Tesla: Krankenstand in Werk in Grünheide rückläufig

29.04.2026 12:30 Uhr | Lesezeit: 2 min
Die Tesla-Autofabrik in Grünheide, nachdem die Produktion wegen eines Stromausfalls stillsteht. Die Fabrik in Grünheide bei Berlin sei evakuiert worden, sagte eine Sprecherin.
Der Krankenstand beim US-Elektroautobauer Tesla in Grünheide bei Berlin ist deutlich zurückgegangen.
© Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

Vor zwei Jahren sorgten Hausbesuche von häufig krankgemeldeten Tesla-Beschäftigten für eine Debatte. Der Krankenstand ist zurückgegangen. Gibt es Fälle, in denen die Lohnfortzahlung gestoppt wurde?

Der Krankenstand beim US-Elektroautobauer Tesla in Grünheide bei Berlin ist deutlich zurückgegangen. "Unser Krankenstand liegt aktuell bei knapp fünf Prozent", teilte das Unternehmen mit. Zuvor hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet. Im Jahr 2024 lag der Anteil nach damaligen Angaben von Werksleiter André Thierig bei 15 Prozent oder darüber. Der niedrige Krankenstand ist nach Angaben des Autobauers ein Ergebnis innerbetrieblicher Maßnahmen der vergangenen Jahre.

In dem europaweit einzigen Autowerk von Tesla-Chef Elon Musk in Brandenburg arbeiteten zuletzt 10.700 Beschäftigte. Bis Ende Juni will das Unternehmen wegen gestiegener Nachfrage 1.000 neue Mitarbeiter einstellen, um die Produktion um rund ein Fünftel hochzufahren. Vor etwas mehr als zwei Jahren arbeiteten im Werk etwa 12.400 Menschen.

Ein Sprecher nannte als Beispiel für innerbetriebliche Maßnahmen ein Bonussystem, das Anwesenheit im Jahresverlauf honoriere. Damit hätten «die auffällig gehäuften Abwesenheiten an Montagen und Freitagen deutlich» abgenommen. Dazu wurde das Sportprogramm ausgebaut: Neben einem bestehenden Fitnessstudio seien zwei Sportplätze für Fußball oder Basketball eröffnet worden. Es gebe auch Angebote für Beschäftigte mit Fitness- und Ergonomietrainern.

Tesla prüft in mehreren Fällen Stopp der Lohnfortzahlung

Das "Handelsblatt" schrieb außerdem, dass Tesla vermehrt Schreiben wie schon im Jahr 2024 verschicke, in denen krankgeschriebene Mitarbeiter über einen Stopp der Entgeltfortzahlung informiert würden. Der Autobauer wies das zurück. Es handle sich um eine geringe zweistellige Zahl von Fällen im Monat, bei denen es Diskussionen über die Einstellung der Lohnfortzahlung gebe.

Es sei so, "dass in wenigen Einzelfällen überprüft wird, ob trotz des Ablaufes der gesetzlichen sechswöchigen Lohnfortzahlungsdauer weiter ein Anspruch auf Lohnfortzahlung besteht", teilte ein Sprecher mit. "Der Arbeitnehmer wird darum gebeten, das Vorliegen dieses Anspruches nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis, wird weiterhin Lohnfortzahlung geleistet."

Das Unternehmen beruft sich auf ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts von 2023, nach dem Arbeitnehmer im Streitfall über die Fortsetzung einer Erkrankung ihre Beschwerden offenlegen und ihre Ärzte von der Schweigepflicht entbinden müssen.


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Gewerkschaft: Zweifel an Krankmeldungen

Nach Ansicht der IG Metall zweifelt Tesla in mehreren Fällen ärztliche Atteste an und verweigert die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall: "Bei rund der Hälfte unserer Rechtsschutzfälle geht es um Anzweiflungen von Krankmeldungen und (angedrohter) Einstellung der Entgeltfortzahlung beziehungsweise rückwirkender Abzüge", sagte ein Sprecher. Das sei bereits seit mehr als einem Jahr so.

Tesla hatte vor rund zwei Jahren Aufsehen durch Hausbesuche von häufig krankgemeldeten Beschäftigten erregt und darauf verwiesen, dass dies nichts Ungewöhnliches sei.


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