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HB ohne Filter: Originalteile +++ Fahrradabo +++ Stellantis - Netzpolitik und E-Transformation

© Foto: Ralph M. Meunzel/AUTOHAUS

Unabhängig, scharfsinnig, auf den Punkt: der aktuelle Wochenkommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat!

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Datum:
09.07.2021
Lesezeit: 
10 min

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Die Top-Themen heute: Originalteile - die bessere Alternative? +++ "Swapfiets" - das Fahrradabo in Münster +++ Stellantis-Netzpolitik und "Tag der Elektromobilität 2021" +++ Springbrunnenidylle – 60 Jahre Autohaus Gehlert

Steigen Sie ein in die Diskussion! Am Ende des Beitrags finden Sie den Button "Kommentare". Klicken Sie darauf und kommentieren Sie Prof. Brachats Standpunkte.

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Montag, 5. Juli 2021

Originalteile - die bessere Alternative?

Der ADAC hat Bremsscheiben und -beläge für den Golf VII aus der Erstausrüstung und aus dem Zubehörhandel getestet. Verglichen wurden die Kriterien Bremsleistung, Bremswege, Verschleiß und Belagstärke. Nachstehende Tabelle macht deutlich, dass VW mit dem Originalteil nicht auf Platz eins steht, sondern ATE. 

© Foto: ADAC

Die Notenskala reicht von 1,7 bis 3,5. Und die Preislandschaft von 100 bis 432 Euro. ATE als Testbester verlangt 250 Euro, VW 432 Euro. Womit einmal mehr belegt sei, dass die Hersteller im Teilebereich mehr als satte Gewinne einfahren. Bei "ams" stimmten aktuell 9.238 Leser über ihre Bezugsquellen ab. Danach bevorzugen 56 Prozent der Befragten die Originalteile vom Auto-Hersteller. Wenn das kein Marken-Image ist. Es sei festgehalten, dass die Teilepreise seit 2013 bis heute um 35 Prozent gestiegen sind.

© Foto: auto motor sport

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Dienstag, 6. Juli 2021

"Swapfiets" - das Fahrradabo in Münster

Diese Woche führte mich der Weg zum Mercedes-Vertreter Beresa, in Sonderheit zu Geschäftsführer Andreas Muthig und seinem Führungsteam nach Münster. Der Detailbericht folgt in AUTOHAUS. Auf dem Rückweg zum Bahnhof gab mir Andreas Muthig eingehende Instruktionen zur Fahrradstadt Münster. Bei 315.000 Einwohnern sind dort 500.000 Fahrräder im Einsatz. Wer rund um den Hauptbahnhof dieses "Fahrrad-Meer" auf sich wirken lässt, ist sprachlos. Man schaue sich die Dimension der "Radstation Münster Hbf" an. Direkt am Bahnhof. Tiefgarage! Das Ganze ist über die Jahre nach und nach gewachsen. 35 bis 40 Prozent der täglichen Stadtfahrten werden über das Fahrrad getreten. Das gesamte Radwegenetz der Stadt macht inzwischen 300 Kilometer aus. 293 Kilometer davon sind Bordsteinradwege.

Da meinte neulich Dieter Nuhr: "China baut 216 neue Flughäfen, und wir glauben, dass das Fahrrad das Verkehrsmittel der Zukunft ist." Welch unterschiedliche Dimension der Standpunkte. Nun hat sich über "Swapfields" in Münster ein Anbieter etabliert, der allerdings deutschlandweit das Fahrrad-Abo offeriert. Man erkennt die Räder an den blauen Vorderrädern. Es gibt als Fahrradtyp drei Rahmengrößen, mit besonderen Schlüsseln. Pro Monat kostet das Fahrrad-Abo 17,50 Euro, für Studenten 15 Euro. Ist das Rad defekt, wird es im Laden oder vor Ort von einem Repteam instandgesetzt. Sollte ein Fahrrad gestohlen werden, gibt es mit 60 Euro Eigenbeteiligung ein neues. Insgesamt werden in Münster pro Jahr rund 1.800 Fahrräder gestohlen. Anhand der Rahmennummer lässt sich der jeweilige Besitzer/Abo-Nehmer identifizieren. Der jeweilige Vertrag ist monatlich kündbar. Einschlägige Kreise nutzen den Fahrradsattel zu Werbezwecken.

