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Aus für die Mercedes A-Klasse: Kompaktwagen fällt neuer Luxus-Strategie zum Opfer

Die jetzige Generation der Mercedes A-Klasse wird wohl die letzte sein.
© Foto: Mercedes-Benz

Nach vier Modellgenerationen soll Schluss sein: Ab 2025 soll die 1997 gestartete Mercedes A-Klasse laut Informationen des "Handelsblatt" keinen Nachfolger mehr bekommen.


Datum:
27.06.2022
Autor:
tibü/AH
Lesezeit:
3 min
6 Kommentare

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Das war es dann mit der kleinsten Baureihe von Mercedes. Der Autobauer stellt die Baureihe ein. Ab 2025 soll die 1997 gestartete A-Klasse laut Informationen des 'Handelsblatt' keinen Nachfolger mehr bekommen. Auch die B-Klasse – der Van-Ableger der A-Klasse – ist davon betroffen. Als Grund für das Produktions-Aus nach vier Generationen wird mangelnde Profitabilität genannt.


Mercedes-Benz A-Klasse Limousine (2019)

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Mercedes-Benz will "Luxusmarke sein"

Diese Entscheidung folgt konsequent der jüngst vorgestellten Luxus-Strategie des schwäbischen Autobauers. Mercedes will sein Geld in der Zukunft vor allem mit teuren Luxusautos verdienen. "Wir sind ein Luxusunternehmen", hatte Vorstandsvorsitzender Ola Källenius erst kürzlich vor Investoren selbstbewusst verkündet. Dabei richten die Stuttgarter den Blick ins außereuropäische Ausland. Vor allem in China seien die Aussichten dank eines wachsenden Lebensstandards größerer Bevölkerungsschichten gut.

Kleine, sparsame Klein- und Kompaktwagen sind nach Überzeugung der Mercedes-Entscheider – bedingt durch fortlaufende Elektrifizierung anderer Klassen - zudem nicht mehr nötig, um CO2-Emissionsziele einzuhalten.

Mercedes teilt seine Fahrzeuge künftig in drei Kategorien ein:

  • Spitzensegment: Das sind Fahrzeuge von Maybach, der Sportwagentochter AMG sowie die S- und G-Klasse inklusive der jeweiligen Elektro- und SUV-Ableger.
  • Mittelsegment: Hier werden die absatzstärksten Modelle rund um C- und E-Klasse einsortiert.
  • Einstiegssegment: Die Zahl der Karosserievarianten soll von sieben auf vier sinken, die Technik der Modelle im Gegenzug aufgewertet werden.

Die A-Klasse hat eine spektakuläre Geschichte

1997 hatte Mercedes das Fahrzeug auf dem Automobilsalon in Genf vorgestellt. Vor 25 sorgte der Autohersteller mit dieser Präsentation für ungläubiges Staunen: Ein Minivan mit Frontantrieb – das kam den Anhängern prestigeträchtiger Limousinen nicht ganz koscher vor. Die Sandwichbauweise ermöglichte damals sogar schon den Einbau von Akkus.

Die Historie der Mercedes A-Klasse ist eng verbunden mit dem legendären Crash beim so genannten Elchtest: Der hohe Schwerpunkt (bedingt durch ebendiese Doppelboden-Bauweise ohne schwere Batteriepacks) machte den kleinen Sternträger zu einer wackeligen Angelegenheit – die A-Klasse kippte beim Ausweichmanöver um. Trotzt dieses Pannen-Starts entwickelte sich das Fahrzeug in den nachfolgenden 25 Jahren zum Erfolg.


Entstehung des Mercedes-Sterns

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Mit der Entscheidung, künftig nicht mehr in allen Baureihen präsent zu sein – und da vor allem auf die preisgünstigeren zu verzichten, steht Mercedes nicht alleine da: Jüngst hatte Konkurrent Audi angekündigt – ebenfalls aus Rentabilitätsgründen – für die (kleinen) Einstiegsmodelle Audi A1 und Q2 keine Nachfolger mehr zu entwickeln.


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KOMMENTARE


J.Schwab

27.06.2022 - 12:45 Uhr

Aus für die Mercedes A-Klasse: Kompaktwagen fällt neuer Luxus-Strategie zum Opfer Diese arrogante Haltung wir der Marke noch gewaltig auf die Füsse fallen. Mercedes sollte einfach zugestehen, dass sie nicht in der Lage sind vernünftige und auch bezahlbare Autos in der Mittelklasse zu bauen. Nicht jeder kann 50 bis 60 T€ für eine Auto bezahlt. Die Qualität der Produkte von Mercedes hebt sich ohnehin nicht bemerkbar von anderen deutschen Marken ab. Mit dieser Haltung gingen schon in den 60er und 70er Jahren einige Zweige der deutschen Industrie kaputt. Auf das Image "Mercedes" würde ich hier nicht allein bauen. Auch andere bauen gute PKWS. Andere Herstelle meist auch im europäischen Ausland und auch VW können das auch.


Rudi S.

27.06.2022 - 17:28 Uhr

die Arroganz in den Direktionsetagen wird immer besser. Hoffentlich fällt das Hr. Kallenius gigantisch auf die Füße. Zuerst wird Schrott produziert und dann ganze Baureihen aus dem Programm gestrichen, anstatt endlich mal Qualität einzuführen. Denn davon ist Mercedes kilometerweit entfernt. Diesen Schrottproduzenten dürfen die Chinesen gern kaufen. Ich weine ihm keine Träne nach, aber nur wenn die den Vorstandsvorsitzenden mit übernehmen oder entlassen.


OlaF

27.06.2022 - 18:21 Uhr

Keine A-, B-Klasse, keine T-Modelle, keine Taxis, Keine S und C Cabrios, keinen echten Smart… ….. Mal schauen was aus den großen, reinrassigen Mercedeshändlern mit Filialen vor jeder Milchkanne werden soll…


Dieter

27.06.2022 - 20:24 Uhr

Hier wird die Einordnung der Luxusmarke Mercedes-Benz in den chinesischen Geelykonzern weiter vorangetrieben. Spannend ist, was mit den Vans passieren soll. In jedem Fall wird es für die MB Partner in Europa eng.


Manfred Schwarz

27.06.2022 - 22:06 Uhr

Die Strategie der Mercedes Führung ist ein Irrweg. Wenn einzig Rendite, Aktienkurs und Boni das Handeln bestimmt geht die Akzeptanz der Menschen verloren. Stakeholder Value statt Shareholder Value wäre das Gebot der Stunde . Schade -so wird das Unternehmen nicht überleben.


Thomas Weber

28.06.2022 - 23:27 Uhr

Theoretisch klingt das logisch. Das Segment von 100.000 € Fahrzeugen wird weniger von Carsharing und Autoabo betroffen sein. Jedoch hat Mercedes-Benz in den vergangenen 10 Jahren in punkto Image sehr von den sportlichen Fahrzeugen der MFA Plattform profitiert. Dadurch wurde die Marke jünger und "hipper". Mercedes hat in den letzten 10 Jahren gut vorgemacht, wie sich die Modelle im Image gegenseitig pushen können Vielleicht hat sich mancher treue BMW 7er Fahrer durch diesen Imagewandel dann doch plötzlich für eine S-Klasse entschieden. Kurzum: ich verstehe die Denke der Konzernspitze glaube aber dass die Entscheidung falsch ist.


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