Gläubiger-Forderungen: Chrysler muss weiter um Fiat-Einstieg bangen

03.06.2009 13:32 Uhr
Chrysler muss sich nochmal mit Gläubiger-Forderungen auseinandersetzen.
© Foto: Joerg Koch/ddp

Für eine der letzten Hürden vor einem erfolgreichen Abschluss des Insolvenzverfahrens sorgt ein Pensionsfonds, der gegen den bereits genehmigten Fiat-Einstieg Berufung eingelegt hat.

Für den insolventen US-Autobauer Chrysler steht der rettende Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns noch mindestens bis Ende der Woche auf der Kippe. Ein Berufungsgericht in New York hat eine entscheidende Anhörung für diesen Freitag angesetzt. Der US-Absatz des drittgrößten amerikanischen Herstellers brach unterdessen im Mai nach jüngsten Zahlen erneut um fast die Hälfte ein. Für eine der letzten Hürden vor einem erfolgreichen Abschluss des Insolvenzverfahrens sorgt ein Pensionsfonds im Bundesstaat Indiana. Er zählt zu den Gläubigern, denen Chrysler insgesamt knapp sieben Milliarden Dollar (fünf Milliarden Euro) schuldet. Der Fonds hat gegen den vom Insolvenzgericht schon genehmigten Fiat-Einstieg Berufung eingelegt. Um nicht weiter Zeit zu verlieren, wird bei dem Einwand eine Instanz übersprungen. Dies sei angesichts der Bedeutung des Falls angemessen, entschied der für Chrysler zuständige Insolvenzrichter. Der Fonds hat an Chrysler Forderungen von rund 42 Millionen Dollar und fühlt sich beim geplanten Schuldenverzicht benachteiligt. Die Gläubiger sollen insgesamt etwa zwei Milliarden Dollar bekommen. Chrysler droht die Zeit davonzulaufen. Fiat kann die Beteiligung von zunächst 20 Prozent wieder aufkündigen, wenn sie nicht bis zum 15. Juni besiegelt ist. Bei einem Einstieg dürfen die Italiener später auf mehr als 50 Prozent aufstocken. Vorerst hält die Autogewerkschaft UAW im Tausch für Milliarden-Zugeständnisse die Mehrheit an Chrysler, die USA und Kanada den Rest. Wiederaufnahme der Produktion für Juni geplant Ein Chrysler-Manager kündigte bereits die Wiederaufnahme der Produktion noch im Juni an. Mit Beginn der Insolvenz hatte der Hersteller alle Bänder angehalten. Angesichts weiter abstürzender Verkaufszahlen kündigte Chrysler neue Verkaufsanreize mit Nullzins-Krediten für einige Modelle an. Der Hersteller setzte im Mai in den USA lediglich noch 79.010 Autos ab, knapp 50 Prozent weniger als vor einem Jahr. (dpa)

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