Trotz eines größeren Angebots an umweltfreundlichen Modellen fahren die deutschen Autobauer in puncto CO2-Reduktion hinterher. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse der Dachorganisation der europäischen Verkehrs- und Umweltverbände T&E lag der Flottenausstoß der deutschen Autoindustrie im Schnitt bei 173 Gramm CO2 pro Kilometer und damit um 0,6 Prozent höher als im Jahr davor.
Damit habe sich der Abstand zu den ausländischen Anbietern weiter vergrößert, hieß es. Der Studie zufolge kamen die französischen Unternehmen im Schnitt auf 144 (minus 1,9 Prozent), die japanischen auf 166 g CO2/km (minus 2,8 Prozent).
Auf Hersteller-Ebene schnitten besonders Daimler und Volkswagen schlecht ab: Ihr durchschnittlicher CO2-Flottenausstoß überstieg 2006 den Vorjahreswert um 2,8 bzw. 0,9 Prozent. Daimler hält mit 188 g CO2/km auch in der Gesamtwertung die rote Laterne, VW (166 g CO2/km) rangiert im hinteren Mittelfeld. BMW senkte dagegen die Klimagasemissionen seiner Modelle um 2,5 Prozent gegenüber 2005. Dennoch blieb für die Münchner mit durchschnittlich 184 g CO2/km nur der vorletzte Platz.
Die größten Fortschritte erzielten laut T&E zwei japanische und ein französischer Hersteller. Toyota reduzierte den Ausstoß um fünf Prozent (153 g CO2/km), Honda um 3,8 Prozent (154 g CO2/km) und PSA Peugeot Citroën um 2,7 Prozent (142 g CO2/km). Der französische Konzern ist damit auch absolut gesehen die Nummer eins, knapp vor Fiat und Renault. Untersucht wurde der durchschnittliche Flottenverbrauch von internationalen Autobauern mit mehr als 200.000 verkauften Pkw pro Jahr auf Basis von EU-Daten.
VDA verteidigt Anstrenungen
Nach Ansicht des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) sollte die T&E-Studie "nicht überbewertet" werden. Die deutschen Hersteller hätten ihre Anstrengungen zur CO2-Reduzierung erfolgreich fortgesetzt. In den ersten neun Monaten dieses Jahres sei der Inlandsabsatz von verbrauchsgünstigen Pkw mit weniger als 130 g CO2/km um 33 Prozent gesteigert worden. Die Importmarken hätten dagegen einen Rückgang um neun Prozent hinnehmen müssen. Auch sei nicht neu, dass Premiumfahrzeuge höhere CO2-Werte haben als Volumenmodelle, hieß es. (rp)
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