E-Auto-Prämie vor dem Start: Neue Förderung spaltet Handel

18.01.2026 11:50 Uhr | Lesezeit: 3 min
Eine Frau und ein Mann stehen an einem Elektroauto in einem Autohaus.
Es herrscht Uneinigkeit im Handel, ob die E-Auto-Förderung ein Erfolg wird.
© Foto: estradaanton / stock.adobe.com

Kurz vor der offiziellen Bekanntgabe der neuen E-Auto-Prämie zeigt sich der Automobilhandel zurückhaltend. Eine aktuelle Umfrage offenbart Skepsis gegenüber Wirkung, Ausgestaltung und Folgen der Förderung – insbesondere mit Blick auf Gebrauchtwagen und Restwerte.

Noch bevor die Bundesregierung am Montag die Details zur neuen E-Auto-Förderung vorlegen will, überwiegt im Automobilhandel Skepsis. Zwar soll die Prämie rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 für Privatkunden greifen und batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) sowie Plug-in-Hybride (PHEV) mit bis zu acht Sitzplätzen mit 3.000 bis 5.000 Euro unterstützen. Doch die geplante Ausgestaltung sorgt in den Betrieben bislang nur bedingt für Aufbruchstimmung – das zeigt eine aktuelle Umfrage des AUTOHAUS Panels.

Zurückhaltende Stimmung

In der Branche stößt die angekündigte Maßnahme demnach auf ein geteiltes Echo. Nur 30 Prozent der befragten Händler beurteilen die geplante Prämie grundsätzlich positiv. Fast ein weiteres Drittel enthält sich einer Bewertung, während 35 Prozent die Förderung als ungeeignet ansehen, um den E-Auto-Absatz spürbar anzukurbeln. Gleichwohl erwarten 45 Prozent der Befragten, dass die Mittel aus dem Umweltministerium ihrem Geschäft zumindest kurzfristig zugutekommen könnten. Lediglich zehn Prozent sehen überwiegend negative Effekte.

Kritisch sieht der Handel, dass Gebrauchtfahrzeuge zunächst außen vor bleiben sollen. 68 Prozent der Panel-Teilnehmer zeigen sich darüber enttäuscht. Aus Sicht vieler Betriebe wäre eine Förderung junger Gebrauchter sinnvoll: Jeweils 58 Prozent plädieren für eine Einbeziehung von Fahrzeugen bis zu 14 Monaten oder bis zu drei Jahren. 39 Prozent sprechen sich hingegen dafür aus, ausschließlich Pkw zu fördern, die bislang noch keine staatliche Prämie erhalten haben.

Videokommentar von Chefredakteur Ralph M. Meunzel

BAFA als Abwickler – Restwerte im Blick

Die Abwicklung der Förderung soll über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erfolgen. Dieses Modell findet im Handel überwiegend Zustimmung: 56 Prozent der Befragten halten die BAFA für die richtige Stelle. Auffällig ist jedoch, dass bereits 30 Prozent der Händler angeben, spürbare Auswirkungen der angekündigten Prämie auf ihr aktuelles Verkaufsgeschäft zu registrieren – etwa in Form von Kaufzurückhaltung.

Mit Blick auf die mittelfristigen Folgen bleibt die Skepsis hoch. Drei Viertel der Händler rechnen mit negativen Effekten auf die Restwerte, sollte die Förderung wie angekündigt umgesetzt werden. Entsprechend groß ist der Wunsch nach Klarheit: Aus Sicht des Handels wird es höchste Zeit, dass die Politik die offenen Fragen zur E-Auto-Prämie zügig beantwortet.

Förderrichtlinien: Was bislang bekannt ist

Nach Informationen aus Regierungskreisen sollen zunächst ausschließlich Neuwagen förderfähig sein, Leasingmodelle eingeschlossen. Gebrauchte Fahrzeuge könnten erst zu einem späteren Zeitpunkt berücksichtigt werden. Zudem soll das Kriterium "Local Content" eine Rolle spielen – Fahrzeuge, die nicht in der EU gebaut werden, gingen damit leer aus.

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