Die Bundesregierung fördert wieder den Kauf von neuen E-Autos. Das sind die Eckdaten: Die Basisförderung liegt für reine Elektroautos bei 3.000 Euro. Für Haushalte mit einem Einkommen von maximal 60.000 Euro gibt es 4.000 Euro, für Haushalte mit einem Einkommen von bis zu 45.000 Euro können 5.000 Euro bereit gestellt werden. Pro Kind steigt die Förderung um 500 Euro, insgesamt um höchstens 1.000 Euro. Antragsberechtigt sind nur Privatpersonen, für gebrauchte E-Autos wird es in diesem Jahr kein Zuschuss geben, für 2027 wird es aber geprüft.
An die Förderung ist eine Mindesthaltedauer von 36 Monaten ab Erstzulassung geknüpft. Diese gilt sowohl für gekaufte als auch für geleaste Fahrzeuge. Ein gefördertes Auto darf innerhalb dieses Zeitraums nicht weiterverkauft oder vorzeitig aus dem Leasing genommen werden.
Für ihn als Umweltminister sei die Elektromobilität ein Hoffnungsträger, sagte der SPD-Politiker Carsten Schneider bei der Vorstellung der Einzelheiten in Berlin. "Sie ermöglicht uns, ohne Benzin und Diesel mobil zu sein, also das Klima zu schützen und unabhängiger zu sein von den Machtspielen der Ölstaaten und von schwankenden Spritpreisen." Die neue Kaufprämie werde der deutschen und europäischen Autobranche Schub verleihen, sagte Schneider voraus. "Das sind jetzt richtig geile Autos, die von deutschen Herstellern auf dem Markt sind."
VAD: Lob und Kritik
In einem Schreiben an seine Mitglieder bewertet der Verband der deutschen Automobilhändler (VAD) das Programm insgesamt als positiv: Gut sei, dass die Förderung jetzt starte, die Zielgruppen und Fahrzeugarten vergleichsweise breit gefasst seien und auf "Made in EU"-Vorgaben verzichtet werde. Kritisch sieht der VAD jedoch, dass Jahreswagen zunächst außen vor bleiben – hier wolle man weiter auf eine Anpassung drängen.
VDIK: Positive Signale – "verschenkte Chance" bei E-Gebrauchtwagen
Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) sieht im Programm der Bundesregierung grundsätzlich ein positives Signal für den Markthochlauf der Elektromobilität. Die geplante Unterstützung ermöglicht zukünftig auch Haushalten mit kleinen und mittleren Einkommen den Umstieg auf eine E-Auto. Dabei begrüßt der VDIK, dass die Förderung nun schnell und rückwirkend zum 1. Januar in Kraft treten soll. Gleichzeitig sieht der Verband jedoch erheblichen Nachbesserungsbedarf, etwa bei der Einbeziehung von batterieelektrischen Gebrauchtwagen und der Angleichung der Förderung für Plug-In-Hybride (PHEV).
VDIK-Präsidentin Imelda Labbé sagte: "Es ist eine verschenkte Chance für die soziale und bezahlbare Mobilität, dass die Bundesregierung die Förderung von gebrauchten E-Autos nicht mit in das Programm mit einbezieht. (...) Auch ein gebrauchtes E-Auto ersetzt in der Regel einen Verbrenner und unterstützt damit die Klimaziele der Bundesregierung. Dass Plug-In-Hybride nur zu 50 Prozent gefördert werden, ist angesichts der hohen elektrischen Alltagsreichweiten der PHEV-Reichweiten nicht nachvollziehbar."
ZDK: Wichtige Impulse, aber flankierende Maßnahmen gefordert
Auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) begrüßt die Förderung von Elektrofahrzeugen. Die geplanten Maßnahmen setzen aus Sicht des ZDK wichtige Impulse für den Hochlauf der Elektromobilität und schaffen zugleich mehr Planungssicherheit für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie für den Kfz-Handel. "Entscheidend ist jetzt eine zügige und unbürokratische Umsetzung, damit der Kfz-Handel sowie die Kundinnen und Kunden schnell von der neuen Förderung profitieren können", erklärt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn.
Kritisch bewertet der ZDK, dass Förderanträge voraussichtlich erst im Frühjahr gestellt werden können. Dann ist mit einem hohen Antragsaufkommen zu rechnen, das beim für die Bearbeitung zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu Verzögerungen führen könnte. Dadurch droht sich auch die Wirkung der Förderung zu verzögern - insbesondere für Personen mit geringerem Einkommen, für die eine zeitnahe Auszahlung der Prämie ein wichtiger Kaufanreiz wäre.
Der ZDK bemängelt ebenfalls, dass gebrauchte Elektrofahrzeuge von der neuen Förderung ausgeschlossen sind. Eine Einbeziehung würde nicht nur den gesamten E-Automarkt beleben und die Nachfrage verbreitern, sondern die Elektromobilität auch für weitere Käufergruppen attraktiver machen. Zugleich könnte sie einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Restwerte von Elektrofahrzeugen leisten. Peckruhn: "Damit Elektroautos für weitere Zielgruppen tatsächlich attraktiv und praktikabel werden, müssen flankierende Maßnahmen Hand in Hand mit der Förderung greifen. Ein schneller Ausbau der Ladeinfrastruktur, niedrigere Stromkosten und klare Preistransparenz an Ladesäulen sind aus Sicht des ZDK entscheidend, um die Akzeptanz und Nutzung von E-Autos nachhaltig zu steigern."