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Modelleinführung: Opel Ampera lockt viele Besucher

Erfolgreiche Feuertaufe im Handel: Opel Ampera
© Foto: Opel

Für Händler und Hersteller hat der neue Stromer einen Start nach Maß hingelegt. Das Interesse der Kunden ist groß, die Kalender sind voll mit Probefahrtterminen.


Datum:
17.01.2012
Autor:
<br>Von Frank Selzle
5 Kommentare

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Am vergangenen Wochenende hat Opel den Ampera bei den Autohäusern eingeführt. Nach den Berichten über angebliche Sicherheitsprobleme und Lieferverzögerungen können sich die Kunden nun ein eigenes Bild von dem Image-Hoffnungsträger machen. Die Händler jedenfalls sind zufrieden, denn das Interesse der Kunden an dem neuen Elektroauto mit "Range Extender" ist groß. Zwar wurden neben dem E-Auto gleichzeitig auch der neue Zafira Tourer und der Astra GTC vorgestellt, doch besonders der Ampera lockte viele Neugierige in die Showrooms.

"Wir hatte schon lange keinen so große Einführungsveranstaltung mehr", berichtete Frank König, Verkaufsleiter bei Auto-Staiger in Stuttgart, gegenüber AUTOHAUS Online. Bei dem Händler sind die Terminkalender für die nächsten vier Wochen bereits voll mit Probefahrten. Auch Verkäufe gab es bereits. "Für uns Händler ist der Ampera eine Markenkampagne, der das Image nach oben bringen wird", sagte König. Riesenstückzahlen und -Umsätze erwartet er nicht. "Wir sehen in der Elektromobilität einen Trend. Und der Ampera ist der erste Schritt." Der Batteriebrand beim Schwestermodell Chevrolet Volt war für die Kunden nur am Rande ein Thema. König: "Hier sind die Verkäufer gefragt, die Kunden mit Informationen aufzuklären."

Ein ähnliches Bild zeigte sich in Berlin bei Heidi Hetzer. Die Autohaus-Chefin und Rallyefahrerin begleitete die Interessierten persönlich bei der Probefahrt. Vor allem die Geräuscharmut und das Drehmoment hätten die Besucher beeindruckt. Allein der Preis und die mangelnden Lademöglichkeiten schreckten die Käufer bisher noch ab. "Der Ampera ist ein alltagstaugliches Auto", sagte Hetzer. Die Elektromobilität brauche noch etwas Zeit, aber sie komme ganz bestimmt. "Wichtig ist, dass die Leute erkennen: Das funktioniert ja tatsächlich."

Auch bei Dello in Hamburg und Bremen war die Resonanz groß: "Wir sind positiv überrascht von dem Zulauf. Es kamen mehr Besucher, als wir erwartet hatten", sagte Geschäftsführer Michael Babick im Gespräch mit diesem Dienst. Bereits im Vorfeld der offiziellen Einführung konnte das norddeutsche Handelshaus Ampera-Fahrzeuge "im deutlich hohen zweistelligen Bereich" verkaufen. Auch Probefahrtanfragen für den "Blitz"-Stromer registriert Babick derzeit viele. "Bei uns fährt immer ein Verkäufer mit. Er kann dem Interessenten alle Besonderheiten erklären und die Faszination des Autos damit noch erhöhen." Ein Volumenbringer werde der Ampera zwar nicht, meint der Autohaus-Chef, doch er hält das Modell für einen wichtigen Imageträger, der das Profil der Marke weiter schärfe.

2.000 Probefahrten bei Ampera-Händlern

Von einem großen Erfolg spricht auch der Hersteller. 220 Autohäuser hat Opel in einem ersten Schritt als Ampera-Partner ausgewählt und mit Vorführwagen ausgestattet. Allein am Einführungswochenende führten diese Händler insgesamt rund 2.000 Probefahrten durch, wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage erklärte.

Europaweit meldet Opel bislang rund 7.000 Vorbestellungen – eine Zahl für Deutschland will der Hersteller bisher nicht vorlegen. 10.000 Fahrzeuge sollen 2012 auf Europas Straßen kommen, allein in Deutschland wollen die Rüsselsheimer 2.500 bis 3.000 Wagen verkaufen. Wegen der Sicherheitsfragen infolge des Batteriebrandes im Schwestermodell Chevrolet Volt baut Opel seine E-Autos derzeit um (wir berichteten). Die Auslieferung an Endkunden soll im Februar starten.

