Das insolvente Autohaus Schorr richtet sein Geschäft neu aus. "Es wird weitergehen. Unser Ziel ist es, den Betrieb zu stabilisieren und zukunftsfähig aufzustellen. Dafür müssen wir im Rahmen des Verfahrens auch bestehende Strukturen kritisch prüfen", sagte Geschäftsführer Sascha Schorr am Dienstag laut einer Mitteilung. Die Geschäftsleitung arbeite gemeinsam mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung an konkreten Sanierungsschritten und strategischen Optionen.
Hintergrund: Über das Vermögen der Autohaus Schorr GmbH mit Hauptsitz in Eisenach war Anfang Februar 2026 das vorläufige Insolvenzverfahren angeordnet worden (wir berichteten). Das Amtsgericht Meiningen bestellte dabei Rechtsanwalt Rolf Rombach zum vorläufigen Insolvenzverwalter.
Kosten, Zinsen, Herstellervorgaben
Belastend wirkten laut Mitteilung des Insolvenzverwalters anhaltend hoher Kostendruck im markengebundenen Handel, gestiegene Finanzierungskosten für Fahrzeugbestände (hohes Zinsniveau) und strukturelle Veränderungen in den Vertriebssystemen der Hersteller. Zudem führten Fördereffekte bei E‑Autos zu Verwerfungen: Die abrupte Beendigung der Prämie Ende 2023 sowie die jüngst reaktivierte Förderung hätten den Druck auf die Gebrauchtwagenpreise enorm erhöht, hieß es.
"Unser Ziel ist es nun, zügig eine tragfähige Zukunftslösung für das Unternehmen zu erarbeiten", betonte Rombach. Der Geschäftsbetrieb laufe während des Verfahrens uneingeschränkt. Verkauf, Service und Werkstatt blieben an allen Standorten geöffnet.
Die Schorr-Belegschaft umfasst rund 150 Mitarbeitende. Löhne und Gehälter sind durch die Insolvenzgeld‑Vorfinanzierung gesichert.
Das Autohaus Schorr ist Markenhändler von Opel, Peugeot, Citroën, Fiat, Abarth, Land Rover, Hyundai und Isuzu. Das Unternehmen startete 1994 in Eisenach mit seinem ersten Autohaus, 1998 folgte in Mühlhausen der zweite Betrieb. Seit 2018 gehören auch Standorte in der Landeshauptstadt Erfurt und in Arnstadt zum Verbund.