Obwohl "Auto & Fahrrad" in Münster eine respektable gemeinsame Vergangenheit hat, wird das Verhalten der Radfahrer als rüppelhafter als das der Autofahrer charakterisiert.

Fahrradstadt Münster
© Foto: Prof. Hannes Brachat

Mittwoch, 7. Juli 2021

Stellantis-Netzpolitik - Maria Grazia Davino

In Frankfurt konnte ich vergangene Woche die Vertriebs- und Marketing-Chefin von Stellantis, Maria Grazia Divino, unter anderm zur Netzpolitik sowie zum gewichtigen Peugeot-Urteil in Wien befragen. Lesen Sie ihre Antworten:

Maria Grazia Davino, Sales and Marketing Director Stellantis Enlarged Europe
© Foto: Prof. Hannes Brachat

Händlerpolitik

AH: Stellantis hat europaweit alle Händlerverträge für 2023 gekündigt. Das sorgt für eine große Unsicherheit in den Autohäusern, wie es weitergehen soll?

M. G. Davino: Wir sind derzeit europaweit in zahlreichen Gesprächen mit Händlern. Wir haben die Strategie strukturiert und Workshops dazu abgehalten. Ja, wir haben als Hersteller eine Vision. Aber im Austausch mit den Händlern lernen wir die Grenzen unserer Sichtweise kennen. Meine Tür ist immer offen. Wir sprechen auch individuell mit den Händlern. Mitte Juli werden wir die Händlerschaft informieren, wer Teil der Organisation bleiben wird, wer sehr wahrscheinlich bleiben wird und wer leider nicht mehr Teil der Organisation sein wird. Die Händler, mit denen wir weiterhin zusammenarbeiten werden, werden wir fördern, damit sie das erfüllen können, was wir für eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft für notwendig halten.

Peugeot-Urteil

AH: Sie waren von 2014 bis 2016 Chefin von Fiat in Österreich. Jetzt hat der Oberste Gerichtshof in Wien in letzter Instanz am 22. März 2021 ein Hammer-Urteil bestätigt. Inzwischen gehört Fiat zu Stellantis, und der Konzern hatte die Verantwortung bei der Umsetzung der Vorlage bis zum 22. Juni 2021. Werden die Anforderungen des OGH nun umgesetzt?

M. G. Davino: Wir sind Lernende. Wir haben unsere Sicht der Dinge dazu an das OGH in Wien geschrieben. Und ich hoffe wirklich, dass es jetzt vorwärts geht und wir weiter zusammenarbeiten werden. Für wen ist die Konfrontation sinnvoll? Kurzfristig macht es Sinn für diejenigen, die daraus möglicherweise Geld erhalten. Aber unsere Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Händlern ist langfristig, ist für die gemeinsame Zukunft angelegt. Lassen sie uns darauf konzentrieren, was uns alles eint.

Die "Politikerin" hat sich sehr diplomatisch geäußert. Über der Sache stehend. Gut, Frau Davino trägt erst seit April 2021 die Europa-Verantwortung für diesen Bereich. Die Klarheit ihrer Aussage besteht aber darin, dass sie die Zukunft gemeinsam mit guten, erfolgreichen Händlern gestalten möchte. Unter ihrer Verantwortung wäre es zu einem "Wiener Urteil" vor dem Obersten Gerichtshof in Wien erst gar nicht gekommen. Das WIE ist ihr stets ein wichtiges Anliegen. Ob sie in der anstehenden Umsetzung, auch der neuen Händlerverträge, ihrem angestammten Stil treu bleiben kann, sollte man mit großen Fragezeichen versehen.

