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Caravaning: Fachhändler erwarten 2022 rückläufige Geschäfte

71 Prozent der Händler von Freizeitfahrzeugen geben aktuell Lieferzeiten von mehr als zwölf Monaten an.
© Foto:  FCA Germany AG

Die Krisen bei Halbleitern, Rohstoffen und in der Logistik bremsen auch die erfolgsverwöhnte Caravaning-Branche aus. Das sind die gegenwärtig größten Herausforderungen für den spezialisierten Handel.


Datum:
03.05.2022
Autor:
rp
Lesezeit: 
4 min
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Neigt sich der Boom bei Wohnwagen und Reisemobile dem Ende? Laut einer aktuellen Befragung der gsr Unternehmensberatung und des Marktforschers Miios erwarten Caravaning-Händler im laufenden Jahr schlechtere Geschäfte. 41 Prozent der spezialisierten Betriebe rechnen demzufolge bei neuen Reisemobilen mit einer rückläufigen Entwicklung, bei neuen Wohnwagen sind es 31 Prozent. 38 Prozent (Reisemobile) bzw. 48 Prozent (Wohnwagen) der Befragten gehen von einem stabilen Geschäft aus und 18 (Reisemobile) bzw. 15 Prozent (Wohnwagen) von einer Zunahme.

Nach Einschätzung der Experten haben die Zahlen nichts mit einer fehlenden Nachfrage zu tun – im Gegenteil: Die Preise für Freizeitfahrzeuge seien hoch wie nie und die Camping- und Stellplätze voll. Unter dem Eindruck der Krisen bei Halbleitern, Rohstoffen und in der Logistik sei aber auch die Caravaning-Branche ins Stocken geraten.

"Wir führen die rückläufige Erwartung vor allem darauf zurück, dass die für Reisemobile erforderlichen Basisfahrzeuge aufgrund der bekannten Krisen schlecht verfügbar sind", sagte Rainer Strobel, Geschäftsführer der gsr Unternehmensberatung, am Dienstag bei der Vorstellung der Studie. "Die Lage bei Wohnwagen ist insgesamt etwas entspannter, da es weniger Unsicherheit in der Produktion, allerdings auch eine geringere Nachfrage gibt."

Positiv sehen die Fachbetriebe hingegen das Vermietgeschäft im laufenden Jahr. Hier rechnet eine Mehrheit von 56 Prozent mit einem mindestens zufriedenstellenden Geschäft 2022. Strobel: "Viele Händler können mit den verfügbaren Fahrzeugen den eigenen Mietfahrzeug-Fuhrpark erneuern oder sogar ergänzen und dies bei steigender Nachfrage." Die Vermietung von Fahrzeugen sei nicht nur ertragreich, sondern bei vielen Kunden der erste Schritt zum späteren Kauf.

Lange Lieferzeiten sind die Regel

Ähnlich wie im Autogeschäft müssen sich die Kaufinteressierten auf deutlich längere Lieferzeiten einstellen. Konnten vor Ausbruch der Corona-Pandemie noch mehr als drei Viertel der Wohnwagen und Reisemobile innerhalb von maximal sechs Monaten an den Kunden übergeben werden, so sind dies der Untersuchung zufolge inzwischen absolute Ausnahmen (fünf Prozent) – 71 Prozent der Händler geben aktuell Lieferzeiten von mehr als zwölf Monaten an.

"Aus unseren Gesprächen wissen wir, dass nicht nur die absolute Lieferzeit ein Problem darstellt. Vor allem die unklare Lage und damit einhergehende Planungsunsicherheit ist vielen Kunden schwer zu vermitteln – insbesondere dann, wenn ein Urlaub geplant werden soll", erklärte Miios-Geschäftsführer Niklas Haupt. So würden auch die meisten der befragten Händler (84 Prozent) die Lieferproblematik als die größte gegenwärtige Herausforderung nennen, gefolgt von Inflation/steigenden Preisen (32 Prozent) und insbesondere den Energiepreisen (26 Prozent).

Mittelfristig ist das Caravaning-Business von verhaltenem Optimismus geprägt. 35 Prozent der befragten Betriebe geben an, dass sie bis 2024 mit wachsendem oder stark wachsendem Geschäft rechnen. 46 Prozent gehen von konstanten und nur zwölf Prozent von verschlechterten Rahmenbedingungen auf dem Markt aus.

Für die vorliegende Studie hatte Miios im März 100 auf Reisemobile bzw. Wohnwagen spezialisierte Händler repräsentativ befragt.

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