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Pkw-Neuzulassungen: Frühling im Keller

Die Pkw-Neuzulassungszahlen in Deutschland bleiben klar unter dem Vorjahresniveau.
© Foto: Ingo Wagner/dpa/picture alliance

Im März konnte sich der Autoabsatz in Deutschland etwas erholen, er liegt aber noch deutlich unter dem Vorjahresniveau. Angesichts der schwachen Zahlen fordert der ZDK nun ein klares Signal von der Politik.


Datum:
07.04.2021
Autor:
aw/tm/dpa
Lesezeit: 
5 min
1 Kommentare

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Nach gut einem Jahr Corona-Krise hat sich der Auto-Absatz in Deutschland im März wieder erholt - vom Vorkrisenniveau sind die Zahlen aber noch deutlich entfernt. 292.349 Autos sind im März dieses Jahres neu auf die Straße gekommen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Mittwoch mitteilte. Das waren 35,9 Prozent mehr Neuzulassungen als im März 2020 (215.119), als die Zahlen aufgrund der Corona-Krise erstmals eingebrochen waren. Im Jahr 2019 hatte es in jenem Monat allerdings noch rund 345.523 Neuzulassungen gegeben. "Der Zuwachs im März besteht nur auf dem Papier. In Wahrheit haben wir es seit Jahresbeginn mit einem äußerst schwachen Pkw-Markt zu tun", befand deshalb Reinhard Zirpel, Präsident des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK).

Private Nachfrage wieder im Aufwind

Ein Großteil der Neuzulassungen ging im März wie üblich auf das Konto gewerblicher Halter (65,4 Prozent), die rund 43,7 Prozent mehr Fahrzeuge zuließen. Allerdings legten auch die privaten Käufer ihre Kaufzurückhaltung ein Stück weit ab und trugen zur Erholung bei: Nach kümmerlichen 30 Prozent im Februar legte ihr Anteil an den Verkäufen wieder auf 34,6 Prozent zu (+23,1 Prozent). Im gesamten ersten Quartal lagen die Neuzulassungen in Deutschland bei rund 656.452 Pkw und damit 6,4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Vergleicht man das Quartal mit dem Durchschnitt der letzten Jahre, beträgt das Minus sogar 16 Prozent – laut VDIK das schlechteste Ergebnis seit Beginn der Statistik.

Etwas besser als bei den Neuwagen sieht es auf dem GW-Markt aus. Die Pkw-Besitzumschreibungen legten im März um 44,8 Prozent auf 672.432 Einheiten zu und übertrafen damit sogar das Vorkrisenniveau von 623.749 Einheiten im Jahr 2019. Dieser Zuwachs reicht allerdings längst nicht aus, um die Zahlen von Januar und Februar wieder wett zu machen: Mit 1.583.639 Besitzumschreibungen liegt das erste Quartal 2021 noch immer 4,6 Prozent unter dem (schlechten) Vorjahresniveau von 1.660.735 Halterwechseln.

Klares Signal von Politik gefordert

"Dass das erste Quartal 2021 noch trüber wird, als der schon extrem schlechte Vorjahreszeitraum, hätte die Branche beim besten Willen nicht erwartet", kommentierte Reinhard Zirpel. In vielen Regionen müssten die Autohäuser nun zudem wieder auf Terminshopping verzichten, was die Lage zusätzlich erschwere. "Das Frühjahrsgeschäft droht zu versanden. Was heute nicht bestellt wird, fehlt uns in einigen Monaten als Umsatz. Das lässt sich auch nicht ausgleichen", warnte auch Thomas Peckruhn, Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).

Der Verband fordert daher ein klares Signal der Politik zur bundesweiten Öffnung des Autohandels: "Unsere Betriebe haben großflächige Verkaufsräume, sie wenden erfolgreiche Sicherheits- und Hygienekonzepte an, und es sind vergleichsweise wenige Kunden gleichzeitig anwesend. Daher gibt es also keinen Grund, die Öffnungs-Ampel nicht auf Grün zu stellen", so Peckruhn.


