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HB ohne Filter: Peugeot-Urteil Austria +++ Agentenstatus im Autohandel +++ Green Policy bei Audi +++ Lead4Car "pimpt" Werkstattauslastung +++ Unser Mann für Berlin auf Tour

© Foto: Ralph M. Meunzel/AUTOHAUS

Unabhängig, scharfsinnig, auf den Punkt: der aktuelle Wochenkommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat!

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Peugeot-Urteil  Austria - Abstellungsaufträge +++ Agentenstatus im Autohandel - Ja oder Nein? +++ Green Policy – Audi schafft ab 2026 den Verbrennungsmotor ab? +++ Lead4Car "pimpt" Werkstattauslastung +++ Unser Mann für Berlin auf Tour – Holger Bormann

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Montag, 14. Juni 2021

Peugeoturteil  Austria - Abstellungsaufträge

 

Peugeot Austria war gehalten, zum 22. Juni 2021, also drei Monate nach dem Hammeruteil des Obersten Gerichtshofs (OHG) in Wien zu reagieren. Dazu hat Peugeot nun ein Antwortschreiben vorgelegt. AUTOHAUS hat dazu einige wichtige Feststellungen auf AUTOHAUS-Online (24. Juni 2021) dargestellt. Rechtsanwalt Dr. Peter Thyri, der als Kartellrechtler das Urteil für den Peugeot-Händler Büchl erstritten hat, erläuterte mir in einem Gespräch, dass die Peugeotvorlage noch im Detail mit dem 94-Seiten-Urteil abzugleichen ist. Peugeot präsentiert zwar nun ein Schreiben, aber mit der Peugeot-Händlerschaft fand dazu bislang kein Gespräch statt. Auch wenn das Urteil sich auf die Vorgänge bei einem einzelnen Händler bezieht, so gilt die Wirkung des Urteils für alle anderen Händler von Peugeot, die inhaltlich den gleichen Händlervertrag vorliegen haben. Außerdem ist davon auszugehen, nachdem europäisches Kartellrecht und deutsche Rechtsprechung in das OGH-Urteil einbezogen sind, dass davon sowohl für andere Marken als auch europaweit eine Signalwirkung ausgeht. Wir bleiben dran, bis man sich über die weitere Vorgehensweise in Österreich entschieden hat. Findet ein Detailgespräch mit den Peugeothändlern und entsprechende Änderungen statt oder wird man eine erneute Klage einreichen müssen?

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Dienstag, 29. Juni 2021

Agentenstatus im Autohandel - Ja oder Nein?

Laut unserer aktuellen Befragung - siehe Abb. - sehen von über 1.144 Teilnehmern 52 Prozent im Agenturmodell keine Zukunft für den Automobilhandel, 41 Prozent begrüßen das Agenturmodell als Vertriebsmodell der Zukunft. Im Klartext: Da steckt noch viel Aufklärungsarbeit dahinter. Es sind noch einige Hürden zu nehmen, ja das ganze Agenturmodell hat auch ein Stück Pioniercharakter. Am besten wäre, die Händlerschaft würde bei der jeweiligen Marke in die Strategie-Diskussion mit einbezogen.

Abb.: Live-Abstimmung bei AUTOHAUS zum Agenturmodell
© Foto: Screenshot Prof. Hannes Brachat / AUTOHAUS

Der Teufel steckt wie so oft auch hier im Detail. Mercedes-Benz fährt das System (echte Agentur) bereits in Schweden und startet zum 1. August in Österreich. Ab 2023 in Deutschland. Die neuen Mercedes-Benz-Verträge werden aktuell zugestellt und sind bis zum 16. August 2021 zu unterschreiben. Sie stellen quasi eine Vertragsänderung an. Wie man hört, hat die GVO für diese neuen Verträge keinerlei Gültigkeit mehr. Ergo: Das Agenturmodell kommt! VW hat die unechte Agentur im Sommer 2020 bei den E-Autos der ID.Familie eingeführt. Unechte Agentur meint, hier ist der Automobilhändler auch Vermittler, aber beispielsweise in der Preisgestaltung im Gebrauchtwagenbereich frei. Andere Hersteller werden folgen. Bei der Komplexität, die in der echten Agentur dahintersteckt ist wirklich zu fragen: Ob das für jede Marke sinnvoll ist?

