Auch Europas größter Autobauer, Volkswagen, hat im ersten Halbjahr 2003 Federn lassen müssen. Wegen der schwachen Autokonjunktur und des starken Euro verzeichnete der Konzern massive Gewinneinbußen. Das Ergebnis nach Steuern sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 57,5 Prozent auf 596 Mio. Euro, teilte VW am Freitag in Wolfsburg mit. Das operative Ergebnis sackte um 51,8 Prozent auf 1,22 Mrd. Euro ab. Für die zweite Jahreshälfte setzt VW auf den neuen Golf und hofft auf eine Erholung. Für das Gesamtjahr 2003 rechnet VW allerdings mit einem deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses. Grund seien u.a. Sondereinflüsse durch Restrukturierungen in Brasilien. 2002 hatte VW ein operatives Ergebnis von 4,76 Mrd. Euro verbucht. Leicht gestiegener Absatz Im ersten Halbjahr 2003 sank der Umsatz um 2,8 Prozent auf 42,83 Mrd. Euro. Das Vorsteuerergebnis ging um 55,4 Prozent auf 1,01 Mrd. Euro zurück. Die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge sank um 1,6 Prozent auf 2,47 Mio. Stück, der Absatz stieg dagegen leicht um 0,7 Prozent auf 2,51 Mio. Stück. Nach VW-Angaben war das erste Halbjahr insbesondere von Absatzrückgängen auf wichtigen Märkten und dem anhaltend hohen Kurs-Niveau des Euro gegenüber wesentlichen Währungen wie dem US-Dollar, dem britischen Pfund und dem japanischen Yen gekennzeichnet. Darüber hinaus hätten Anlaufkosten und Vorleistungen für neue Modelle das operative Ergebnis belastet. Unterdessen nahm der Konzern am Freitag die angekündigte Entlassung von fast 4.000 Arbeitern in Brasilien auf großen Druck der Gewerkschaften zurück. Es seien aber weitere Verhandlungen nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und auch des Standortes Brasilien zu sichern. (dpa/pg)
Volkswagen büßt massiv Gewinn ein
Absatzrückgänge, starker Euro und Anlaufkosten drücken Ergebnis um über 50 Prozent