Streit um E-Auto-Förderung: Das sind die offenen Punkte

16.01.2026 12:19 Uhr | Lesezeit: 3 min
E-Auto Protest Mehr Elektro Wagen
Für den Kauf von Elektroautos soll es künftig wieder Geld vom Staat geben. Doch wer auf die neue Förderung hofft, muss noch ein paar Tage auf die genauen Bedingungen warten.
© Foto: dpa / picture alliance / Ipon | Stefan Boness

Eigentlich wollte Bundesumweltminister Carsten Schneider heute über die neue Kaufprämie für Elektroautos informieren. Die Pressekonferenz wurde jedoch verschoben. Laut AUTOHAUS-Informationen gibt es noch Klärungsbedarf bei der Förderung von PHEV und E-Gebrauchten sowie beim geplanten Ausschluss aller nicht in der EU gebauten Stecker-Fahrzeuge.

Wie genau sieht die neue Kaufprämie für Elektroautos aus? Anders als angekündigt will Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) doch nicht an diesem Freitag darüber informieren. Der Termin werde verschoben, "um noch letzte Detail-Abstimmungen innerhalb der Bundesregierung vornehmen zu können", teilte das Umweltministerium mit. 

Dabei gibt es es nach AUTOHAUS-Informationen noch Klärungsbedarf bei der Förderung von PHEV und Gebrauchtwagen sowie dem Ausschluss aller nicht in der EU gebauten Stecker-Fahrzeuge .

Das sind die offenen Streitpunkte

Für Plug-in-Hybride (PHEV) strebt das Bundesumweltministerium (BMU) eine reduzierte Förderung an; als PHEV förderfähig wären demnach Fahrzeuge definiert, die höchstens 50 g CO2 ausstoßen und eine elektrische Mindestreichweite von 80 Kilometern erreichen.

Starten soll die Förderung rückwirkend: Berücksichtigt werden demnach alle Fahrzeuge, für die seit dem 1. Januar ein Kauf- oder Leasingvertrag abgeschlossen wurde. Zudem habe das BMU angekündigt, bestimmte Gebrauchtwagen zu einem späteren Zeitpunkt in die Förderung aufzunehmen. Außerdem sollen nach Abstimmung mit der EU so genannte "Local-Content"-Kriterien – also nur in der EU gebaute E-Fahrzeuge – in die Förderrichtlinie einfließen – mit der Folge, dass etwa Modelle aus chinesischer Produktion künftig aus der Förderung herausfallen könnten.

Fördertopf für 800.000 Fahrzeuge

Über Einzelheiten der künftigen Förderung berichtete die "Bild" bereits vorab. So soll die Prämie rückwirkend für E-Autos gelten, die seit dem Jahreswechsel neu zugelassen wurden. Je nach Einkommen, Familienstand und weiteren Kriterien sollen demnach Zuschüsse zwischen 1.500 und 6.000 Euro möglich sein. "Die Mittel reichen für geschätzt 800.000 Fahrzeuge in den nächsten drei bis vier Jahren", sagte Schneider der Zeitung.

Union und SPD hatten sich im vergangenen Jahr auf neue milliardenschwere Kaufanreize geeinigt, die insbesondere Haushalten mit kleinem und mittlerem Einkommen zugutekommen sollen. Für Familien mit Kindern soll es demnach mehr Geld geben. Die festgelegte Einkommensgrenze liegt bei 80.000 Euro zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen.

Portal für Anträge kommt erst später

Bis Autokäuferinnen und -käufer die neue Prämie erhalten, könnten noch einige Monate vergehen. Es müsse erst ein entsprechendes Portal freigeschaltet werden, heißt es in der "Bild". Anträge könnten voraussichtlich von Mai an gestellt werden.

Etwa jede fünfte Neuzulassung ist ein Elektroauto

Der Anteil reiner Elektroautos an allen Neuzulassungen lag im vergangenen Jahr bei gut 19 Prozent. Die Fahrzeuge sollen gefördert werden, um den Verkehr klimafreundlicher zu machen. Es gab in der Vergangenheit bereits eine Kaufprämie für elektrische Pkw. Die damalige Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP stellte sie Ende 2023 abrupt ein, um Haushaltslöcher zu stopfen.


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