Das Agenturgeschäft bedeutet, der Händler wird vom Unternehmer zum Vermittler. Manche interpretieren das gleich als Aufgabe des Unternehmertums. Das stimmt so nicht. Im Rahmen der neuen Vertragsregelung bleibt er weiterhin Unternehmer. Umgekehrt, wir sind Automobilhändler. Ein echter Händler will handeln. Handeln meint, sehr billig einkaufen und sehr teuer verkaufen. Darin wird auch eine Portion Zockertum im Naturell angesprochen, das zur individuellen Freude wird. Ja, dieser Zocker-Einschnitt ist für echte Händler mental gleichzusetzen mit Eingrenzung. Man will aber mit dem echten Agenturmodell die Fixkosten im Vertrieb reduzieren. Ferner den Intrabrand-Wettbewerb. Sprich die uferlose Rabattitis, eine milliardenschwere Geldvernichtungsmaschine soll gestoppt, der Re-Import eingegrenzt werden.

Die absolute Preishoheit liegt zukünftig beim Hersteller. Wie sieht die Preisgestaltung künftig Online, wie Offline aus? Und gleich stellt sich die Frage, wie man den Rationalisierungsgewinn des Ganzen aufteilt? Werden Standards reduziert? Abschaffung der Dispo, die der Hersteller übernimmt? Welche personellen Konsequenzen hat das im Übergang? Umgekehrt, wie werden neue Investitionen in Bauten, in die IT-Landschaft u.a. angesetzt? In welcher Dimension werden die fixen, wie die variablen Margenbestandteile gewichtet? Wie viele Fahrzeuge werden vom Hersteller künftig als Vorführwagen, Werkstattersatzwagen, als Ausstellfahrzeuge zur Verfügung gestellt? Wer betreibt das Forderungsmanagement? Nochmals, da steckt eine hohe Komplexität dahinter. Aber bitte, Mercedes-Benz hat sie vertraglich geregelt und wird da sicher nach und nach feinjustieren müssen.

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Mittwoch, 30. Juli 2021

Green Policy – Audi schafft ab 2026 den Verbrennungsmotor ab?

Audi kündigt ab 2026 nur noch E-Autos (A3, A4 und A6) ohne Verbrenner-Nachfolger an. Gut Audi ist die Keimzelle des VW-Dieselskandals und nach fünf Jahren versucht auch Herr Stadler nach dem 52. Verhandlungstag vor Gericht, das Diesel-Thema vergessen zu machen. Außerdem ist gut zu wissen, dass sowohl VV-Konzernchef Diess als auch Audi-Chef Duesmann vor ihrer VW-/Audi-Zeit in hohen BMW-Ämtern agierten und dort 2013 mit dem i3 erfahren mussten, dass das Leben auch die bestraft, die zu früh dran sind. Man sollte Verbrenner erst dann reduzieren, wenn sich das E-Auto wirklich etabliert hat. Wer die gegenwärtige Realität der E-Autos im Handel sieht, stellt fest, dass da der zweite Schritt vor dem ersten gemacht wird. Das beginnt bei der Ladeinfrastruktur bis hin zum Faktum, dass die Klimabilanz von E-Autos aufgrund der Stromproduktion wirklich nicht "grün" läuft. VW-Konzernchef Herbert Diess meint, dass bis 2030 keine andere Technologie wettbewerbsfähig ist, ob nun die Brennstoffzelle oder E-Fuels. 

Dennoch, warum wird auch politisch grundsätzlich keine größere Technologieoffenheit gefahren? Für Wasserstoff? Oder für synthetische Kraftstoffe? Es sind doch nicht die Motoren das Problem, sondern der fossile Kraftstoff. Hätten wir den synthetischen Kraftstoff, könnten weltweit die 1,4 Mrd. "Stinker" auf einen Schlag CO2-frei fahren. Wer verhindert die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe? Man könnte in deren Entwicklung viel weiter sein.

