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ATU/Borgward: Aus für Service-Partnerschaft

Seit Mitte 2018 führte ATU in seinen Filialen Garantie- und Gewährleistungsarbeiten für Borgward durch. Damit ist ab dem nächsten Jahr Schluss.
© Foto: ATU

Niedrige Absatzzahlen, neuer Gesellschafter: Ab 1. Januar 2020 führt die Werkstattkette ATU keine Garantie- und Gewährleistungsarbeiten für Borgward-Modelle mehr durch.


Datum:
13.12.2019
2 Kommentare

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Das war nur von kurzer Dauer: Die strategische Service-Partnerschaft zwischen ATU und Borgward ist bald wieder Geschichte. "Die exklusive OEM-Zusammenarbeit mit Borgward wird nicht fortgesetzt", teilte Matthieu Foucart, Vorsitzender Geschäftsführer der Werkstattkette, in Weiden mit. Ab 1. Januar 2020 werde man keine OEM-Leistungen wie beispielsweise Garantie- und Gewährleistungsarbeiten für Fahrzeuge der deutsch-chinesischen Marke mehr durchführen.

Die Zusammenarbeit wurde den Angaben zufolge einvernehmlich beendet. Zu den Gründen erklärte Foucart: "Mit dem Eigentümerwechsel bei Borgward haben sich die Rahmenbedingungen geändert." Seit diesem Frühjahr gehört der Autohersteller mit Sitz in Stuttgart mehrheitlich dem chinesischen Fahrdienstleister Ucar, der bisherige Eigentümer Foton hält nur noch wenige Anteile. Durch den Gesellschafterwechsel wurde auch die geplante Rückkehr der Produktion an den alten Borgward-Stammsitz Bremen ad acta gelegt.

Laut Foucart konnten außerdem die angekündigten Absatzzahlen nicht erreicht worden. Damit habe die Kooperation nicht im geplanten Umfang realisiert werden können, sagte er. Von Borgward selbst war bislang keine Stellungnahme zu erhalten.


Borgward BX7 TS Limited Edition

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Mit Unterstützung aus China versucht die Traditionsmarke seit 2017 den Restart auf dem deutschen Markt. Angekündigt ist eine Reihe von sportlichen Geländewagen mit Elektro- und Plug-in-Hybridantrieben. Doch bislang einziges Modell hierzulande ist BX7 TS. Das Mittelklasse-SUV wurde ab Mitte 2018 in einer kleinen Auflage verkauft.

Beim Vertrieb und Service wollte Borgward neue Wege gehen. So wurde der BX7 TS Limited Edition über das Internet verkauft bzw. verleast. Zur angekündigten Vertriebskooperation mit dem Autovermieter Sixt kam es allerdings nicht. Die Fahrzeugauslieferung übernahm der Hersteller schließlich in Eigenregie. Für Wartung, Reparaturen, Ersatzteilversorgung und Kundenservice-Hotline gab Borgward schließlich Mitte vergangenen Jahres die Kooperation mit ATU bekannt.

Trotz des schnellen Endes der Zusammenarbeit sieht Foucart auch positive Seiten. ATU habe "wichtige Erfahrungswerte sammeln und unser Know-how in diesem Geschäftsfeld erweitern können". Man stehe möglichen Partnerschaften mit neuen Autoherstellern weiterhin offen gegenüber. "Wir führen bereits konkrete Gespräche mit verschiedenen Anbietern", so der Geschäftsführer.

Wichtig für Borgward-Besitzer: Ab dem kommenden Jahr wird die Luxemburger Autodis Group alle Aufgaben der Borgward Group bezüglich der Ersatzteilversorgung, des Kundendienstes inklusive der Garantiebearbeitung sowie des Vertriebs übernehmen. (rp)


Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurde Sixt als Kooperationspartner für den Vertrieb der Borgward-Fahrzeuge genannt. Das ist nicht richtig. Borgward hatte im Vorfeld lediglich Pläne für eine Zusammenarbeit öffentlich gemacht. Ein Vertriesdeal mit dem Mobilitätskonzern kam nicht zustande. Wir haben die entsprechende Stelle korrigiert.

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KOMMENTARE


Frank E.

13.12.2019 - 21:29 Uhr

Das dürfte den Weg für neue Marken nicht einfacher machen, wenn der Kunde beim neuen Wettbewerber keine zuverlässige, langfristige Beziehung erwarten kann. Ein schönes Beispiel, wie wichtig eine enge Kundenbindung im Service auch für den Vertrieb und den Hersteller sein kann. Was bringt mir ein neues Auto, wenn ich keinen Kundendienst, keine Teile bekomme oder Garantieleistungen nur sehr umständlich ausgeführt werden können. Welche Servicekette in Deutschland gehört denn zu Autodis?


Carajan

16.12.2019 - 17:43 Uhr

Für ATU dürfte sich der Verlust in Grenzen gehalten haben, bei gerade mal ca. 150 Zulassungen. Für den neuen Dienstleister wird’s wahrscheinlich auch nicht besser, denn die weitere Entwicklung steht ja in den Sternen. Ich vermute den ehemals klangvollen Namen Borgward werden wir nicht wiedersehen.


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