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Online-Vertrieb: Sixt Leasing setzt auf Kooperation

Sixt Leasing-Chef Rizzolli will künftig die Autohändler bei Online-Vertriebsationen mit ins Boot holen.
© Foto: Sixt Leasing

Die "Flatrate für die Straße" war ein großer Branchen-Aufreger im Frühjahr. Vor allem der Aufschrei des Autohandels war groß. Für Sixt Leasing-Chef Rizzolli nicht die einzige wichtige Lektion, die er aus dem Online-Koppelangebot zieht.

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Sixt Leasing zieht seine Lehren aus der umstrittenen Online-Vertriebskooperation mit der Mobilfunkmarke 1&1 und dem Autohersteller Peugeot. "Wenn die Flatrate-Aktion letztlich als konfrontativ wahrgenommen wurde, dann war das auch eine Fehlleistung in unserer Kommunikation. Diesen Schuh müssen wir uns anziehen", sagte Unternehmenschef Rudolf Rizzolli im Gespräch mit AUTOHAUS. "Es funktioniert sicher besser, wenn man solche Angebote im Schulterschluss mit dem Handel erarbeitet und gemeinsam versucht, Kundenbedürfnisse zu befriedigen."

Rizzolli betonte, dass sich die Aktionspartner im Vorfeld intensiv untereinander abgestimmt hätten, etwa bei der Werbung oder dem Preismodell. In der teilweise kritischen Berichterstattung in den Fachmedien "kam vor allem die große Sorge der Händlerschaft im Allgemeinen und der Peugeot-Partner im Speziellen zum Ausdruck: Hier versuche jemand, den klassischen Handel mit einem reinen Online-Modell auszubremsen. Das hatten die beteiligten Unternehmen aber niemals im Sinn."

Die sogenannte "Flatrate für die Straße", ein Koppelangebot aus geleastem Kleinwagen 208 und Mobilfunkvertrag, hatte im Frühjahr in der Kfz-Branche hohe Wellen geschlagen – nicht zuletzt bei den deutschen Peugeot-Händlern, die dagegen vehement protestierten (wir berichteten). Aufgrund des Händlerdrucks und auch der hohen Nachfrage zogen die Unternehmen schließlich den Stecker und nahmen das hochrabattierte Angebot vorzeitig vom Markt. Für die verantwortlichen Peugeot-Manager hatte dies unangenehme Folgen: Sie wurden vor die Tür gesetzt.

"Digitale Abwicklung hat sehr gut geklappt"

Trotz der Kritik wertet Rizzolli das Angebot als Erfolg. "Die Aktion wurde von den Kunden extrem gut angenommen", sagte er ohne Zahlen zu den Vertragsabschlüssen zu nennen. Dabei habe nicht nur der attraktive Preis geholfen, sondern auch das Flatrate-Konstrukt mit der Bündelung aus Zulassung, Versicherung, Kfz-Steuer und flexibler Laufzeit. "Auch die komplett digitale Abwicklung über Video-Ident und eSign hat sehr gut geklappt. Der Kunde ist mittlerweile bereit, ein Auto in einen Online-Warenkorb zu legen. Das ist eine wichtige Erkenntnis für uns", so der Manager weiter. Man plane deshalb ähnliche Aktionen für die Zukunft.

Neben dem Online-Neuwagenvertrieb rechnet sich Sixt Leasing auch im Bereich Flottenmanagement große Geschäftschancen aus. Die Sparte wachse deutlich, erklärte Rizzolli: "Wir sehen immer stärker die Tendenz mittlerer und größerer Unternehmen, den Fuhrpark mit der Hilfestellung externer Dienstleister zu betreiben." Der Fuhrpark sei zwar ein sehr emotionales Thema, aber es stelle sich doch die Frage: "Warum sollte eine Firma die Fahrzeuge selbst verwalten, wenn ein Dienstleister den Prozess digitalisiert und komplette Lösungen anbietet – von der Bestellung über die Road Time bis zur Rückgabe – und sich um Themen wie Schadenmanagement oder Verkauf kümmert?"

