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Audi weist Vorwürfe zurück: Umrüstung manipulierter Diesel geht voran

Audi weist Vorwürfe zurück
Umrüstung manipulierter Diesel geht voran
Audi weist den Vorwurf zurück, man mache keine Fortschritte bei der Umrüstung manipulierter Diesel.
© Foto: picture alliance/Horst Galuschka/dpa/Horst Galuschka dpa
Zum Themenspecial Abgas-Skandal

Medieninformationen zufolge hat Audi große Probleme, manipulierte Dieselfahrzeuge umzurüsten. Der Hersteller widerspricht und verweist auf Freigaben des KBA.

Der Autobauer Audi weist Vorwürfe zurück, er komme bei der Umrüstung manipulierter Dieselfahrzeuge nicht voran. Der Konzern habe zur Aufklärung der Dieselkrise die relevanten Fahrzeuge analysiert, sich mit dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) über Ergebnisse ausgetauscht und Fortschritte erzielt, erklärte Audi am Dienstag.

Das KBA hatte Ende 2017 in mehreren Bescheiden angeordnet, dass Audi Softwaretricks aus seinen Dieselmodellen entfernen müsse, mit denen die Fahrzeuge offiziell sauber fuhren, aber auf der Straße die Abgas-Grenzwerte deutlich überschritten. Die Behörde hatte daher den Rückruf tausender Fahrzeuge angeordnet und strenge Fristen zu Software-Updates für die Umrüstung vorgeschrieben.

Bei Audi hieß es nun, bei den Modellen der Abgasnorm Euro 6 seien für fünf von insgesamt acht Bescheiden Software-Lösungen vom KBA freigegeben. Für zwei Drittel der einst rund 151.000 zurückgerufenen Autos habe man damit eine Freigabe erhalten. Für die ersten vier Bescheide vom November 2018 habe man die Maßnahmen in Deutschland zu über 90 Prozent umgesetzt. Zusätzlich habe Audi die jüngst freigegebene Lösung für den fünften Bescheid in rund zehn Prozent der davon betroffenen Fahrzeuge abgearbeitet.

Damit seien für knapp 85 Prozent der Euro-6-Autos, die eine Freigabe erhalten hätten, ein Software-Update durchgeführt worden. Bei den Euro-5-Fahrzeugen, bei denen man freiwillige Servicemaßnahmen anbiete, habe man für knapp 75 Prozent der Fahrzeuge Freigaben erhalten.

"Handelsblatt" und der "Bayerische Rundfunk" hatten Kritik geäußert

Zuvor hatten das "Handelsblatt" und der "Bayerische Rundfunk" berichtet, Audi komme bei der Umrüstung der Modelle nicht vom Fleck. Der Konzern habe für die meisten Diesel-Modelle noch nicht einmal alle nötigen Behörden-Formulare eingereicht, hieß es unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung von Ende August auf eine Anfrage der Grünen. Audi habe "für die Fahrzeugmodelle Audi A4, A5, Q7, A6 (3.0, 180 kw), A7 (3.0l, 180 kw), A8 (4.2l), A8L (4.2l), A8 (3.0l, 184 kw), sowie A8L (3.0l, 184 kw) (...) noch keine vollständigen Antragsunterlagen vorgelegt", steht in dem Schreiben. Deshalb könnten die nötigen Software-Updates noch nicht freigegeben werden.

"Die Aufarbeitung des Abgasbetrugs bei Audi wird systematisch verschleppt", kritisierte der Grünen-Verkehrsexperte Stephan Kühn. "Obwohl die Manipulationen teils schon seit anderthalb Jahren bekannt sind, sind etliche Rückrufe weiter nicht angelaufen." (dpa)

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