Diesel ist zum ersten Mal seit Anfang März wieder billiger als die günstigste gängige Benzinsorte E10. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Samstags kostete ein Liter Diesel 1,990 Euro, ein Liter E10 dagegen 1,994 Euro, wie der ADAC mitteilte. Diesel verbilligte sich dabei um 0,9 Cent im Vergleich zu Freitag. E10 blieb unverändert.
Deutliche Preisdifferenz zu Beginn des Frühjahrs
Noch Anfang April – zur Zeit der Höchststände bei den Spritpreisen – war Diesel zwischenzeitlich mehr als 25 Cent teurer als E10, obwohl der Kraftstoff niedriger besteuert wird. Seither ist Diesel jedoch um gut 45 Cent pro Liter billiger geworden. Super E10 verbilligte sich dagegen nur um knapp 20 Cent.
Der Tankrabatt spielt zwar bei der Verbilligung eine Rolle, hat den Preisabstand von Diesel und E10 aber nicht direkt verändert. Er beträgt bei beiden Kraftstoffen 16,7 Cent pro Liter.
Diesel gilt als besonders krisensensibel
Diesel gilt beim Preis als krisensensibler als Benzin, unter anderem weil Deutschland bei Diesel teilweise auf Importe angewiesen ist. Auch zu Beginn des Ukraine-Krieges hatte sich Diesel deutlich schneller verteuert als Benzin und über Monate hinweg mehr gekostet.
Im langjährigen Schnitt vor Beginn des Ukraine-Krieges war Diesel mehr als 15 Cent billiger als E10. Auf dieses Niveau ist der Abstand seither nicht mehr über längere Zeit gestiegen – möglicherweise auch deshalb, weil bis 2022 viel vergleichsweise günstiger Diesel aus Russland importiert wurde. In den Jahren 2024 und 2025 war Diesel im Schnitt etwas mehr als 8 Cent billiger als E10.
Verbrauch und Unterschiede bei Benzinsorten
Grundsätzlich wird in Deutschland deutlich mehr Diesel als E10 verbraucht. Das liegt insbesondere daran, dass die große Mehrheit aller Lastwagen mit dem Kraftstoff betrieben wird. Bei Privatpersonen sind allerdings Autos mit Benzinmotor deutlich verbreiteter.
Die beiden wichtigsten Superbenzinsorten sind E5 und E10. Letzteres zeichnet sich durch einen höheren Anteil an Biosprit aus und war zuletzt meist etwa 6 Cent billiger als E5. Dennoch wird E5 insgesamt noch häufiger getankt, obwohl die allermeisten Autos das günstigere E10 vertragen.