Die größten Autohäuser Deutschlands haben ihre Marktmacht weiter ausgebaut. Wie der am Mittwoch vorgestellte HändlergruppenMonitor 2026 des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA) und der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) zeigt, steigerten die Top-100-Betriebe sowohl ihren Neu- als auch ihren Gebrauchtwagenabsatz und erzielten höhere Umsätze als im Vorjahr. Gleichzeitig setzte sich jedoch ein Trend fort, der viele Handelsunternehmen zunehmend beschäftigt: Die Renditen gehen zurück.
Insgesamt vermarkteten die Megadealer im vergangenen Jahr laut Studie rund 1,74 Millionen Neu- und Gebrauchtwagen. Das waren rund 40.000 Fahrzeuge mehr als 2024.
Im Neuwagengeschäft verkauften die Gruppen 885.399 Fahrzeuge und legten damit um 2,3 Prozent zu. Ihr Anteil am deutschen Pkw-Markt erhöhte sich von 30,7 auf 31,0 Prozent. Auch im Gebrauchtwagengeschäft konnten die großen Händler stärker wachsen als der Gesamtmarkt. Mit 855.146 verkauften Fahrzeugen erreichten sie ein Plus von 2,4 Prozent. Der Marktanteil kletterte dadurch von 12,9 auf 13,1 Prozent.
Umsatz legt deutlich zu
Noch dynamischer entwickelte sich der Umsatz. Die Top-100 des Umsatzrankings steigerten ihre Erlöse um 5,7 Prozent auf rund 64,8 Milliarden Euro. Auch die Beschäftigtenzahlen wuchsen weiter. Die größten Händlergruppen beschäftigen inzwischen 106.828 Mitarbeiter und damit 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr.
Trotz der positiven Entwicklung bei Absatz und Umsatz verschlechterte sich die Ertragslage. Die durchschnittliche Umsatzrendite vor Steuern sank von 1,8 Prozent auf 1,4 Prozent. Damit liegt sie zwar weiterhin über dem Vergleichswert des Markenhandels von 1,0 Prozent, der Abstand schrumpft jedoch. Als Belastungsfaktoren nennen die Studienautoren unter anderem hohe Investitionen in die Transformation der Betriebe, gestiegene Finanzierungskosten, anhaltende Rabattdiskussionen sowie eine insgesamt verhaltene Nachfrage.
Die 20 größten Autohändler Deutschlands 2026 (nach Umsatz)
Konsolidierung nimmt weiter Fahrt auf
Parallel dazu geht die Konsolidierung der Handelsschiene weiter. Neben deutschen Akteuren treten zunehmend ausländische Gruppen als Käufer und Investoren auf. "Die Konsolidierung und Internationalisierung setzen sich fort. Unternehmen wie Van Mossel, Merbag, Emil Frey und weitere internationale Akteure zeigen, dass Deutschland als großer und fragmentierter Handelsmarkt attraktiv bleibt. Zunehmend geraten auch große regionale Plattformen in den Fokus", erklärte David Sosto Archimio, Mitautor und Projektleiter der Studie, in Nürtingen.
Integration wird zur Schlüsselaufgabe
Nach Einschätzung von IfA-Chef Stefan Reindl geht es für die Händler künftig nicht allein um Größe, sondern vor allem um die erfolgreiche Einbindung neuer Standorte und die Sicherung der Wirtschaftlichkeit. "Übernahmen erfolgreich zu integrieren, die Finanzierung zu sichern und die Abläufe nach Zusammenschlüssen professionell zu steuern wird damit ebenso wichtig wie die klassische Vertriebsleistung. Zukunftsfähig sind Händlergruppen, die wirtschaftliche Disziplin mit hoher Kundenorientierung verbinden."
Reindl betonte zudem die Bedeutung von Ertragskraft und Vertrauen für den langfristigen Erfolg: "Größe schafft Handlungsspielräume. Dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit entsteht jedoch erst durch Ertragskraft, Integrationsfähigkeit und Vertrauen bei Kunden, Beschäftigten und Herstellerpartnern."
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