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Breitschwert: Meister-HU als "weitere Möglichkeit"

Klaus Dieter Breitschwert: "Wir wollen eine weitere, günstigere und kundenorientiertere Möglichkeit für die HU schaffen."
© Foto: Manuel Eder/AUTOHAUS

Pläne innerhalb des Kfz-Gewerbes, die HU in eigener Zuständigkeit durchzuführen, haben für Aufsehen gesorgt. AUTOHAUS sprach darüber mit Klaus Dieter Breitschwert, Präsident des Kfz-Gewerbe Bayerns.


Datum:
21.05.2012
5 Kommentare

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Pläne innerhalb des Kfz-Gewerbes, die Hauptuntersuchung (HU) in eigener Zuständigkeit durchzuführen, hat für Aufsehen gesorgt. AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat sprach darüber mit Klaus Dieter Breitschwert, Präsident des Kfz-Gewerbe Bayerns und Landesinnungsmeister, der sich bei diesem Thema besonders engagiert.

AUTOHAUS: Herr Breitschwert, wieso sollten Autohäuser die Hauptuntersuchung selbst durchführen?

Breitschwert: In vielen Fällen nehmen wir bei HU-fälligen Kundenautos eine Durchsicht vor, die die Prüfpunkte der HU beinhalten. Der Kunde erwartet ja von uns, dass wir das Fahrzeug erfolgreich zur HU vorstellen. Also muss es zuvor auf HU-relevante Mängel überprüft und gegebenenfalls repariert sein. Die Arbeit des Prüfens ist also in diesen Fällen vor dem Eintreffen des Prüfers von uns bereits erledigt worden. Wir stellen dann ein untersuchtes und repariertes Auto zur nochmaligen Untersuchung vor. Der Prüfingenieur nimmt eine erneute Durchsicht vor und klebt dann die Plakette. Hier sehen wir einen relevanten Doppelaufwand, der Kunden wie die Betriebe belastet.

Was wären die Ziele einer Reform?

Wir wollen zwei Dinge gleichermaßen damit erreichen. In erster Linie wollen wir für den Autofahrer einen Doppelaufwand vermeiden und damit zu einer Entlastung der Kfz-Kosten beitragen. Unsere ersten Kalkulationen gehen davon aus, dass wir den HU-Kunden bei den Prüfgebühren gerade aufgrund der Einsparung von doppelten Tätigkeiten in spürbarem Umfang entlasten könnten. Außerdem ergeben sich für unsere Betriebe spürbare terminliche Einschränkungen und ein erhöhter Logistikaufwand durch die von externen Überwachungsorganisationen durchgeführte Hauptuntersuchung. All dies könnten wir effizienter gestalten.

Wie sehen Sie Ihre Initiative im Verhältnis zum bestehenden System?

Das bestehende System soll unberührt bleiben. Die Überwachungsorganisationen haben mit ihren Prüfstellen und -stützpunkten eine etablierte und wichtige Position bei der technischen Fahrzeugüberwachung. Daran wollen wir nichts ändern. Die "Meister-HU" wäre eine weitere Möglichkeit für unsere Kunden, die Hauptuntersuchung in ihrem Kfz-Betrieb ihres Vertrauens durchführen zu lassen. Ich bin sicher, dass unser Wunsch das bestehende System nur in Teilbereichen ergänzen kann. Es wird weiterhin Betriebe geben, die die HU durch eine Prüforganisation durchführen lassen, und Autofahrer, die zur Prüfstelle fahren. Daran wollen wir nicht rütteln, sondern nur eine weitere, günstigere und kundenorientiertere Möglichkeit für die HU schaffen.

Herr Breitschwert, vielen Dank für das Gespräch!

Das vollständige Interview lesen Sie in AUTOHAUS 10, das am 21. Mai erscheint. Klaus Dieter Breitschwert erklärt darin u.a. rechtliche Fragen rund um die Meister-HU, Umsetzungschancen sowie den angepeilten Zeitplan.