Was Sie sonst noch über die März-Neuzulassungen wissen müssen

Markenüberblick: Viele Gewinner, wenige Verlierer

Beim Blick auf die einzelnen Marken gab es im März fast nur Gewinner. Bei den deutschen Herstellern konnten sogar alle Marken zulegen. Den größten Zuwachs verzeichnete Smart mit einem Plus von 304,4 Prozent. Dahinter folgen Opel (+75,1 Prozent), Mini (+58,0 Prozent), Porsche (+55,0 Prozent), VW (+39,1 Prozent), Mercedes (+36,7 Prozent), Audi (+17,6 Prozent), BMW (+17,0 Prozent) und Ford (+9,0 Prozent).

Bei den Importmarken wies Alfa Romeo im Berichtsmonat mit 114,6 Prozent das deutlichste Zulassungsplus auf. Zuwächse von mehr als 60 Prozent konnten die Marken Peugeot (+78,4 Prozent), Hyundai (+76,0 Prozent), Ssangyong (+68,5 Prozent), Tesla (+63,6 Prozent) und Renault (+63,1 Prozent) verzeichnen. Als einzige nicht von der allgemeinen Erholung profitieren konnten Honda (-33,3 Prozent), Mitsubishi (-33,0 Prozent), DS (-18,9 Prozent), Jaguar (-10,0 Prozent) und Subaru (-9,8 Prozent).

Den größten Anteil an den Neuzulassungen beanspruchte VW mit 19,3 Prozent. Stärkste Importmarke war einmal mehr Skoda (+39,2 Prozent) mit 5,8 Prozent Marktanteil.

Antriebsarten: Elektro-Trend hält an

Ungebrochen blieb auch im März der Trend zum Elektro-Auto: Mit 30.101 Einheiten und einem Zuwachs von 11,4 Prozent ist inzwischen rund jedes zehnte neu zugelassene Auto rein elektrisch angetrieben. Hinzu kommen 81.220 Hybrid-Pkw, darunter 35.580 Plug-in-Hybride (12,2 Prozent Marktanteil /+277,5 Prozent Zuwachs). Anders als im Februar konnten im März jedoch auch Verbrenner zulegen: Der Anteil der Pkw mit Benzinmotor stieg um 7,1 Prozentpunkte auf 115.174 Einheiten (Marktanteil 3,4 Prozent). Dieselmotoren verzeichneten hingegen erneut einen Rückgang – dieses Mal um fünf Prozent auf 64.518 Einheiten (Marktanteil 22,1 Prozent)

Marktsegmente: Minis und SUVs boomen

Erfolgreichste Marktsegmente waren wie in den Vormonaten SUVs mit 24,8 Prozent und die Kompaktklasse mit 17,8 Prozent. Das meiste Wachstum gab es bei den Minis (Marktanteil 5,9 Prozent) mit plus 96 Prozent, und den SUVs (+65,5 Prozent). Nach dem herben Rückgang im Februar konnten daneben auch die Wohnmobile (Marktanteil 3,6 Prozent) mit plus 52,2 Prozent wieder auf ihren Wachstumskurs zurückkehren.

Autoproduktion: Fabrikauslastung erholt sich

Die Produktion in den deutschen Automobilwerken stieg im März um 29 Prozent auf 373.900 Pkw. Das Vorkrisenniveau wird jedoch auch hier noch deutlich unterschritten. Im ersten Quartal 2021 belief sich die Produktion auf 933.600 Pkw (-8 Prozent). Auch der Export stieg im März: Es wurden 296.100 Pkw (+23 Prozent) ins Ausland abgesetzt. Im bisherigen Jahresverlauf wurden 703.600 Pkw (-9 Prozent) an Kunden aus aller Welt ausgeliefert.



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KOMMENTARE


Di leonardo

07.04.2021 - 19:45 Uhr

Der Verband fordert daher ein klares Signal der Politik zur bundesweiten Öffnung des Autohandels: "Unsere Betriebe haben großflächige Verkaufsräume, sie wenden erfolgreiche Sicherheits- und Hygienekonzepte an, und es sind vergleichsweise wenige Kunden gleichzeitig anwesend. Daher gibt es also keinen Grund, die Öffnungs-Ampel nicht auf Grün zu stellen", so Peckruhn. Herr Peckruhn ist nicht der einzige der das fordert, die Politiker waren anscheinend noch nie in einem Autohaus.


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