Opel-Mitarbeiter legen Produktion lahm

18.10.2004 10:24 Uhr

Seit Donnerstag ruhende Fertigung wurde am Standort Bochum bislang nicht wieder aufgenommen

Trotz der Appelle aus Politik und vom Gesamtbetriebsrat haben die Arbeiter am besonders gefährdeten Bochumer Opel-Standort auch am Montag die Produktion lahmgelegt. Die Belegschaft hatte am Morgen zu Beginn der Frühschicht um 6.00 Uhr einstimmig entschieden, dass die seit Donnerstag ruhende Fertigung nicht wieder aufgenommen wird. Die Beschäftigten fordern vom Management weiterhin die Garantie, dass es in Bochum keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird, sagte ein Belegschaftssprecher am Montagmorgen. Zudem fordert die Belegschaft, dass die Opel-Mutter General Motors ihre europaweiten Kürzungspläne zurücknimmt. Danach sollen in ganz Europa 12.000 GM-Stellen gestrichen werden, davon rund 10.000 allein in Deutschland. Die nächste Schicht in Bochum steht am Montag um 14.00 Uhr an. Nach Einschätzung von Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz zeichnet sich schon vor dem Beginn der inzwischen begonnenen Verhandlungen eine Annäherung ab. Vorbild für eine Lösung auch bei Opel sei der am Donnerstag geschlossene Beschäftigungspakt zwischen dem Karstadt-Quelle-Vorstand und den Arbeitnehmern des Handelsriesen, sagte Franz dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). Allerdings befürchtet Franz, dass die seit Tagen anhaltende Blockade des Bochumer Opel-Werkes eine Verhandlungslösung erschweren könnte. Zielpunkt der Verhandlungen könnte eine Auffanggesellschaft sein. Diese brachte der Europa-Vizechef von GM, Carl-Peter Forster, ins Gespräch. "Wenn es uns gelingt, die betreffenden Mitarbeiter in Beschäftigungsgesellschaften zu überführen, können wir betriebsbedingte Kündigungen vermeiden", sagte Forster der "Welt am Sonntag". Damit wären die Arbeitsplätze zwei Jahre garantiert, allerdings bei deutlichen Lohneinbußen. Die Belegschaft in Bochum sprach sich am Sonntag bereits dagegen aus. Dies sei nur ein verzögerter Weg in die sichere Arbeitslosigkeit. (dpa/ng)

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