VDIK: Nur leichte Markterholung 2008

20.12.2007 12:26 Uhr
VDIK-Präsident Lange hält die CO2-Pläne der EU für "planwirtschaftlich festgelegte Höchstwerte".

Nach dem Pleitenjahr 2007 erwarten die Importeure rund 3,2 Millionen Neuzulassungen / EU-CO2-Ziele "zu starr und bürokratisch"

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) rechnet im kommenden Jahr nur mit einer leichten Erholung des deutschen Automarktes. Insgesamt sei mit rund 3,2 Mio. verkauften Einheiten zu rechnen, sagte Verbandspräsident Volker Lange am Donnerstag in Frankfurt. "Das ist schon eine optimistische Einschätzung." Ihren Marktanteil 2008 wollen die ausländischen Hersteller mit rund 36 Prozent stabil halten. Ein besseres Abschneiden sei allenfalls bei klaren gesetzlichen Vorgaben über die Gestalt einer künftigen CO2-orientierten Steuer denkbar. In diesem Jahr dürfte der Absatz um 9,2 Prozent auf 3,15 Mio. Euro zurückgehen, sagte Lange. Dies wäre das niedrigste Niveau seit der Wiedervereinigung. "Wir haben uns getäuscht und sind von der Kaufunlust der Verbraucher überrascht worden." Neben der Mehrwertsteuererhöhung zum Jahreswechsel und sinkenden Nettolöhnen habe vor allem die Ungewissheit über die Steuer zur Verunsicherung der Verbraucher geführt. Lange forderte daher, die CO2-bezogene Kfz-Steuer so schnell wie möglich umzusetzen. Außerdem müsse der Kauf sparsamerer Autos und Antriebe stärker gefördert werden. "Jede weitere Verunsicherung belastet in erster Linie den Markt der privaten Neuzulassungen, lässt den Autofahrer weiter abwarten, bevor er den Tausch alt gegen neu vornehmen wird." Dies zeige sich auch an den Zahlen. Im zu Ende gehenden Jahr seien die Privatverkäufe um gut ein Viertel eingebrochen. Bei den Nutzfahrzeugen rechnet der VDIK mit einem leichten Rückgang von 340.000 Einheiten in diesem Jahr auf 325.000 Fahrzeuge. Dabei handele es sich aber immer noch um ein hohes Niveau, da das Investitionsklima weiter gut bleibe. Der Marktanteil der im VDIK vertretenen Nutzfahrzeughersteller in Deutschland lag 2007 bei 28,7 Prozent. "Zu starr und bürokratisch" Skeptisch bewertete Lange die Vorschläge der EU-Kommission zur Begrenzung des CO2-Ausstoßes. "Über die Qualität und Durchsetzungsfähigkeit der Vorschläge kann man sicher streiten." Grundsätzlich sei eine Orientierung am Gewicht der Fahrzeuge und an der Höhe des CO2-Ausstoßes zwar vernünftig, die Vorschläge seien aber noch zu starr und bürokratisch. "Das sind planwirtschaftlich festgelegte Höchstwerte." Nicht vorgesehen sei beispielsweise auch die Belohnung von Autofahrern, die ihr Fahrzeug auf umweltfreundlichere Antriebe umrüsten lassen. Den Aufschrei der deutschen Regierung und der Autobauer könne er zwar nachvollziehen, die nun auf dem Tisch liegenden Vorschläge seien aber keine Überraschung, so Lange weiter. "Man hätte durchaus eine Chance gehabt, sich auf europäischer Ebene unter den Verbänden einigen zu können. Dass Frau Merkel sich für den wichtigsten Industriezweig in Deutschland einsetzt, ist richtig, andererseits sind wir natürlich genauso betroffen. Auch bei uns gibt es Hersteller, die große Autos bauen." Tendenziell seien die Hersteller aus Asien und anderen europäischen Ländern mit überwiegend kleinen Autos im Programm aber im Vorteil. "Das ist sicher ein Wettbewerbsvorteil, mit dem man gut arbeiten kann." (dpa)

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