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Creditplus: "Wir sind im Aktionsmodus"

Standen im Homeoffice für ein Interview zur Verfügung (v.l.n.r.): Patrick Rittich, Vertriebsleiter Automotive, Roman Heinrich, Direktor Einkaufsfinanzierung, und Generalbevollmächtigter Marco Christ
© Foto: Patrick Rittich / Roman Heinrich / Marco Christ

Mit einem Soforthilfe-Paket für ihre Händler und einer vereinfachten Erreichbarkeit via Chatbot reagiert die Creditplus Bank auf die Auswirkungen der Pandemie. Das funktioniert auch aus dem Homeoffice.

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Von AUTOHAUS-Redakteurin Karolina Ordyniec

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Wer vorbereitet ist auf Veränderungen, kann leichter auf diese reagieren. Wie das bei der Creditplus Bank in Zeiten von Corona geschieht, erklären Marco Christ, Generalbevollmächtigter, Patrick Rittich, Vertriebsleiter Automotive, und Roman Heinrich, Direktor Einkaufsfinanzierung, im Gespräch mit AUTOHAUS.

AH: Als Soforthilfe ermöglichen Sie Ihren Handelspartnern eine pauschale Tilgungsaussetzung von 90 Tagen in der Einkaufsfinanzierung. Wie reagieren Ihre Händler darauf?

Patrick Rittich: Unsere Händler sind uns dafür sehr dankbar, wie aus ihren Rückmeldungen und der Resonanz von unseren Gebietsleitern hervorgeht. Es sei genau der Support, den man sich von seiner Bank wünscht. Und das ist für die Liquidität und den Cashflow unserer Händler auch extrem wichtig. Wir legen großen Wert darauf, unseren Handelspartnern auf Augenhöhe zu begegnen, und für uns ist es selbstverständlich, dass man gerade in Krisenzeiten partnerschaftlich miteinander umgeht.

Dies gilt auch für viele Endkunden, die von den Folgen der Corona-Krise zum Teil hart getroffen werden. Durch Kurzarbeit können sie unter Umständen ihren Autokredit nicht mehr bedienen. Für Notfälle wie diese haben wir auf der Internetseite creditplus.de auch eine Soforthilfe in Form eines Chatbot eingebaut. Hierüber kann uns der Kunde einfach und unkompliziert seine Fragen stellen, beispielsweise zur Stundung, ohne dass er Zeit in Hotlines verbringen muss. Damit federn wir auch Anfragen bei unseren Handelspartnern ab und entlasten sie somit. Diese Soforthilfe bieten wir 24/7 an.

Roman Heinrich: Darüber hinaus haben wir bei unseren Handelspartnern keine Linien geschlossen, sondern sind im Unterschied zu manch anderem Kreditinstitut bei den bisherigen Vereinbarungen geblieben. Der Händler hat also weiterhin die Möglichkeit, seine bisher bestehenden Linien vollumfänglich weiter zu nutzen.

AH: Überlegen Sie aktuell, weitere Maßnahmen für den Handel einzuführen?

P. Rittich: Wir sind nicht im Reaktions-, sondern im Aktionsmodus. Wir schauen genau, welchen Projekten wir jetzt Vorrang gewähren. Klar aber ist: Wenn die Krise vorbei ist, wird es spannend zu beobachten, wie der Handel und wie die anderen Banken reagieren. Die Karten werden wieder neu gemischt.

AH: Was hat sich durch die Corona-Krise in Ihrem Tagesgeschäft verändert?

Marco Christ: Zunächst einmal wurden wir alle kurzfristig ins Homeoffice geschickt, was für uns aber kein Problem darstellt. Wir sind mit unserer Infrastruktur so gut aufgestellt, dass nahezu 100 Prozent unserer Mitarbeiter/innen ohne Leistungsausfall aus dem Homeoffice heraus arbeiten können. Wir müssen und wollen ja
schließlich für unsere Handelspartner erreichbar sein, denn Kreditanfragen etc. müssen natürlich weiterhin genehmigt werden. Für unsere Händler hat die Situation bei uns aktuell keine Auswirkungen, weil wir so gut organisiert sind, dass Beratung, Auszahlungen, Ankauf etc. reibungslos ablaufen, also faktisch wie vor der Krise.

AH: Befeuert die Krise Ihrer Ansicht nach die Digitalisierung bei den Banken?

