzeit keiner aus dem Hause Stellantis zu all den gewichtigen Zukunftsfragen? Die Oberen geben stringent vor und sind weit weg. Und die Unteren hocken vor Ort in ihren Schützengräben (Homeoffice) und hoffen auf besseres Wetter.

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Dienstag, 27. Juli 2021

Santander mit neuer mobiler Versicherungswelt

Santander kündigt eine neue Produktfamilie für Mobilitätsversicherungen an. Das Neue ist über umfangreiche Kundenbefragungen und gemeinsamen Roadshows mit Handelspartnern entstanden. Die neue Versicherungswelt wird in Kosyfa integriert, um verkaufswirksam umgesetzt werden zu können. Die Einladungen zur Produktvorstellung und praktischen Umsetzung in den Betrieben gehen am 2. August 2021 den Händlern zu. Man darf auf die Inhalte gespannt sein. Vor allem auf die Unterschiede zu den Offerten der Automobilclubs ADAC, AvD u.a. Mobilitätsversicherungen haben zum Inhalt, so auf der Fahrt zur Arbeit, zum Einkaufen oder Reisen das Auto "stehen" bleibt, erfolgt Pannenhilfe, Abschlepp-Service u.a. Santander ist ja über seine 16.000 Handelspartner, über seine Distriktleiter, seinen starken Außendienst, VCM-Berater und die Key-Account-Manager Versicherung sehr nahe im Front-Geschehen involviert. Wir werden über die Details mit Interesse berichten.

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Mittwoch, 28. Juli 2021

Dacia - die neue Performance: "Einfach gut"

Renault übernahm 1999 die Mehrheit am rumänischen Hersteller. Inzwischen wurde mit Dacia parallel zu Renault eine komplett separate Organisation aufgebaut. Dacia ist die meistverkaufte Marke im Retail-Geschäft an Privatkunden in Europa. Der Sandero gilt mit einem Basispreis von 8.690 Euro als billigster Neuwagen auf dem deutschen Markt. Dacias Marktanteil in Deutschland liegt aktuell 1,46 Prozent. Jetzt will man mit einem neuen Logo, neuer Schrift, neuem Claim und neuen Farben die Marke neu positionieren.

Dazu schreibt mir mein Hochschulkollege Dr. Armin Schirmer, früher langjähriger Direktor für Marketingnund Vertrieb bei der BMW AG, erfahrener Markenspezialist: 

"Das neue Logo mit neuer Typographie ist auf die Buchstaben D und C reduziert, die spiegelbildlich angeordnet sind. Die zackigen und pfeilartig aufeinander zulaufenden Buchstaben sollen, so der Hersteller, 'die Essenz von Dacia als Marke verkörpern' und ein 'Gefühl von Bewegung' vermitteln. Die geometrische, bewusst reduzierte Typographie sei Ausdruck dieser 'aufs Essenzielle konzentrierten Philosophie'. Das klingt wirklich philosophisch. Die neue Basisfarbe ist Khaki-Grün, als 'Referenz zum Outdoor-Spirit der Marke'. 

Dacia hatte bisher den kreativen und passenden Slogan: 'Das Statussymbol für alle, die kein Statussymbol brauchen'. Aber mit dem neuen dem Logo und der Schriftart gibt es auch einen neuen Slogan: 'Einfach gut'. Der ist zweifellos verständlich, merkfähig und er passt zur Marke. Die zwei Attribute 'einfach' und 'gut' repräsentieren die markenprägenden Eigenschaften. Aber kommt einem das nicht irgendwie bekannt vor? Richtig, der Slogan von Skoda lautet: 'Simply clever', auf Deutsch 'einfach schlau'. Schaut man in die Historie der Skoda-Slogans, so findet man ab 1992 den Slogan 'Ganz einfach gut'. Zwei Marken-Slogans - ein Gedanke. Welcher Zufall!“

