Forster: GM verhandelt noch nicht mit Opel-Interessenten

12.03.2009 03:57 Uhr
Eine Opel-Insolvenz ist für GM Europa-Chef Forster keine Alternative.
© Foto: GM

Europa-Chef Carl-Peter Forster hat ein grundsätzliches Interesse aus dem In- und Ausland bestätigt, "formelle Gespräche" mit potenziellen Anteilseignern gibt es aber nicht. Ein Insolvenzverfahren für Opel lehnt der Manager weiterhin ab.

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) führt noch keine Gespräche mit Interessenten für die angeschlagene Tochter. "Es gibt Interessenten aus dem In- und Ausland. Aber es gibt noch keine formellen Gespräche", sagte GM Europa-Chef Carl-Peter Forster der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe). Öffne sich Opel für einen neuen Anteilseigner, müsse eine andere gesellschaftliche Struktur her, denn der neue Investor wolle mitentscheiden. Die Verbindung zu GM bleibe aber im ersten Schritt ganz wichtig. Ein Insolvenzverfahren lehnt Forster weiterhin ab: "Wir haben dieses Szenario einmal durchgespielt. Es ist für uns keine Alternative, die wir aktiv vorantreiben." Opel benötigt Bürgschaften in Höhe von 3,3 Milliarden Euro, um Darlehen von Banken holen zu können. In Spanien habe Opel bereits eine Bürgschaft für ein konkretes Projekt. In Deutschland braucht der Hersteller eine Garantie für 2,6 Milliarden Euro. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern zum Thema Lohnverzicht machten Fortschritte, so Forster weiter. Das Thema sei aber kompliziert. "Da ist sehr viel Überzeugungsarbeit zu leisten." Arbeitnehmer wollen Opfer bringen Unterdessen wollen auch die Arbeitnehmer in Europa ihren Beitrag zur Opel-Rettung leisten. Wie der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Donnerstag in Rüsselsheim mitteilte, haben Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsvertreter von GM Europa ihre Bereitschaft erklärt, "zur Sicherung eines neu zu gestaltenden Unternehmens Opel/Vauxhall Europa Arbeitnehmerbeiträge einzubringen". Umfang und Art dieser Beiträge wurden zunächst nicht bekannt. In dem Beschluss vom Donnerstag fordern die Arbeitnehmer die Möglichkeit zur Kapitalbeteiligung an Opel. Außerdem knüpften das europäische Arbeitnehmerforum und die Gewerkschaften ihre Bereitschaft zu Einschnitten an mehrere Bedingungen. So dürfe es weder Werkschließungen noch betriebsbedingte Kündigungen geben und die Produktion müsse gerecht auf alle Standorte verteilt werden. Außerdem müsse ein eigenständiges europäisches Unternehmen Opel/Vauxhall gegründet werden, das Zugang zu allen Märkten weltweit hat. Unter dem Dach des GM-Mutterkonzerns darf Opel bisher in wichtigen Märkten etwa in Nord- und Südamerika und Teilen Asiens keine Autos verkaufen. Nach dem Willen der Arbeitnehmer soll GM an dem neuen Unternehmen nur noch eine Minderheitsbeteiligung halten. (dpa)

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KOMMENTARE

Horst Kuhlemann

12.03.2009 - 19:03 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, zur Zeit bin ich mit meinem Sohn unterwegs und wir suchen nach einer vernünftigen Lösung den "abgewrackten Altwagen" gegen einen Neuwagen auszutauschen. Unter anderem locken auch die Angebote des o.g. Herstellers. Es gibt einige VerkaufsberaterInnen, die einen wirklich guten Job erledigen!!! Und diesen möchte ich mutig zurufen:... haltet durch - Sie werden in Zukunft weiterhin Erfolge erzielen! Aber scheinbar ist auch eine größere Anzahl der o. g. Berufsgruppe, wieder oder immer noch in die Gruppe derer einzustufen, die den augenblicklichen Run auf die Autohäuser als "Konjukturwandel" verstehen. Diesen Herrschaften möchte ich raten einen "Kulturwandel" im Verkauf vorzunehmen, damit sich die Anstrengungen der KollegInnen in der Produktion auch lohnen.Ich werde mir erlauben, sobald der Autokauf meines Sohnes abgeschlossen ist, mit den gleichen Automarken Kontakt aufzunehmen, die diesen Auftrag nicht erhalten haben. Das wird sicher sehr spannend, denn wie schon Oskar Wilde sagte: Wir schätzen Menschen, die uns die Wahrheit sagen - vorausgesetzt sie meinen dasselbe wie wir! Mit freundlichem Gruß Horst Kuhlemann


Stein

12.03.2009 - 19:55 Uhr

Es ist verrückt. Es gibt zu viele produzierte Autos im Markt und zuviele Hersteller. Und hier machen sich hochbezahlte Manager, die das sehr wohl wissen, ans Werk einen weiteren Player mithilfe von Steuergeldern zu schaffen. Da kann man nur noch den Kopf schütteln und hoffen, dass sich die Politik nicht blenden lässt...aber es stehen ja Wahlen vor der Tür... Und komm mir jetzt keiner mit dem Verlust von tausenden von Arbeitsplätzen - die werden so oder so wegfallen.


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