Neue Kundengruppen im Visier

Neben Firmenflotten sieht Rizzolli auch Start-ups im Gebrauchtwagenmarkt oder Mobilitätsdienstleister als Kunden. "Hier besteht nicht nur in Deutschland, sondern auch international ein großer Markt." Noch habe Sixt Leasing in diesem Segment keinen Kundenstamm "in nennenswerter Größe". Doch das Interesse sei da, betonte der Manager. So wolle man in den kommenden Jahren mit den neuen Playern mitwachsen und die Rolle eines "Orchestrators" übernehmen, der für den Kunden Prozesssteuerung, Datenintegration und -austausch sowie wirtschaftliche und buchhalterische Abwicklung sicherstelle.

Wie Sixt Leasing die Sparte "Online Retail" zum wichtigsten Geschäftszweig aufbauen will und welche Rollen dabei die Plattformen sixt-neuwagen.de und autohaus24.de spielt, lesen Sie in der soeben erschienenen AUTOHAUS-Ausgabe 14-15/2017.

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KOMMENTARE


Fehling

24.07.2017 - 20:50 Uhr

Sixt wird weiterhin seinen Weg gehen und den eigentlichen Handeln weiterhin Kopf zerbrechen bereiten. Wann begreift Ihr endlich mal ( Autohändler ) Markenhändler, das Sixt viel bessere Konditionen erhält. (...) Ihr lieben Händler, habt doch endlich mal den Schneid euch alle zusammenzusetzen und die Hersteller in die Schranken zu weisen. Aber Ihr redet nur und Euer sehr großes Schiff sinkt, ohne das Ihr es merkt.


Annotator

25.07.2017 - 15:13 Uhr

Erst den Handel angreifen und dann kooperieren wollen.Mit Sixt arbeiten unsere Betriebe schon lange nicht mehr zusammen.Weder im Service noch in der Vermittlung.Für Sixt Serviceverträge bei uns Annahmeverbot.Verhindern kann man soeine Entwicklung natürlich nur schwer.


Thomas Thom

14.08.2017 - 18:04 Uhr

Also Kunde will ich genau so etwas. Es tut mir auch für Saturn leid, dass ich meine PlayStation bei Amazon kaufe oder Musik bei Spotify höre. Ich brauche jedoch keinen klassischen Autohandel, sondern freue mich mehr über ein gutes Angebot. Steuern, Versicherungen enpfinde ich zudem als lästig, das Angebt trifft daher genau mein Bedürfnis. Auch Autohäuser müssen sich diesem Wandel stellen. Chancen gibt es genug und wer sich dem Wandel nicht stellt verliert am Ende. Da kann noch so viel meckern und seinen Geschäftszweig schützen. Es gibt sicherlich auch genug Kunden die gerne ausführlich beraten werden möchten, einen Testfahrt benötigen und dafür bezahlen. Ich jedoch nicht.


UE

15.08.2017 - 10:33 Uhr

@Thomas Thom: bleibt zu hoffen, dass Ihr Chef irgendwann um die Ecke kommt und Ihnen mitteilt, dass er SIE nicht mehr braucht, weil Ihre Arbeit jetzt online durch irgendeine indische Firma für den halben Preis erledigt wird. Das wird dann der Tag sein, an dem Sie ihr Sixtauto nehmen, nach Hause fahren und über das, was Sie hier so von sich geben gaaanz in Ruhe nachdenken können... ;-) Und kurz darauf können Sie dann gleich noch erfahren, wie "kulant" eine Leasingrückgabe läuft, wenn man nicht mehr zahlen kann... ;-)


Aschmu

15.08.2017 - 11:12 Uhr

@ Thomas Thom: auch wenn ich Ihren Standpunkt verstehe, so teile ich diesen nicht. Irgendwann - und wenn es in Ihrem hohen Alter ist - benötigen Sie irgend jemandem der in der Nähe ist - der für Sie da ist. Sei es die Apotheke oder der niedergelassene Arzt, die Werkstatt oder den Handwerker - was auch immer. Wenn wir alle nur noch digital arbeiten, dann können 90% der Jobs an den Nagel gehängt werden. Warum einen Supermarkt - ich kann digital einkaufen. Warum ein Kaufhaus - zalando machts möglich. Warum eine Apotheke - Medidoc liefert auch....... Sie sehen wohin das führt.... oder führen kann.... ich persönlich sehe es als Katastrophe - es wird alles viel schlimmer kommen - die Quittung zahlen wir alle gemeinsam - der eine mehr, der andere weniger.