M. Christ: Auf jeden Fall. Wir sind aktuell schon weit, was die Digitalisierung betrifft. Das bescheinigte uns auch kürzlich das IT-Beratungsunternehmen Capgemini in einer Erhebung. Schon vor der Corona-Krise waren wir sehr stark online getrieben. Dazu zählt beispielsweise unsere Online-Antragsstrecke. Der Kunde kann von der Couch aus seine Ware bestellen, seine Finanzierung anfragen, online abschließen und auch die digitale Signatur durchführen. Was hierbei dann erfolgt, sind der sogenannte Digitale Kontoblick und die Legitimation – auch das geht bei uns volldigital. Jetzt fehlt nur noch, dass wir auch dem Händler einen volldigitalen Online-Prozess in seiner eigenen Homepage ermöglichen können. Stand heute ist es noch nicht gängig, dass der Kunde auf der Händlerwebsite ein Auto bestellen und den Kreditantrag volldigital abschließen kann, dazu fehlt noch der Einstieg in die Händlerseite. Dennoch sind wir schon sehr weit, weil wir heute schon eine Kreditvergabe anbieten können, ohne dass der Kunde im Autohaus sein muss. Dass die Digitalisierung gerade einen sehr hohen Stellenwert bei uns hat, zeigt sich daran, dass wir sämtliche Projekte bei uns in dieser Richtung priorisieren und andere Themen hintenanstellen. Unser Ziel ist es, dass Kunden den Abschluss ihres Warenkaufs inklusive eines Kreditvertrags online und hierbei so einfach wie möglich durchführen können.

AH: Glauben Sie, dass die Krise den Handel nachhaltig erschüttert?

M. Christ: Es kommt auf jeden Fall viel Bewegung ins Spiel. Die bisherigen Vertriebskanäle, die sehr stark auf den POS fixiert sind, werden überdacht und wir glauben, dass künftig verstärkt Online-Vertriebskanäle genutzt werden. Das wird eine dynamische Entwicklung sein. Was sich sicherlich auch verändern wird, ist das Verhältnis von Händler und Bank. Wie hoch die Händlerloyalität sein wird, wie sich der Bedarf im Handel ändert – all das sind Themen, die auf die Händler und Banken zukommen. Es gibt auch noch andere ungewisse Punkte im Handel, wie zum Beispiel die Themen Beschaffung und Lagerbevorratung. Wie profitabel sich der Fahrzeugverkauf in den Monaten nach der Krise gestalten wird und wann der Handel wieder zum Geldverdienen kommt, das sind Themen, die in Teilen noch unklar sind.

AH: Wie sieht Ihr internes Krisenmanagement aus?

P. Rittich: Wir haben schon sehr früh unseren Außendienst zu Hause gelassen. Erst wurden wir dafür belächelt, aber uns war von vorneherein klar, dass wir im Zuge der Risikoprävention eine große Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern und Partnern haben. Dafür haben wir von unseren Händlern viel Verständnis erfahren. Aktuell arbeiteten bei uns 100 Prozent unserer Belegschaft im Homeoffice und das klappt sehr gut. Darüber hinaus haben wir einen Krisenstab eingerichtet, mit dem wir zwei Mal täglich in Kontakt sind, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

R. Heinrich: Um unsere Mitarbeiter zu schützen, haben wir auch recht früh den Prozess bei der Eingangspost digitalisiert. Kfz-Briefe werden nun direkt nach Eintreffen gescannt und Auszahlungen können dann aus der digitalen Form genehmigt werden. Diese Lösung haben wir mit unserem Partner PS-Team eingeführt. Auch diese Maßnahme schützt viele unserer Mitarbeiter, weil sie gar nicht erst mit potenziell virenbelasteten Kfz-Briefen in Kontakt kommen.

AH: Wird sich die Bankenarchitektur wegen der Corona-Krise verändern?

M. Christ: Ich glaube, dass Tools, denen bislang nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde, wie Web Based Trainings, Screen-Sharing oder Videotelefonie, enorm an Fahrt aufnehmen werden. Auch das Thema Couch-Kredit wird wachsen. Künftig wird es immer seltener nötig sein, eine Unterschrift mit Tinte oder Kugelschreiber zu leisten, denn auch das geht digital. Außerdem glaube ich, dass sich die Denkweise im Risikomanagement verändern wird in Bezug auf einzureichende Dokumente. Wir werden einen anderen Blick bekommen auf die Anforderungen für digitale Prozess-Abläufe. Natürlich unter Berücksichtigung aller Mindestanforderungen aus der Regulatorik.

P. Rittich: Krisen verändern Prozesse. Gerade beim Thema Homeoffice wird es viel Bewegung geben. Und wir stellen fest, dass Mitarbeiter, die von zu Hause aus arbeiten, extrem leistungsfähig sind. Die Work-Life-Balance könnte sich durchs Homeoffice verbessern, weil z.B. Zeit für die Pendelei zum Arbeitsplatz eingespart wird. Generell ist das ein zukunftsträchtiges Thema. An der Technik selbst wird sich vermutlich nicht viel verändern. Sie ist weitestgehend gegeben. Aber sie dürfte künftig stärker genutzt werden. 


Orientierung bieten, Expertentipps bündeln, Übersicht verschaffen: Das ist das Ziel des Corona-Ratgebers auf AUTOHAUS Online. Nach dem Motto "Für die Branche da sein, wenn es darauf ankommt" erscheint der Schwerpunkt mit freundlicher Unterstützung von Creditplus.

Creditplus unterstützt den Handel in der Corona-Krise unkompliziert und direkt – nicht nur mit dieser Ratgeberserie, sondern unter anderem auch mit einer Tilgungsaussetzung. Mehr lesen Sie hier.

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