Trotz der guten Stimmung in der Opel-Organisation ist die Branche skeptisch, was die Chancen des neuen Elektromodells betrifft. In der vergangenen Woche waren die Leser von AUTOHAUS Online aufgerufen, ihre Meinung abzugeben: Wird der Ampera der erhoffte Imageträger für die Marke? Nein, sagen fast zwei Drittel (63 Prozent) der Umfrageteilnehmer. Lediglich 32 Prozent trauen dem Ampera den großen Wurf zu. Keine Meinung hatten vier Prozent. Insgesamt wurden 2.906 Stimmen gezählt.

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KOMMENTARE


Der Toyota-Fan

17.01.2012 - 18:30 Uhr

Guten Morgen Opel, endlich aufgewacht? Immerhin, Opel ist der erste deutsche Hersteller, der sowas auf die Strasse bringt. Ich bin allerdings der Meinung: Wer einen guten Laderaum, eine solide und bereits über Jahre erprobte, erfolgreiche Technik zu einem fairen Preis will, der kauft einfach einen Toyota Prius oder Auris Hybrid. Wer's exclusiver mag, greift zum Lexus. Der Wertverlauf des Opel steht in den Sternen, der eines Prius hingegen gibt wenig Rätsel auf und spricht klar für ihn...


Tina Weber

17.01.2012 - 20:45 Uhr

Als Wettbewerber ohne alltags-taugliches Elektroauto würde ich auch auf der Bremse stehen und behaupten, das Elektroauto ist noch ferne Zukunft. Tatsache aber ist aber - Opel hat DAS Elektroauto. Ansonsten ist außer "Powerpoint-eCars" (Studien oder praxisfremde) noch nichts Vergleichbares zu sehen.


Hans von Ohain

18.01.2012 - 12:51 Uhr

Auch, wenn das Produkt Ampera meinen Ansprüchen nicht genügen würde, wünsche ich den leidgeprüften Opel Händlern doch viel Erfolg bei der Vermarktung. Hoffentlich wird's was!


K. Wempe

19.01.2012 - 14:07 Uhr

@Toyota-Fan: Wir erinnern uns. Auch die Hybrid Modelle von Toyota haben einen langen, steinigen Weg hinter sich. Der hierzulande relativ unbekannte Prius I von 1997 - 2003 war nun auch nicht der Brüller. Der hat sich auch primär aufgrund der Zero Emission Gesetzgebung einiger US Bundesstaaten verkauft. Außerdem sind (Toyota-) Hybridfahrzeuge z. B. suboptimal im Langstreckengebrauch, da sich hier kein (Verbrauchs-)Vorteil abzeichnet, genauso wie beim Ampera. Das haben 15 Jahre Vermarktung bis heute nicht abgestellt. Und das Öko Spinner Image hat der Prius erst vor wenigen Jahren abgelegt. Warum pöbeln Sie also gegen dieses innovative Konzept? Das Fahrzeug ist gerade mal auf dem Markt. Ein Glück für Sie, dass sie nicht "Der VW-Fan" o. ä. sind. Dann hätten sie gar nichts zu melden...


Toyota-Fan

20.01.2012 - 16:17 Uhr

So lange wir Kohle verbrennen um Strom zu erzeugen halte ich Elektro-Autos, egal von welchem Hersteller, für eine Öko-Lüge. Das Hybridkonzept von Toyota hingegen ist von der Verbrennung von Kohle unabhängig. Das "Argument" der "Nicht-Langstreckentauglichkeit" ist schlicht Quatsch und nicht mehr als eine billige Einwandbehandlung. Natürlich muss man immer davon ausgehen, dass sich jeder das Auto kauft, dass er braucht und welches für SEINEN Einsatzzweck passt. Ein Hybrid ist nunmal kein Langstreckenwagen. Das ist allgemein bekannt. Warum wirft man es ihm aber immer wieder vor? Kein Mensch regt sich darüber auf, dass ein Opel Agila nicht 250 fährt oder dass in einen 911er (der die 250 locker schafft) keine 5 Kisten Bier passen....


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