Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) führt noch keine Gespräche mit Interessenten für die angeschlagene Tochter. "Es gibt Interessenten aus dem In- und Ausland. Aber es gibt noch keine formellen Gespräche", sagte GM Europa-Chef Carl-Peter Forster der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe). Öffne sich Opel für einen neuen Anteilseigner, müsse eine andere gesellschaftliche Struktur her, denn der neue Investor wolle mitentscheiden. Die Verbindung zu GM bleibe aber im ersten Schritt ganz wichtig. Ein Insolvenzverfahren lehnt Forster weiterhin ab: "Wir haben dieses Szenario einmal durchgespielt. Es ist für uns keine Alternative, die wir aktiv vorantreiben." Opel benötigt Bürgschaften in Höhe von 3,3 Milliarden Euro, um Darlehen von Banken holen zu können. In Spanien habe Opel bereits eine Bürgschaft für ein konkretes Projekt. In Deutschland braucht der Hersteller eine Garantie für 2,6 Milliarden Euro. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern zum Thema Lohnverzicht machten Fortschritte, so Forster weiter. Das Thema sei aber kompliziert. "Da ist sehr viel Überzeugungsarbeit zu leisten." Arbeitnehmer wollen Opfer bringen Unterdessen wollen auch die Arbeitnehmer in Europa ihren Beitrag zur Opel-Rettung leisten. Wie der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Donnerstag in Rüsselsheim mitteilte, haben Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsvertreter von GM Europa ihre Bereitschaft erklärt, "zur Sicherung eines neu zu gestaltenden Unternehmens Opel/Vauxhall Europa Arbeitnehmerbeiträge einzubringen". Umfang und Art dieser Beiträge wurden zunächst nicht bekannt. In dem Beschluss vom Donnerstag fordern die Arbeitnehmer die Möglichkeit zur Kapitalbeteiligung an Opel. Außerdem knüpften das europäische Arbeitnehmerforum und die Gewerkschaften ihre Bereitschaft zu Einschnitten an mehrere Bedingungen. So dürfe es weder Werkschließungen noch betriebsbedingte Kündigungen geben und die Produktion müsse gerecht auf alle Standorte verteilt werden. Außerdem müsse ein eigenständiges europäisches Unternehmen Opel/Vauxhall gegründet werden, das Zugang zu allen Märkten weltweit hat. Unter dem Dach des GM-Mutterkonzerns darf Opel bisher in wichtigen Märkten etwa in Nord- und Südamerika und Teilen Asiens keine Autos verkaufen. Nach dem Willen der Arbeitnehmer soll GM an dem neuen Unternehmen nur noch eine Minderheitsbeteiligung halten. (dpa)
Forster: GM verhandelt noch nicht mit Opel-Interessenten
Europa-Chef Carl-Peter Forster hat ein grundsätzliches Interesse aus dem In- und Ausland bestätigt, "formelle Gespräche" mit potenziellen Anteilseignern gibt es aber nicht. Ein Insolvenzverfahren für Opel lehnt der Manager weiterhin ab.
Stein