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Chinesischer Automarkt: VW verteidigt Engagement in Provinz Xinjiang

VW-Chef Diess: "Weder wir, noch unsere Zulieferer beschäftigen Zwangsarbeiter."
© Foto: Volkswagen

VW-Boss Herbert Diess ist davon überzeugt, dass die Präsenz des Autokonzerns in der Uiguren-Provinz Xinjiang eher zu einer Verbesserung der Lage für die Menschen beiträgt als eine Abkehr.


Datum:
15.02.2021
2 Kommentare

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Der VW-Konzern hat erneut seine Geschäfte in der chinesischen Provinz Xinjiang verteidigt - trotz der Berichte über Menschenrechtsverstöße. "Wir stehen zu unserem Engagement in China, auch in Xinjang", sagte Konzernchef Herbert Diess der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Präsenz des Unternehmens trage eher zu einer Verbesserung der Lage für die Menschen bei als eine Abkehr.

VW sei sicher, dass für die Produktion dort keine Zwangsarbeiter abgestellt werden. "Weder wir, noch unsere Zulieferer beschäftigen Zwangsarbeiter. Hier haben wir eine Null-Toleranz. Auch in Xinjiang halten wir unsere Werte hoch, dazu gehören eine Arbeitnehmervertretung, Achtung von Minderheiten und Sozial- und Arbeitsstandards", sagte Diess.

VW betreibt in der Provinzhauptstadt Ürümqi ein Werk zusammen mit dem Joint-Venture-Partner SAIC. Der VW-Konzern verkauft mehr als 40 Prozent seiner Autos in China. Das Konsortium Investigativer Journalisten hatte im November chinesische Dokumente veröffentlicht, die eine systematische Verfolgung der Uiguren und Anleitungen zur massenhaften Internierung der muslimischen Minderheit zeigen.

Der Konzernchef rechtfertigt generell Geschäfte in autokratisch regierten Staaten: Nur 5,7 Prozent der Weltbevölkerung lebten laut "Economist" in einer Demokratie, "so wie wir sie kennen", sagte Diess: "Wären wir nur in diesen Ländern tätig, hätten wir und auch alle anderen Weltunternehmen keinen Bestand." Über eine "Sozialcharta" bei VW sollen verbindliche interne Regeln die Einhaltung von Menschenrechten im globalen Werksnetz des Konzerns und in allen Geschäftskontakten mit Zulieferern abgesichert werden.

Aus einer im Januar bekanntgewordenen Antwort der niedersächsischen Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen ging hervor, dass dem Konzern keine Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen vorlägen. Rund jeder Vierte der 650 Mitarbeiter gehöre Minderheiten an - das entspreche dem Anteil der Minderheiten in der Stadt Ürümqi. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sitzen für Niedersachsen im VW-Aufsichtsrat.

Kritik an Sanktionen gegen Russland

Diess kritisierte auch die Sanktionspolitik gegen Russland. "Wir haben 6.000 Mitarbeiter in Russland, dazu Zulieferer und Kunden. Wir haben dort einen Markt, wir sind daher froh, wenn es Russland gut geht, deswegen schaden Sanktionen. Diplomatie und Verhandlungen sind immer besser als Handelsbeschränkungen, die uns wie der Bevölkerung Russlands schaden."(dpa)

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KOMMENTARE


Beobachter

15.02.2021 - 17:12 Uhr

Mal sehen was die Zukunft bringt und ob später was rauskommt . Wenn man an die brutale interne Aufklärung des Abgasskandal denkt... Aber selbst wenn, dann wird es den großen Teil der VW Kundschaft wahrscheinlich nicht so stören.


Mr.M

15.02.2021 - 17:39 Uhr

Ganz nach seinem Motto "Ebit macht frei", wird in alter Manier im Konzern so weitergemacht wie seit der Unternehmensgründung ( Kooperation mit Diktaturen usw. ). Einfach nur erbärmlich die Argumentation, wieso gibt es dann keine Recherche und Offenlegung der Situation. Lasst doch ein Fernsehteam dort recherchieren und sich ein Bild der Situation machen. Komischerweise sind um dem VW Werk überraschend viele Gefangenenlager angelegt. Was würde denn die chinesischer Regierung machen, wenn man auf die Durchsetzung der Menschenrechte besteht?


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