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Verhandlungen: Saab-Pleite rückt immer näher

Die Uhr tickt gegen Saab: Bis Ende dieser Woche muss ein Gericht über den Abbruch des laufenden Sanierungsverfahrens entscheiden.

Saab kämpft verbissen gegen die drohende Pleite. Dank Verhandlungen mit chinesischen Partnern wollen die Schweden das Steuer doch noch herumreißen. Die Zeit drängt.


Datum:
24.10.2011
1 Kommentare

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Saab läuft im Kampf gegen die Pleite die Zeit davon. Durch Verhandlungen mit zwei chinesischen Partnern in Stockholm hat Konzernchef Victor Muller am Montag noch einmal versucht, das Steuer herumzureißen. Weniger als zwei Tage vor fälligen Lohn- und Gehaltszahlungen und vier Tage vor einer drohenden Gerichtsentscheidung Richtung Insolvenz blieben die Saab-Kassen aber zum Wochenauftakt weiter gähnend leer.

Saab-Sprecherin Gunilla Gustavs bestätigte neue Verhandlungen mit dem Autohersteller Youngman und dem Auto-Großhändler Pang, nachdem Saabs bisheriger Eigner Swedish Automobile erst in der Nacht zuvor die im Sommer geschlossenen Verträge mit beiden Unternehmen gekündigt hatte. Der niederländische Saab-Chef Victor Muller gab als entscheidenden Verhandlungspunkt an, dass Youngman und Pang Da die volle Kontrolle über das seit April ohne nennenswerte Einnahmen stillliegende Unternehmen verlangen.

Ohne sofortige Hilfe von außen kann Saab die Mitte der Woche fälligen Gehaltszahlungen für 3500 Beschäftigte nicht bezahlen. Bis Freitag muss das Amtsgericht im westschwedischen Vänersborg außerdem über den Abbruch oder die Fortsetzung des Sanierungsverfahrens entscheiden. Der bisherige Zwangsverwalter Guy Lofalk hat den Abbruch gegen den Willen Mullers beantragt, weil er kein realistischen Überlebenschancen ohne Insolvenz mehr sieht und die aus Peking seit Juli zugesagten Überbrückungshilfen ausgeblieben sind.

Im Sommer wurde zwischen Saab sowie Youngman und Pang Da deren Einstieg mit einem Eigneranteil von 53,9 Prozent ausgehandelt. Die von beiden China-Unternehmen dabei langfristig zugesagten 245 Millionen Euro gelten als einzige realistische Chance auf einen Überleben für den kleinen schwedischen Hersteller hochwertiger und hochpreisiger Autos. (dpa)

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KOMMENTARE


Michael Kühn

24.10.2011 - 20:34 Uhr

Kann es vielleicht sein, dass der Herr Müller seine Lage falsch einschätzt und Befürchtungen hat, seinen Stuhl zu räumen? Es sind immerhin eine Menge Mitarbeiter auf ihren Lohn angewiesen und bei Massenentlassungen, wegen einer Krise, heißt es immer: "Um einer Mehrheit den Arbeitsplatz zu sichern, müssen einige Wenige betriebsbedingt entlassen werden". Warum nicht auch einmal ein Chef, der scheinbar versagt hat...? Herr Müller wird sicherlich nicht am "Hungertuch" nagen... Sein Zitat: Der niederländische Saab-Chef Victor Muller gab als entscheidenden Verhandlungspunkt an, dass Youngman und Pang Da die -volle Kontrolle- über das seit April ohne nennenswerte Einnahmen stillliegende Unternehmen verlangen. (Durchaus legitim in einer derartigen Situation) Bei einer Insolvenz verliert er in jedem Fall seinen Job. Die Mitarbeiter jedoch werden möglicherweise ihre Jobs behalten, wenn vielleicht auch nicht alle. Wartet Herr Müller auf ein Wunder? Wie lange sich Herr Müller "erfolgreich" in seinem Job bemühte, entzieht sich meiner Kenntnis. Der gegenwärtige Status von Saab spricht nicht unbedingt für ihn. Wie ich bereits bemerkte hilft hier ausschließlich richtig viel und frisches Kapital und der Preis hierfür ist wie immer und überall: "Wessen Brot ich esse (oder Geld ich nehme), dessen Lied ich sing" Chinesen wollen investieren, Know How möglichst preiswert übernehmen, aber in Europa auch feste Standbeine aufbauen. Wenn also Chinesen ihr Kapital in Europa investieren, was sie übrigens auch in den USA in unvorstellbaren Größenordnungen bereits tätigten, sehe ich hier zumindest einen Lösungsansatz zum Überleben, bei dem persönliche Eitelkeiten nix verloren haben.


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