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Motorenbau-Professor: Diesel-Nachrüstung verschlechtert Autos

SCR-Nachrüstkat von Faurecia
© Foto: Faurecia

Der Motorenexperte Thomas Koch hat sich gegen Nachrüst-SCR-Katalysatoren für Euro-5-Diesel ausgesprochen. Das seien "Bastellösungen".


Datum:
25.09.2017
2 Kommentare

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Der Karlsruher Motorenbau-Professor Thomas Koch hält eine Hardware-Nachrüstung alter Dieselautos für unsinnig. Bei Nachrüstlösungen "kann man die Uhr danach stellen, bis sich in der Flotte Systemausfälle einstellen würden", sagte Koch der dpa. Sicherheitsrelevante Teile, das elektrische Bordnetz, Partikelfilter und vieles mehr seien betroffen. Den Stickoxid-Ausstoß durch Nachrüst-SCR-Katalysatoren mit Harnstofftanks zu senken, mache die Autos schlechter und sei keine seriöse Lösung.

Laut ADAC könnten in ein Dutzend Modellreihen mit Euro-5-Dieselmotoren nachträglich Euro-6-SCR-Katalysatoren eingebaut werden, weil der erforderliche Bauraum vorhanden sei. Der Leiter des ADAC-Technikzentrums Landshut, Reinhard Kolke, hatte der "Süddeutschen Zeitung" gesagt: "Diese Abgasreinigungssysteme liegen also im Ersatzteilregal, sind zugelassen und können verbaut werden, weil sie auf die Automodelle angepasst wurden."

Aber auch das "sind Bastellösungen. Da gibt es an 100 Ecken und Enden Fragen", sagte Koch, der das Institut für Kolbenmaschinen am Karlsruher KIT leitet. Kolkes Aussage spiegle die Komplexität des Themas nicht ansatzweise wider.

Die Autoindustrie lehnt nachträgliche Umbauten wegen des technischen und wirtschaftlichen Aufwands ab und bietet stattdessen Umtauschprämien für alte Dieselautos sowie Software-Updates an, die den Stickoxid-Ausstoß um 25 Prozent senken sollen. (dpa)

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KOMMENTARE


HJS

25.09.2017 - 12:40 Uhr

Pauschalurteile sind immer! äußerst unangemessen. Es genügt nämlich eine Ausnahme, um das ab absurdum zu führen. Auch die Wertung als "Bastellösung" ist nicht der gesellschaftlichen Stellung und dem erteilten Lehrauftrag entsprechend. Ein Blick auf die Twintec Homepage, entlarvt diese Äußerung als populistisch. Es sollte dem Herrn Professor hinreichend bekannt sein, dass die Fahrzeugentwicklungen heute überwiegend genau in solchen Unternehmen stattfinden und nicht beim Fahrzeughersteller. Note 5, bitte setzten!


Bernd Herre

25.09.2017 - 15:09 Uhr

Was ist denn an den Dieselmotoren von Automobilen seit der Einführung von Systemen zur Abgasminderung keine Bastellösung?Vielleicht der Oxikat Mitte der 90iger. Der macht aus NO immerhin NO2 besser als nichts, aber naja.Die Abgasrückführung ab Euro3, die am besten von der Motorsteuerung überhaupt nicht aktiviert wird, damit sie nicht verkokt.Der offene Partikelfilter, der nur 30% der Abgase filtert und den Rest durch einen Bypass leitet, wohl auch nicht.Der geschlossene Partikelfilter ist natürlich für die Umwelt besser, aber oh weh, der Motor leidet unter der Diesel-Nacheinspritzung an Ölverdünnung, weil man dem Partikelfilter keine eigenen Einspritzdüse oder ein paar Glühkerzen zum Aufheizen gönnen wollte.Und ist es nicht so, daß beide Filtersysteme sich an einem Teil der im vorgelagerten Oxikat mühsam zu NO2 oxidierten Molekülen bedienen und diese wieder in NO umwandeln.Nicht genug damit, jetzt bekommt bei Euro 6 noch eine zweite Abgasrückführung dazu. Leider läuft ein Motor nicht mit Abgas, er braucht halt immer noch Sauerstoff und Kohlenwasserstoffe. Deshalb wird auch die zweite Abgasrückführung nur in bestimmen Betriebszuständen aktiviert. Wahrscheinlich hauptsächlich auf dem Prüfstand oder der Prüffahrt.Also schlechter kann die Nachrüstung mit SCR-Kat und Adblue auch nicht sein, oder?


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