DaimlerChrysler hat für seine verlustreiche Kleinwagenmarke Smart ein milliardenschweres Sanierungskonzept beschlossen, das auch einen deutlichen Personalabbau von rund 700 Stellen beinhaltet. Der geplante Geländewagen Formore wird wie erwartet nicht gebaut, der erfolglose Roadster Ende 2005 eingestellt. "Mit dem neuen Geschäftsmodell wird die Kleinwagenmarke auf eine betriebswirtschaftlich solide Basis gestellt werden. Ziel ist, im Jahr 2007 den Break Even zu erreichen", teilte der Konzern am Freitag mit. Angesichts erwarteter Kosten für die Restrukturiering von bis zu 1,2 Mrd. Euro hat der Autokonzern seine Gewinnprognose für das laufende Jahr reduziert. Bislang wollte DaimlerChrysler den operativen Gewinn des Vorjahres von 5,8 Mrd. Euro leicht übertreffen. Nun hieß es, dieses Ziel sei nur noch erreichbar, wenn man die Sonderkosten für Smart herausrechne. Die Marke hat seit ihrer Gründung 1998 noch nie Gewinne eingefahren. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen lag der operative Verlust allein im Vorjahr bei mehr als 400 Mio. Euro. Zur Steigerung von Absatz und Umsatz soll die Zahl der Smart-Vertriebsstützpunkte in der Mercedes-Benz Vertriebsorganisation um rund ein Viertel erhöht werden. Ende 2004 existierten rund 65 der so genannten Shop-in-Shop-Lösungen bei Mercedes-Vertretern. In Deutschland vertreiben zudem 70 Smart-Center und gut 50 Zweigbetriebe die Kleinwagenmarke. An 60 weiteren Standorten werden Servicearbeiten durchgeführt. Der Smart-Absatz in Deutschland war 2004 gegenüber dem Vorjahr deutlich um 14,4 Prozent auf über 50.000 Einheiten gestiegen. Weltweit wurden hingegen nur knapp 140.000 Neuwagen verkauft, 15.000 weniger als geplant. Tristesse in Böblingen Die beschlossenen Maßnahmen sollen dazu führen, dass die Sparte der Mercedes Car Group (Mercedes-Benz, Smart, Maybach) mit einem Ergebnisanstieg von rund 600 Mio. Euro im Jahr 2007 endlich in die schwarzen Zahlen komme, hieß es. Das Sanierungskonzept wird nach den Worten von Konzernbetriebsratschef Erich Klemm rund 700 Arbeitsplätze kosten. Klemm sagte am Freitag in Stuttgart, mit 600 Stellen seien vor allem die Mitarbeiter in Böblingen betroffen. Der Produktionsstandort Hambach ist nach den Worten von Klemm "in einem deutlich geringeren Umfang betroffen". Hier gebe es bereits für fast alle Mitarbeiter eine Lösung. Smart beschäftigt derzeit rund 1.300 Mitarbeiter in Böblingen und 850 im Smart-Produktionswerk in Hambach in Lothringen. Smart-Chef Ulrich Walker sagte auf Anfrage, das Konzept sei "ein Neuanfang für die Marke". Die Fixkosten sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre um rund 30 Prozent gesenkt und die Produktivität erheblich erhöht werden. Die Kooperation mit Mitsubishi Motors beim Smart-Viersitzer Forfour wird dagegen fortgesetzt. Damit soll der Viersitzer künftig ein "ausgeglichenes Ergebnis" liefern. (pg)
Smart: Daimler holt zum Befreiungsschlag aus
1,2 Milliarden Euro schweres Sanierungsprogramm / Jede dritte Stelle soll gestrichen werden