Fehlstart ins Jahr: Alle Dax-Autohersteller mit Gewinnrückgängen

18.05.2026 09:59 Uhr | Lesezeit: 3 min
BMW, Produktion, Regensburg
Während die Finanzbranche aktuell gute Gewinne erzielt, schauen die Autohersteller auf einen schlechten Jahresstart zurück.
© Foto: BMW

Die 40 Dax‑Unternehmen melden im ersten Quartal höhere Gewinne. EY sieht dennoch Gefahren für die Industrie. "Das Geschäftsmodell Deutschlands funktioniert nicht mehr", warnt ein Experte. Sämtliche Autohersteller im Dax mussten Gewinnrückgänge hinnehmen.

Trotz eines Umsatzrückgangs haben die 40 Dax‑Konzerne im ersten Quartal dieses Jahres insgesamt ihren Gewinn gesteigert. Während die Erlöse im Schnitt um 3,7 Prozent zurückgingen, stiegen die Gewinne vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,4 Prozent, wie aus einer Analyse des Beratungsunternehmens EY hervorgeht. Bei den Autoherstellern sieht das anders aus.

Treiber war vor allem die Finanzbranche mit einem rekordträchtigen Gewinnplus von 15,9 Prozent, während die Industriewerte lediglich ein Gewinnwachstum von 0,5 Prozent meldeten. Die höchsten Quartalsgewinne verzeichneten die Deutsche Telekom mit 5,8 Milliarden Euro, die Allianz mit 4,5 Milliarden Euro sowie Eon mit 3,9 Milliarden Euro. Einen Quartalsverlust meldeten in der Top‑Liga der deutschen Aktiengesellschaften lediglich Zalando und die Porsche Automobil Holding. Besonders starkes Gewinnwachstum erzielten Eon, Siemens Energy und der Rückversicherer Munich Re.

Zwei Welten im Dax

Sämtliche Autohersteller im Dax mussten hingegen Gewinnrückgänge hinnehmen. Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY, spricht von einem Fehlstart ins neue Jahr, bei dem sich bei genauerem Hinsehen jedoch ein heterogenes Bild ergebe. "Denn trotz Konjunkturflaute glänzt die Finanzbranche mit sehr guten Zahlen, sie profitiert vom anhaltend hohen Zinsniveau, günstigen Schadenverläufen bei den Versicherungen und der hohen Marktvolatilität."

Bei schwacher Weltkonjunktur sorgten die schwierige geopolitische und handelspolitische Lage dagegen für teils massive Belastungen und Einbußen bei vielen klassischen Industrieunternehmen. EY‑Manager Jan Brorhilker warnt vor strukturellen Problemen: "Das bisherige Geschäftsmodell des ehemaligen Exportweltmeisters Deutschland funktioniert nicht mehr." China trete als aggressiver Wettbewerber auf, während die Kosten in Deutschland zu hoch seien.


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