Dieter M. Hölzel

15.08.2017 - 18:26 Uhr

Der " momentane " Realitätsverlust LEBEN und LEBEN lassen mancher Leute,wird allerspätestens im Alter die Realität einholen, dann wird es aber zu spät sein befürchte ich, soziale Beziehungen nicht vorhanden, aber GEIZ ist ja ???? !!!Ich selbst bin nahezu täglich im Autohaus, aber so ein wenig " Einkaufsmeile " mit Reisebüro - Poststelle etc. ist durchaus denkbar, Fantasie ist gefragt !!!


Brancheninsider

16.08.2017 - 07:13 Uhr

Ihr könnt alle so viel reden wie ihr wollt die Entwicklung geht trotzdem weiter und es ist einfach so - wer nicht mitmacht verliert.Es wird trotzdem noch den Aldi oder Edeka geben. Es wird auch noch einen Arzt oder ein Altersheim geben. Das ist unsinniges Gelaber.Und auch Fachkräfte in Indien werden nicht billiger. Und wenn dann der IT Support über Indien läuft dann verändert sich die Job Landschaft hier und es gibt andere Aufgaben. Das Rad dreht sich weiter. Ich kann diese ständigen Nörgeler und dagegen Argumentierer nicht mehr hören. Ihr werdet alle auf der Strecke bleiben mit der Einstellung.Frag doch mal Kodak. haben keine Digitalkamera entwickelt (obwohl der allererste jemals erstellte Prototyp tatsächlich von einem Kodak Ingenieur stammte).Heute bedeutungslos.So wird es auch dem Autohändler ergehen der weiter seinen (...) auf seinem Bürostuhl platziert und denkt als Markenhändler kann ihm ja nicht viel passieren.


Frank Fehling

16.08.2017 - 09:29 Uhr

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, um SIXT in seinen Angeboten zu durch leuchten.Die Händlerkollegen verschlafen den Markt. Das Internet entscheidet mittlerweile.Wer das Beste Angebot macht, der erhält bekanntlich den Zuschlag.Die Firma SIXT brauch in der Regel nicht den Mitbwerber zu befürchten, da Sie von Haus aus viel bessere Konditionen erhalten, wie der eigentliche KFZ-Handel.Wer den besten Rabatt gibt, ist der Sieger.Die Käufer/Interessenten nutzen die Möglichkeiten im Internet, die Preise zu vergleichen bzw. lassen sich von zig verschiedenen Händler ein Angebot über ein Neuwagen erstellen, danach geht das Pokerspiel weiter. Die Rabattjäger werden schon fündig und werden den Preis erzielen, den Sie sich in den Kopf gesetzt haben.


Thomas

22.11.2017 - 12:57 Uhr

Ob diese Aktion am Ende für Sixt zum Erfolg wird, ist mittlerweile sehr zu bezweifeln. In einschlägigen Foren (z.B. motor-talk.de) und auf Facebook mehren sich inzwischen extrem genervte Einträge von Kunden, die seit Wochen auf ihr Fahrzeug warten und keinerlei Information bekommen, wie es weiter geht. Sixt hatte im Angebot seinerzeit mit 14-18 Wochen Lieferzeit geworben, was zu Auslieferung zwischen Mitte Juni und Mitte Juli hätte führen müssen. Inzwischen steht der Dezember vor der Türe und ein Großteil der Fahrzeuge ist noch nicht übergeben worden. Die so neu gewonnenen Kunden, die vermutlich größtenteils erstmals leasen, werden so sicher nicht auf Dauer gebunden.


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