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Donnerstag, 8. Juli 2021

Stellantis - "Tag der Elektromobilität 2021"

Den 8. Juli hat der Chef von Stellantis, Carlos Tavares, zum "Tag der Elektromobilität 2021" gemacht. Ein weiterer großer Konzern proklamiert damit seine E-Transformation und will bis 2025 30 Milliarden Euro für diesen Weg investieren. Nächste Woche wird EU-Präsidentin Ursula von der Leyen die EU-Klima- und Energiepolitik "Fit for 55-Paket" vorstellen. Der VDIK verkündet bereits monatlich mit Halleluja-Rufen den Durchbruch des Elektroautos. Nicht nur die Politik, auch mehr und mehr Hersteller gehen offensichtlich dem Verbrennermotor gezielt an den Kragen.

VDA-Präsidentin Hildegard Müller zeigt da größeren Sinn für Realitäten. Zum einen bedarf es in ganz Europa eines funktionierenden und praktikablen Ladenetzes. Dann sind die Kunden-Vorbehalte in der Reichweite der E-Fahrzeuge technisch zu lösen. Und die E-Preise sollten sich ohne staatliche Förderprämie den Verbrennern mehr und mehr angleichen. Zuletzt stellt Hildegard Müller die richtige Forderung auf, selbst wenn wir nun die Transformation über E-Autos angehen, gibt es weltweit immer noch 1,4 Milliarden Pkw, die als Verbrenner unterwegs sind. Wie sieht deren CO2-Lösung aus? Saubere Kraftstoffe, ergo E-Fuels. Wo bleiben sie? Und dann bedarf es sauberen Stroms. Man kann gegenwärtig gar keinen Ökostrom tanken. Das ist gegenwärtig ein Strommix aus Kohle-, Erdgas, Kernkraftwerken, Wind- und Solarenergie. Es gibt nur ein Stromnetz. Es sei denn, es produziert und speichert einer seinen Strom im Hause selber.

Es sei auch an den Gedanken für die Industriewandlung erinnert, dass die Stromer in der Entwicklung wie der Produktion viel günstiger sind als die Verbrenner. Bitte, welcher Teile-Umsatzschwund ist damit auf Dauer verbunden? Wie wird man den Ertragseinbruch über das Mineralöl auffangen? Und mit dem Autonomen Fahren wird nochmals eine ganz neue Schublade aufgezogen. Apple wird dann sicher mit dabei sein.  

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Freitag, 9. Juli 2021

Springbrunnenidylle – 60 Jahre Autohaus Gehlert

Wir haben am 14. Mai 2021 in einer ausführlichen Bilder-Story das Jubiläumsjahr für das Autohaus Gehlert in Freiburg aufgezeichnet, unter anderem mit einer sensationellen Firmenchronik, Weinpräsenten und der "VW-Käfer-Seife". Schließlich wurde den Kindern der Kunden eine kleine Freude geschenkt. Für sie wurden kleine rote Rücksäcke in verschiedenen Größen sowie passende Warnwesten in gelber Signalfarbe aufgelegt. Der neue Springbrunnen, er sprudelt nun und belebt das automobile Parkareal. Für einen solchen Springbrunnen muss man 25.000 Euro investieren.

Ein Blick auf das automobile Parkareal im Volkswagen Zentrum Freiburg
© Foto: Prof. Hannes Brachat

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Spruch der Woche:

Bleibt die Impfquote bis zum Herbst unter 70 Prozent - über 80 Prozent sollten es sein-, könnte im Herbst eine vierte Corona-Welle Realität werden. Es sollte daher massiv für das Impfen geworben werden, besonders in den Kreisen, die am häufigsten mit dem Virus Kontakt haben.

Mit meinen besten Grüßen und Wünschen

Ihr

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS
www.brachat.de


Der nächste HB ohne Filter erscheint am 16. Juli 2021!

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