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Premiummarke: Infiniti verlässt Europa

Premiummarke: Infiniti verlässt Europa
Konkurrenz zu stark: Infiniti verabschiedet sich aus Westeuropa.
© Foto: Infiniti

Knapp ein Jahrzehnt hat die Nissan-Tochter versucht, den Fuß in die Tür zum europäischen Luxusautomarkt zu bekommen. Nun geben die Japaner auf.


Datum:
12.03.2019
6 Kommentare

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Die japanische Premiummarke Infiniti zieht sich Anfang 2020 aus Westeuropa zurück. Der edle Nissan-Ableger will sich stattdessen nach eigenen Angaben auf Nordamerika und China konzentrieren. Auch in Wachstumsmärkten Osteuropas und im Nahen Osten sollen die Fahrzeuge der Marke weiterhin verkauft werden.

Für die Infiniti-Halter in Westeuropa soll das Kundengeschäft – einschließlich Fahrzeugservice, Wartung und Garantiereparaturen – aufrechterhalten werden, wie das Unternehmen am Dienstag ankündigte. Gemeinsam mit den Händlern werde man an einem Ausstieg aus dem aktuellen Franchise-Vertrag arbeiten und dabei die notwendige Unterstützung und Leistungen für einen reibungslosen Übergang bieten, hieß es.

In Deutschland gibt es zehn Infiniti-Zentren, hauptsächlich in Metropolen wie Berlin, Hamburg, München oder Frankfurt. Einige Betriebe hatten zuletzt in neue Showrooms investiert. Hinzu kommen bundesweit 28 Servicepartner.

Infiniti war 1989 gegründet worden. Zunächst verkauften die Japaner ihre Modelle in den USA und Kanada. Dort traten Ende der 80er mit dem Toyota-Ableger Lexus und Acura von Honda zwei weitere japanische Marken an, den schwächelnden US-Premiummarken Marktanteile abzujagen. Von Herbst 2008 an erfolgte die Einführung in Europa, wo man es mit den Premium-Platzhirschen Audi, BMW, Mercedes, Jaguar und Co. aufnehmen wollte, die hierzulande jedoch deutlich stärker sind als in den USA.

Ohne Fortune trotz schwäbischer Hilfe

Für mehr als eine Nischenrolle reichte es bei Infiniti nicht: In Deutschland wurden im Gesamtjahr 2018 gerade einmal 762 Neuwagen verkauft. Am erfolgreichsten war man 2016 mit knapp 2.200 Einheiten. Topmodell hierzulande war zuletzt der kompakte Q30, der auf der Mercedes A-Klasse basiert. Gemeinsam mit dem Mercedes-GLA-Derivat QX30 wird er zurzeit im britischen Sunderland für den Weltmarkt gebaut – eine Fortsetzung der Produktion über 2019 hinaus wird es nicht geben.

Das übrige Modellangebot deckt die klassischen Business- und Luxussegmente ab, ein besonderer Schwerpunkt liegt auf SUV. Bekanntheit erlangte die Marke in Deutschland darüber hinaus durch ihr Formel-1-Engagement bei Sebastian Vettels Red-Bull-Team.

Erst zu Jahresbeginn hatte Christian Meunier den Infiniti-Chefsessel von Roland Krüger übernommen (wir berichteten). Der bisherige Vertriebsmanager muss nun die Restrukturierung der Marke managen. Im Fokus steht dabei die Elektrifizierung des Produktportfolios, das erste E-Modell von Infiniti soll 2021 starten. Gleichzeitig nehmen die Japaner Dieselmodelle komplett aus dem Programm. In Nordamerika will man sein SUV-Line-up weiter ausbauen, für China sind mittelfristig fünf neue Fahrzeuge geplant. Verbesserungen bei Vertrieb und Restwerten sowie Synergieeffekte mit dem Mutterkonzern Nissan sollen Infiniti nachhaltig im Premium-Segment etablieren. (SP-X/hh/rp)

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KOMMENTARE


Ahelmut

13.03.2019 - 09:54 Uhr

Einerseits schade, die Fahrzeuge sahen nicht uninteressant aus auf dem oft spröden Automarkt. Andererseits wars aber auch vorauszusehen, denn die Marktentwicklung war sehr deutlich. In der kleinen Exklusiv Nische sind zum einen die deutschen Platzhirsche Audi, BMW + Mercedes präsent, als auch langjährige Importvertreter wie Volvo oder Jaguar/Landrover. Bin mal gespannt wie lange Toyota noch die Lexusschiene in unseren Landen aufrechterhalten kann. Hier haben sich auch viele Händler erweichen lassen (.....müssen?!?) richtig zu investieren.Infinit Kunden müssen sich hier auch auf eine Zäsur beim Wiederverkauf einstellen, denn die Restwerte werden entsprechend fallen - arme Leasingkunden!


Manfred Wiehe

13.03.2019 - 10:35 Uhr

Die Idee, diese Marke im Premium Segment zu platzieren war nicht nur schwer zu verstehen, sondern wurde darüber hinaus auch sehr schlecht umgesetzt. Ein erfolgreiches Marketing sieht anders aus.


Nordlicht

13.03.2019 - 18:17 Uhr

@Ahelmut: Im Gegensatz zu Infiniti war LEXUS in Europa ( und nur das ist aus japansicher Sicht interessant) bisher erfolgreich! Mit fast 80.000 Einheiten (ca. 12,5% der Gesamtproduktion) ist der Markt nicht zu vernachlässigen. Und auch der Gesamtkonzern TOYOTA steht deutlich besser und solider als Nissan da. Man schaue auch einmal auf die aktuelle Marktentwicklung von Nissan: Da geht es auch steil bergab! Somit bleibt auch kein Geld für Infiniti. Dort hat man ja auch keine zukunftsfähigen Modelle gehabt - hauptsächlich Diesel und unverkaufbare Benziner. LEXUS ist hie mit seine Hybridmodellen sehr viel weiter!


Carajan

13.03.2019 - 20:44 Uhr

So richtig vermissen wird die keiner. Es handelte sich doch nur um eine Submarke von Nissan, die meiner Meinung nach völlig zu Unrecht ins sog. Premiumsegment gehoben wurde. An den Zulassungszahlen gemessen war das Produkt doch völlig bedeutungslos. Am meisten wird hier der Händler der Marke betroffen sein, weil hier eine Menge Geld für nichts investiert worden ist. Wie da wohl die Entschädigung des Importeurs ausfallen wird?


heine49

14.03.2019 - 09:40 Uhr

Auch andere Hersteller bzw. Marken werden feststellen, dass ohne zielgerichtetes und zielgruppengerechtes Marketing verbunden mit aktivem Verkauf der Misserfolg vorprogrammiert ist.


Helmuth

01.12.2021 - 22:44 Uhr

Ich fahre seit 9 Jahren Infiniti. Der jetzige ist der QX70 5,0 . Es ist für mich nicht zu verstehen das der „Durchbruch“ von der Firma nicht geglückt ist. An denFahrzeugen kann es kaum gelegen haben ,guter Preis ,gute Verarbeitung . Das Fahrverhalten von meinem ist hervorragend. Ich werde ihn fahren bis er auseinander fällt. So einen 8 Zylinder gibt es nicht mehr !


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