Der Autohandel hat aktuell genug Herausforderungen zu bewältigen. Umso dramatischer ist es, dass viele Kfz-Betriebe inzwischen noch mit einem Problem kämpfen müssen, das man eigentlich eher aus Krimis als aus dem Händleralltag kennt: organisierter Diebstahl.
Die Ergebnisse des aktuellen AUTOHAUS Panels zeigen, dass Einbruch und Diebstahl längst kein Randthema sind. Fast jeder zweite Betrieb war in den vergangenen drei Jahren direkt betroffen (41 Prozent) oder musste zumindest einen Einbruchsversuch (acht Prozent) verkraften.
Besonders auffällig ist dabei die Professionalität, mit der die Täter vorgehen. Die bevorzugten Ziele sind hochwertige Fahrzeugteile, komplette Autos oder wertvolle Elektronikkomponenten. Felgen, Spiegel oder Stoßfänger verschwinden über Nacht von fabrikneuen Fahrzeugen. Am nächsten Morgen stehen die Autos aufgebockt auf dem Hof. Das ist ein Anblick, den kein Händler jemals vergessen wird. Dabei haben es die Täter vor allem auf das Außengelände bzw. die Freiflächen abgesehen (90 Prozent).
Video-Kommentar von Chefredakteur Ralph M. Meunzel
Die Größe eines Unternehmens korreliert dabei direkt mit dem Risiko. Je größer der Betrieb, desto häufiger wurden Diebstähle oder Einbrüche gemeldet. Autohandelsgruppen verfügen über umfangreiche Fahrzeugbestände, mehrere Standorte und damit natürlich auch über deutlich mehr Angriffsflächen für professionelle Täter. Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich. Häufig geht es nicht nur um den Wert des gestohlenen Objekts. Beschädigte Fahrzeuge, zerstörte Zäune, Betriebsunterbrechungen, Verwaltungsaufwand und Versicherungsabwicklungen treiben die tatsächlichen Kosten deutlich nach oben.
Viele der betroffenen Betriebe berichten von Schäden im fünfstelligen Bereich, manche sogar von Verlusten jenseits der100.000-Euro-Marke. Zwar verfügen die meisten Händler über entsprechende Versicherungen, aber auch das ist keine Vollkasko-Lösung für alle Schäden. Eigenanteile, Prämienanpassungen und der organisatorische Aufwand bleiben am Unternehmen hängen. Die finanzielle Belastung endet also nicht automatisch mit der Regulierung durch den Versicherer.
Sicherheitsmaßnahmen nach Vorfall: Mehrheit reagiert aktiv
Viele Betriebe investieren deshalb gezielt in zusätzliche Beleuchtung, Videoüberwachung, Alarmtechnik, Zutrittskontrollen oder bauliche Sicherungsmaßnahmen. Sicherheit darf damit nicht als Nebensache betrachtet werden. Gestohlene Fahrzeuge und Fahrzeugteile kosten nicht nur Geld. Sie kosten viel Zeit, Nerven und im schlimmsten Fall auch das Vertrauen von Kunden und Mitarbeitern.
Jubiläumsvideo: 25 Jahre AUTOHAUS Pulsschlag