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VW-Vertriebsvorstand: Steht Jürgen Stackmann vor dem Aus?

Jürgen Stackmann
© Foto: VW

Laut einem Medienbericht muss der VW Pkw-Chefverkäufer seinen Vorstandsposten in Kürze räumen. Ein Grund sind die schwachen Absatzzahlen bei Passat und Golf.


Datum:
22.07.2020
5 Kommentare

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Die Tage von Jürgen Stackmann bei Volkswagen sind nach Informationen des "Handelblatts" offenbar gezählt. Der Vertriebsvorstand der Kernmarke VW sei bei den Konzern-Verantwortlichen in Ungnade gefallen und werde seinen Posten bald abgeben müssen, berichtete die Wirtschaftszeitung am Mittwoch auf seiner Internetseite. VW selbst wollte sich dazu auf Nachfrage nicht äußern.

Als einen Grund für die mögliche Demission Stackmanns schreibt das "Handelsblatt", dass die Unternehmensführung mit den Absatzzahlen von Passat und Golf unzufrieden sei. So habe der 58-Jährige aus Sicht des Konzernvorstands zu wenig für den Vertrieb der beiden wichtigen Modelle getan.

Eine weitere Erklärung dreht sich um die holprige Einführung der neuen Golf-Generation. Laut Bericht soll Stackmann wegen der zahlreichen technischen Probleme auf eine Verschiebung des Marktstarts gedrängt haben. VW-Chef Herbert Diess, der zu diesem Zeitpunkt noch die Hausmarke führte, habe dies aber abgelehnt. Stackmann habe sich mit seinen Einwänden nicht durchsetzen können, da VW für den Fall ein Imageproblem befürchtet hatte, zitiert das "Handelblatt" einen mit den Vorgängen vertrauten Manager.

Der frühere Ford-Manager Stackmann kam 2010 zum VW-Konzern. Zunächst verantwortete er bei der tschechischen Tochter Skoda Verkauf, Marketing und Service, ab Herbst 2012 war er Marketingdirektor des Konzerns und der Pkw-Sparte. Anschließend übernahm Stackmann den Chefposten bei Seat (2013), ehe er im November 2015 zum Markenvorstand Volkswagen Pkw für Vertrieb und Marketing berufen wurde.

In den vergangenen Wochen hatten die Wolfsburger eine Reihe von Top-Personalien bekannt gegeben (wir berichteten). Darunter waren der Skoda-Vorsitzende Bernhard Maier ebenso wie Transporter-Chef Thomas Sedran und Lkw-Boss Andreas Renschler. Christian Senger musste kurz nach seiner Beförderung die Leitung der neuen Software-Organisation schon wieder an Audi-Chef Markus Duesmann abgeben. Selbst Konzernlenker Herbert Diess blieb von den Veränderungen nicht verschont: An der Spitze der Kernmarke steht seit kurzem Ralf Brandstätter. (rp)

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KOMMENTARE


Autofahrer

22.07.2020 - 18:29 Uhr

Tja, und wieder ein Bauernopfer. Hätte man auf Stackmann gehört wäre das Desaster mit der Golf Einführung evtl. ausgeblieben. Aber nein, man musste diesen Golf unbedingt in den Markt drücken. Selbst die Händler hatten keine Fahrzeuge bei der Markteinführung und mussten ohne ein Auto im Showroom klarkommen. Dann Technikprobleme und Gimmicks die der typische Golf-Kunden nicht möchte. Wann wacht VW endlich auf.....


Anton Gsandtner

22.07.2020 - 18:55 Uhr

Ein Wanderer, der niergens Wurzeln geschlagen hat. Oder gar ein Karrierist ?


AlexanderZwo

22.07.2020 - 18:58 Uhr

Einer der wenigen normalen Menschen mit Sachverstand und Erfahrung an der Volkswagen-Spitze soll also gehen? Nur weiter so, Volkswagen. Wenn Ihr schon keine Autos mehr fertig bauen könnt, zerlegt Ihr Euch immerhin selbst. Ihnen, Herr Stackmann, viel Erfolg und danke für die Begeisterung, die Sie dem Volkswagen-Vertrieb immer wieder neu vermittelt haben.


Dieter S.

23.07.2020 - 09:42 Uhr

Ob man so Ruhe reinbringt in einen Konzern der sich gerade extrem verändert? Bevor man ständig die Häuptlinge austauscht, sollte man lieber alle Indianer dazu bringen, dass sie sich trauen Fehler offen anzusprechen. Der Konzern ist ins Schlingern geraten, weil man in der Führung glaubte und noch immer glaubt zu wissen was der Kunde will bzw. braucht. Die Mitarbeiter, die wüßten was benötigt wird, weil sie das Ohr am Kunden haben, werden nicht gehört bzw. trauen sie sich nichts zu sagen, weil es die eigene Karriere oder berufliche Laufbahn behindern könnte. Diese Kultur hat Volkswagen selbst eingeführt und sie hat dazu geführt das man sukzessive eher immer schlechter wird, es gibt in der unteren Führungsriege keine "gegen den Strom Schwimmer" mehr aus oben genannten Gründen. Mit dieser Unternehmens/ Gesprächs/ Kritikkultur wird man aber nie mehr innovativ werden, Softwareprobleme bei Golf 8, bei ID3, dazu demotivierte Mitarbeiter die wegen der Abgaskrise noch immer um ihren Job bangen, die Liste könnte man noch fortführen. Dies alles deckt doch das Hauptproblem im Konzern auf, mangelnde Kompetenz an wichtigen Schnittstellen durch Personalwechsel und eben besagte Führungskultur.


Carajan

24.07.2020 - 01:08 Uhr

@Anton Gsandtner: Jürgen Stackmann kann man nicht als Wanderer oder Karrierist bezeichnen. Er kam 1989 nach einem BWL Studium zu Ford und war da bis 2010 in verschiedenen Positionen, vom Gebietsleiter bis zum Geschäftsführer tätig. Anschließend wechselte der zum Wettbewerber Volkswagen und war da zeitweise im Vorstand. Er ist aus meiner Sicht ein gestandener Manager des Automotive Bereichs, der seinen Beruf von der „Pike“ auf gelernt hat. Was letztlich zur Abberufung geführt hat, ist schwer zu beurteilen - wahrscheinlich war es das unruhige Fahrwasser in dem sich der Konzern befindet


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