Im Tun zeigen sich weitere Widersprüche. 80 Prozent der Bevölkerung sprechen sich für erneuerbare Energien aus, aber nur 40 Prozent nehmen die höheren Kosten in Kauf. 26 Prozent beziehen derzeit Ökostrom. Wenn nächstes Jahr in Deutschland, nicht in der Schweiz, nicht in Frankreich etc. die letzten Kernkraftwerke vom Netz genommen werden, nimmt der Anteil an schmutziger Stromerzeugung in Deutschland zu. Wenn China allein so viel CO2-Ausstoss produziert wie die übrigen Industriestaaten der Welt zusammen, würde man sich mehr Transparenz, Offenheit und ganzheitliche politische Aktion im so wichtigen Klimaanliegen wünschen.

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Donnerstag, 1. Juli 2021

Lead4Car "pimpt" Werkstattauslastung

Markus Gold gilt in der Branche als Digitalexperte. Er ist auch regelmäßig als Referent der AUTOHAUS-Akademie aktiv dabei. Jetzt hat er mit dem Berliner Beratungsunternehmen "kabema consulting", in der Branche bekannt durch ihre besondere "Automotive Retail-Sparte" das Startup Lead4 gegründet und eine besondere Plattform entwickelt.

Die Story: Ein Kunde kauft bei einem autorisierten Markenhändler ein Fahrzeug, beispielsweise in Aschaffenburg. Er wohnt aber in Hamburg, sprich in einem anderen Service- und Betreuungsgebiet. Noch im Verkaufsgespräch vermittelt der Verkäufer dem Kunden mit dessen Zustimmung über Lead4Car einen Servicepartner in seiner Region, also in Hamburg. Im Anschluss erhält der an das System angeschlossene regionale Händler die Fahrzeug- und die Adressdaten. Brückenbau! Der regionale Händler vor Ort in Hamburg wird mit zusätzlicher Werkstattauslastung gestärkt. Lead4Car erhält für die Vermittlung eine Provision. Dieser "Mehrwertgenerator" wird in der Pilotphase mit Mercedes-Benz aufgelegt, andere Hersteller folgen. Pilotbetrieb ist der für Innovationen branchenbekannte Mercedes-Benz-Vertreter Kunzmann in Aschaffenburg. Ist das nicht große Klasse, wie sich innovative Ideen aneinander reihen und neue Türen öffnen! Weitere Details siehe unter: www.lead4car.de

 Abb.: Lead4Car
© Foto: Screenshot Prof. Hannes Brachat / Lead4 GmbH

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Freitag, 2. Juli 2021

Holger Bormann ist Hyundai- und Mehrmarkenhändler in Wolfenbüttel. Er ist in diesem Wahlkreis für die CDU für den neuen Bundestag, der am 26. September 2021 gewählt wird, nominiert. Zur Stunde ist er politisch auf Tour und zwar mit einem "VW-Bulli". Die Corona-Zeit ließ bislang keine politischen Großveranstaltungen zu. Man muss also als Kandidat auf "Wanderschaft" gehen.

Das Auto-Gewerbe braucht unter 709 Abgeordneten unbedingt einen Vertreter aus dem eigenen Metier, der vor Ort als politischer Brückenbauer wirkt. Man muss an die Quelle, dort, wo die politischen Entscheidungen fallen, um seine Anliegen durchzusetzen. Holger Bormann soll also im neuen Bundestag unser erster Mann im Parlament werden. Wer sein politisches Anliegen unterstützt, kann das mit einer Spende für seinen Wahlkampf unterstreichen. Holger, auf die letzten 90 Tage Wahlkampf. Bleib dran! Weitere Details siehe unter www.holger-bormann.de

Abb.: Holger Bormann, Kandidat für den neuen Bundestag
© Foto: Screenshots Prof. Hannes Brachat / Holger Bormann

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Spruch der Woche:

"Die Mannschaft" -  "DFB-Bus:  Zu verkaufen – viermal benutzt!" (Verfasser unbekannt)

© Foto: tino peisker / MAN Truck & Bus SE

Mit meinen besten Grüßen und Wünschen

Ihr

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS
www.brachat.de


Der nächste HB ohne Filter erscheint am 9. Juli 2021!

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