Mit der ersten VAD Open hat der Verband der Autohändler Deutschlands (VAD) seine neue Dialogreihe mit der AUTOHAUS akademie gestartet. Gastgeber der Auftaktveranstaltung in Osnabrück war die Weller Gruppe.
Weller betreibt aktuell 44 Standorte in ganz Deutschland, beschäftigt mehr als 2.600 Mitarbeiter und gehört damit zu den größten Automobilhandelsgruppen des Landes. Ihren Ursprung hat die Gruppe in Osnabrück, der heutige Hauptsitz befindet sich in Berlin. 1979 gegründet, entwickelte sich das Unternehmen von einem einzelnen Toyota‑ und Lexus‑Betrieb zu einer bundesweit präsenten Mehrmarkengruppe.
Im Oktober 2024 vollzog Weller einen strategisch wichtigen Schritt: Die bis dahin eigenständig geführten Marken Autoweller, B&K und Autosaxe wurden unter der einheitlichen Dachmarke Weller zusammengeführt. Ziel ist eine klarere Marktpositionierung, eine stärkere unternehmerische Identität – und mehr Unabhängigkeit von einzelnen Herstellermarken.
VAD Open bei Weller in Osnabrück
Heute umfasst das Markenportfolio unter anderem BMW, Mini, Toyota, Lexus, Seat, Cupra, MG, Hyundai, BYD, Microlino sowie BMW Motorrad. Wachstum bleibt dabei Teil der Strategie, jedoch – so Weller – nicht um jeden Preis. Wirtschaftliche Stabilität, saubere Prozesse und operative Steuerbarkeit seien die eigentlichen Erfolgsfaktoren, insbesondere angesichts steigender Kosten, sinkender Margen und wachsender regulatorischer Anforderungen. Die Übernahme der Autohausgruppe Block am Ring im Jahr 2025 hat das Standortnetz zuletzt nochmals spürbar erweitert.
Parallel investiert Weller in Nachhaltigkeit. In Kooperation mit Electrofleet entstehen an zahlreichen Standorten Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und neue Infrastrukturen. In der finalen Ausbaustufe sollen jährlich mehrere tausend Tonnen CO₂ eingespart werden. Auch die Arbeitgebermarke spielt eine zentrale Rolle: 30 Tage Urlaub, faire Vergütung und Zusatzleistungen für Mobilität, Altersvorsorge und Gesundheit sollen Weller langfristig als attraktiven Arbeitgeber positionieren – ein Faktor, der angesichts des Fachkräftemangels immer stärker über Wettbewerbsfähigkeit entscheidet.
Handel sichtbar machen
Im zweiten Teil der Veranstaltung schlug Weller den Bogen zur Verbandsebene. Die Gründung des VAD sei aus der Erkenntnis entstanden, dass der Autohandel politisch und öffentlich nicht im Verhältnis zu seiner wirtschaftlichen Bedeutung wahrgenommen werde. Der Handel beschäftige ähnlich viele Menschen wie die Industrie und bilde deutlich mehr Nachwuchskräfte aus – komme aber in politischen Debatten oft nur am Rande vor.
Der VAD wolle diese Lücke schließen: als eigenständige, unternehmerisch geprägte Stimme des Handels, faktenbasiert und dialogorientiert. Besonders in der Verkehrspolitik sieht der Verband Handlungsbedarf. Weller kritisierte eine stark großstadtzentrierte Perspektive, die die Realitäten ländlich‑suburbaner Regionen ausblende. Deutschland sei kein Metropolenland – Individualverkehr bleibe für Mobilität und Wertschöpfung essenziell.
Inhaltlich arbeitet der VAD bereits an konkreten Themen, etwa an der Energiekennzeichnung von Fahrzeugen. Die aktuellen Regelungen, so die Kritik, erzeugten hohen bürokratischen Aufwand und Abmahnrisiken, ohne den Kunden echten Mehrwert zu bieten. Digitale Lösungen – etwa per QR‑Code – seien aus Verbandssicht sinnvoller. Erste Gespräche mit politischen Entscheidern liefen. Dr. Konrad Weßner von Puls stellte die von VAD und AUTOHAUS inszenierte Studie "Die Deutschen und der Automobilhandel" powered by Bank11 vor. Benjamin Klatt, Bereichsleiter Vertrieb bei Bank11, präsentierte die Ergebnisse über das Finanzierungsverhalten. Die Moderation übernahmen VAD-Geschäftsführer Dr. Kurt-Christian Scheel und AUTOHAUS-Chefredakteur Ralph M. Meunzel.
Die Botschaft der ersten VAD Open, die von der CarGarantie und Carmovia unterstützt wurde, war eindeutig: Der Verband will wachsen, Wirkung entfalten und den Autohandel politisch sichtbarer machen. Mitgliedschaft ist nicht ausdrücklich erwünscht, sondern unbedingt notwendig – auch von kleinen und mittleren Betrieben. Weitere Veranstaltungen folgen in Northeim, Neu‑Ulm und Hamburg. Der Auftakt bei Weller setzte dafür ein klares Signal.