Das neue Dacia-Logo
© Foto: Dacia

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Donnerstag, 29. Juli 2021

Vorbereitung auf die vierte Welle - Maßnahmenvorschläge

Für den Herbst/Winter ist mit einem Anstieg der Infektionszahlen zu rechnen. Bester Schutz: eine hohe Impfquote. Die vierte Welle hat begonnen. Die meisten neuen Covid19-Erkrankungen gehen auf die Delta-Mutante zurück. Basismaßnahmen bleiben AHA+A+L, sprich Abstand, Hygiene, Alltag mit Maske, Corona-Warn-App, Lüften. Nachstehende PDF-Datei, die wir vom Landesverband Baden-Württemberg erhielten, gibt eine umfassende Übersicht mit Handlungsempfehlungen und Szenarien zum Stand der Corona-Dinge:

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Donnerstag, 22. Juli 2021

Unternehmensnachfolge und Zusammenschlüsse

Wer gegenwärtig die vertriebspolitische Neuausrichtung mit 14 Marken unter einem Dach bei Stellantis vor sich sieht, erhält einen klaren Nachweis für anstehende Unternehmenszusammenschlüsse, Unternehmensveräußerungen bis hin zur weiteren Konzentration in der Branche. Nahezu alle Hersteller/Importeure wollen gezielt ihre Netze nach eigenen Vorstellungen reduzieren. Weniger Ansprechpartner bedeutet für sie weniger Vertriebskosten. Weniger Ansprechpartner bedeutet mehr Aufgabenverlagerung, sprich Kostenverlagerung auf größere Einheiten, weiter unten, sprich auf den Handel. Und über das Agenturmodell bedeutet das reduzierte Margen sowie Ausweitung des Direktvertriebes. Das gegenwärtige Modell von Stellantis, man denkt an Gier und Größenwahn, erinnert stark an die "Weltauto-Ära" von Daimler-Chrylser-Mitsubishi, die Drei-Welten-AG, mit der der damalige Daimler-Konzernchef Jürgen Schrempp im Ergebnis sage und schreibe 100 Milliarden Euro in den Sand setzte. Es funktionierte nicht!

Jeder Händler fragt sich bei derartigen Wandlungen, wo bleibe ich? Und da gerät mancher als schwächstes Glied in der Kette in einen Ausleseprozess. Es sei einmal deutlich gesagt und vorangestellt, es gibt auch eine Zukunft, ohne Markenhändler zu sein. Noch klarer, es geht im Leben immer weiter. Betätige Dich z.B. als freier Mehrmarkenhändler. Besorge Deinem Kunden das Auto, egal welcher Marke, das er sich wünscht. Die Online-Welt macht das möglich. Einkaufsquellen dafür haben wir mehrfach vorgestellt. Setze auf die persönliche Begegnung mit Deinen Kunden und Deinen persönlichen Service mit Deinem gesamten Team. Lebe Deine Marke.

Und das macht die vorliegende Studie deutlich: Arbeitet nicht gegeneinander, sondern miteinander. Geht aufeinander zu, kooperiert. Zusammenarbeiten, nicht fusionieren. Bleibe Unternehmer!

© Foto: AUTOHAUS

Die Studie zeigt auch, wie man eine Nachfolge substantiell angeht. Hier wird ganz deutlich herausgearbeitet, dass die Integration der schwierigste Teil ist. Also nicht nur die rechtliche Regelung, sondern die aktive Gestaltung der "Transformation" in das Neue macht es. Ich bin wirklich stolz und voller Freude, dass sich "unsere Zukunft", sprich junge Studentinnen und Studenten an unserer Hochschule für Automobilwirtschaft in Geislingen mit großem Engagement sich diesem komplexen Thema gewidmet haben. AUTOHAUS-Abonnenten laden sich die Studie kostenfrei bei AUTOHAUS next herunter: https://www.next.autohaus.de/ecampus/86048

© Foto: AUTOHAUS

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Spruch der Woche:

Die EU-Kommission will ab 2035 keine Diesel- und Benzinautos mehr zulassen. Eine große Mehrheit der Deutschen - 59 Prozent - lehnt ein Verbot von Autos mit Verbrennungsmotor ab.

 

Auf ein freudiges Monatsfinale

Ihr

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS
www.brachat.de


Der nächste HB ohne Filter erscheint am 6. August 2021!

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KOMMENTARE


Peter Arend

31.07.2021 - 22:18 Uhr

Das Geld für das neue Logo hätten sich die Verantwortlichen sparen können! Einfach ohne - Dacia - Sinn!


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