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KOMMENTARE


Peter Müller

21.05.2012 - 15:08 Uhr

Ich möchte gerne Anonym bleiben. Ja ich sehe jeden Tag die "Vorgeprüften" Fz der Werkstätten bei meiner Arbeit -i.d.R. sind sie mit nichten vorgeprüft und dem Kunden wird hier ein Mehrwert vorgemacht den angeblich seine Werkstatt erbringt -meist wird dies nicht gemacht -ansonsten wären die vielen Mängel die manche Werkstätten übersehen nicht erklärbar -und meiner Meinung nach schauen hier die kleinen Betriebe so mit 2-3 Mann besser hin wie die "Grossen". Ich bin Prüfingineur -und bekomme jeden Tag von Kd-Meistern erzählt was ich alles "anders" sehen soll. Der Gesetztgeber gibt klare Richtlinien vor und leider versuchen viele Autohäuser auf mich und meine Kollegen Druck auszuüben um in deren Interesse zu entscheiden. Für den einen soll nicht so streng geschaut werden -der Konzern gibt sonst keine Prämie an die Autohäuser wenn Mängel an den Fahrzeugen bestimmter Fabrikate gefunden werden -schreibe ich doch welche auf kommt gleich die Drohung man werde sich jemand anderen suchen der "flexibeler" sei?!? Das andere Autohaus möchte es strenger geprüft haben wie der Gesetztgeber es vorgiebt -bitte viel aufschreiben damit man dem Kunden auch ordentlich was verkaufen kann?!? Beides mache ich nicht mehr mit! Ich versuche genau so zu prüfen wie es vorgesehen ist - mit dem Erfolg, dass ich bei manchen Autohäusern nicht mehr gerne gesehen bin -und nur um es deutlich zu machen es sind nicht nur berühmten "Hinterhofklitschen" die versuchen uns Prüfer unter Druck zu setzen -es sind meist "renommierte" Premiummarken oder Ketten. Sicher könnte man sagen :"Der Mann ist befangen - er arbeitet ja bei einer Prüforganisation" Aber Glauben Sie mir wenn ich sage -es sollte unbedingt weiterhin getrennt werden zwischen dem der verkauft/repariert und dem der die Prüfung/HU vor nimmt. Es gibt hier einfach zu viele Begehrlichkeiten in die eine oder ander Richtung. Sorry ich möchte keine Probleme mit meinem Arbeitgeber oder meinen Kundne bekommen -ich bin gerade Vater geworden und brauche meinen Job, bitte haben Sie Verständis dafür das ich meinen richtigen Namen und meine Emailadresse nicht angebe.


Walter Schäfer

21.05.2012 - 17:49 Uhr

Keine gute Idee! Man kann nicht reparieren und gleichzeitig prüfen. Diskussionen mit den Kunden sind vorprogrammiert! Diese Aufgabe gehört in die Hände einer neutralen Organisation, welche keine wirtschaftlichen Interesse an den erforderlichen Instandsetzungen hat.


Stefan Schmidt

21.05.2012 - 18:32 Uhr

Ja schon klar, dass sich der Herr Breitschwert hinstellt und für die Meister-HU plädiert. Er hat ja auch gar kein Interesse daran, dass "sein" Autohaus mit noch mehr Kompetenz werben kann. So viel zu Unbefangenheit und egoistischem Populismus. Natürlich gibt es manche (wenige nicht kostendeckend arbeitende) Betriebe, die das Personal haben um Durchsichten vor der HU durchführen zu lassen. Aber was ist mit der Großzahl von freien Werkstätten!? Da übernimmt der TÜV die Durchsicht, welche des öfteren sogar dem Kunden (zusätzlich) zur HU-Gebühr verrechnet wird. Wenn Werkstätten ihre eigene HU durchführen dürfen, dann wird wieder ein mal der Kunde der Dumme sein, da den Werkstätten noch mehr Tür und Tor geöffnet wird, um nicht defekte Teile als defekt zu verkaufen.


Dietmar Schneider

21.05.2012 - 22:17 Uhr

Noch vor kurzer Zeit hat der ZDK mit aller Inbrunst dargestellt, wie erfolgreich das duale System in Deutschland ist. Und dass es wichtig ist das Prüfen und Reparatur getrennt sind. Aber ich sehe schon auch einige Meister, welche das Zeugs zum prüfen hätten. Dann aber gilt Gleichbehandlung: acht Monate Ausbildung und eine amtliche Prüfung ohne Anmeldenoten vor einer Länderaufsichtsbehörde. Und dann in der Folge jährlich fünf Tage Fortbildung und vier Erfahrungsaustausche. Qualitätssicherung und Revision durch eine amtlich anerkannte Überwachungsorganisation.


Helmut Mayer

22.05.2012 - 22:33 Uhr

Hätte da auch schon eine Idee für die Werbung. Heute im Angebot: HU + AU 1,99€ (zzgl. Material und Arbeitszeit)


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